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„Ich mache jeden Sche*ß mit!“: Unternehmerin bewirbt sich bei Jobsuchenden als Chefin

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Von: Pia Seitler

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Vier Fotos einer Chefin, die zeigen sollen, wie viel Spaß Bewerber in ihrem Team haben.
Der Post auf Linked In und die Fotos sollen zeigen, wie viel Spaß Bewerber:innen im Team der Chefin haben. © Scott Graham/Unsplash/Screenshot/Linked In/Collage/BuzzFeed

Zu ihrem Bewerbungspost stellte die Gründerin Bilder, die sich vom Standard Bewerbungsfoto abheben und sie eher „unvorteilhaft“ zeigen.

„Ich bewerbe mich als deine Chefin“, beginnt Mareike Awe ihren Post beim Karrierenetzwerk Linked-In. Die Ernährungsmedizinerin und Gründerin eines E-Health Unternehmens sucht Verstärkung in ihrem Team und entschied – neben einer klassischen Stellenausschreibung – sich gleich selbst bei den Jobsuchenden zu bewerben. Eine ungewöhnliche Methode.

Bei Linked-In nennt sie den Jobsuchenden drei Gründe, weshalb sie mit ihr arbeiten sollten. Nummer Eins: „Ich mache jeden Sche*ß mit! Wenn etwas bei IG trendet und du es gut findest, bin ich auch am Start.“

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Personal gesucht: Unternehmen bewerben sich immer häufiger bei Jobsuchenden

Awe ist damit nicht die einzige, die die Suche nach Personal umdreht: Die Deutsche Bahn, die Polizei und die Bundeswehr versuchen, mit Filtern auf Instagram, TikTok und Snapchat junge Menschen für einen Job zu gewinnen (Spiegel) und das Handelsblatt berichtet von einem niedersächsischen Metallbauer, der sich bei Jobsuchenden bewirbt. Er schickt Interessierten Bewerbungsunterlagen seines Unternehmens zu – mit einem Lebenslauf, wie sich das Unternehmen entwickelt hat und Erfahrungsberichten, äh, Zeugnissen von Ex-Mitarbeitenden.

Was steckt dahinter? Laut Institut der deutschen Wirtschaft fehlten in Deutschland im Dezember 2021 allein 465.000 Fachkräfte. Die Liste ist lang: Es fehlt an Altenpfleger:innen, Krankenpfleger:innen, Sanitär- und Heizungstechniker:innen, Erzieher:innen und Physiotherapeut:innen. Und dann gehen in den nächsten zehn Jahren auch noch die Babyboomer in Rente, also die Menschen, die in den geburtenstarken Jahrgängen Mitte der Fünfziger- und bis Ende der Sechzigerjahre auf die Welt kamen.

Das zwingt Unternehmen zum Umdenken. „Wir müssen als Unternehmen herausstechen, um die richtigen Leute für uns zu gewinnen“, sagt Gründerin Mareike Awe im Gespräch mit BuzzFeed News Deutschland.

Junge Menschen wollen „cooles Team und Spaß bei der Arbeit“

Bewerber:innen ginge es heute vor allem um mehr Selbstbestimmung und Flexibilität, sagt Alexandra Eichberger, verantwortlich für die Talentgewinnung und -bindung bei der Deutschen Telekom, dem Handelsblatt. Auch Awe merkt einen Wandel: „Es geht gar nicht mehr so sehr um Gehälter, sondern viel mehr um Zufriedenheit bei der Arbeit und das Gefühl, etwas Sinnhaftes zu tun und ein cooles Team und Spaß bei der Arbeit zu haben.“ Die Zeiten, in denen der Chef mit erhobenem Zeigefinger und von oben herab mit seinen Mitarbeitenden spricht, seien vorbei, so die Unternehmerin.

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Das merke sie in Bewerbungsgesprächen und im Unternehmen selbst. „Wir sind dazu übergegangen, dass wir selbst zum attraktiven Arbeitgeber werden wollen“, sagt Awe. Mit ihrem Post auf Linked-In wolle sie den Spaß rüberbringen, den potenziell neue Mitarbeitende in ihrem Team haben.

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