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Lidl ändert Werbung für Kinder-Nahrung – und wird von Experten gelobt

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Von: Patrick Huljina

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Lidl hat angekündigt, ab März auf Werbung für ungesunde Kindernahrung zu verzichten. Experten loben den Discounter dafür.

Bad Wimpfen – Lebensmittel für Kinder sind ein Milliardengeschäft. Die Liste der Produkte ist lang: vom Kinderpudding bis zum Joghurt mit Schokolinsen, vom Frühstückskakao bis zum zuckersüßen Getränk für die Schulpause. Was vielen Kindern schmeckt, sorgt bei Gesundheitsexperten für heftige Kritik. Sie bemängeln den Inhalt der oft aufwendig beworbenen Produkte und klagen über zu viel Zucker, zu viel Fett und zu viel Salz. Seit Jahren fordern Experten daher ein Umdenken vom Handel und der Industrie. Der Discounter Lidl zieht nun erste Konsequenzen, wie Merkur.de berichtet.

Lidl will keine Werbung mehr für ungesunde Kindernahrung machen

Das Unternehmen kündigte am Dienstag (10. Januar) an, ab dem kommenden Geschäftsjahr, das bei Lidl am 1. März beginnt, keine auf Kinder abzielende Werbung für ungesunde Lebensmittel wie überzuckerte Joghurts oder Getränke, aber auch Schokolade, mehr zu machen. Ausnahmen soll es lediglich für Aktionsartikel zu Weihnachten, Ostern oder Halloween geben – also etwa für Schokoladen-Weihnachtsmänner oder -Osterhasen.

„Lidl setzt damit als erster deutscher Lebensmitteleinzelhändler eine entsprechende Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um“, teilte der Discounter mit. Bis Ende 2025 will Lidl außerdem nur noch Lebensmittel in für Kinder attraktiver Verpackung verkaufen, die die WHO-Kriterien für gesunde Nahrung erfüllen. Die Verpackungen würden Schritt für Schritt umgestellt. „Da eine Fehlernährung im Kindesalter das Risiko ernährungsbedingter Erkrankungen im Erwachsenenalter erhöht, ist die Bewerbung gesunder Lebensmittel und der Verzicht von Werbung ungesunder Lebensmittel bis zum 14. Lebensjahr zentral für die Gesundheit“, schreibt das Unternehmen in einer Präsentation.

Experten loben Lidl: „Wichtiger, aber auch längst überfälliger Schritt“

Lidl gehe „deutlich über die Selbstverpflichtungen anderer Hersteller und Einzelhändler hinaus“, lobte das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten. Die Verbraucherorganisation Foodwatch forderte die Wettbewerber des Discounters – unter anderem Aldi, Rewe und Edeka – auf, dem Beispiel zu folgen. „Das ist angesichts grassierender Fehlernährung bei jungen Menschen mit zum Teil tödlichen Folgen ein wichtiger, aber auch längst überfälliger Schritt“, sagte Luise Molling von Foodwatch.

Lidl-Logo und kleines Mädchen isst Süßigkeit.
Lidl will keine Werbung mehr für ungesunde Kindernahrung machen. (Symbolbild) © Imago/CHROMORANGE/Design Pics/Collage/BuzzFeed

Eine Untersuchung von 283 Lebensmittelprodukten führender Markenhersteller durch Foodwatch ergab 2021, dass 85,5 Prozent der gezielt für Kinder beworbenen Produkte gemessen an den WHO-Standards zu viel Zucker, Fett und/oder Salz enthielten. Wissenschaftliche Studien zufolge sind in Deutschland aktuell etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Übergewicht und sechs Prozent sogar von starkem Übergewicht (Adipositas) betroffen. Das kann im späteren Leben zu Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Gelenkproblemen, Bluthochdruck und Herzerkrankungen führen.

Junkfood-Werbeverbot für Kinder gefordert – Bundesregierung hat Thema auf der Tagesordnung

Bei großen Teilen der Bevölkerung würden striktere Regeln für ungesunde Kinderprodukte wohl offene Türen einrennen. Bei einer Umfrage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen befürworteten 83 Prozent der Verbraucher Obergrenzen für Zucker, Fett und Salz bei Lebensmitteln, die sich in Aufmachung und Gestaltung an Kinder richten.

Auch die Bundesregierung hat das Thema inzwischen auf die Tagesordnung gesetzt. Im Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition heißt es im Kapitel Ernährung: „An Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt darf es in Zukunft bei Sendungen und Formaten für unter 14-Jährige nicht mehr geben.“ Die Verbraucherschutzminister der Länder und auch Foodwatch haben bereits 2022 ein Junkfood-Werbeverbot für Kinder gefordert. In Spanien wurde bereits 2021 durchgegriffen. (ph/dpa)

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