1. BuzzFeed
  2. News

„Endlich Ruhe“: Wirtin lässt Kinder unter 12 nicht mehr in ihr Restaurant

Erstellt:

Von: Pia Seitler

Kommentare

Das Restaurant „Schipperhus“ an der Ostsee will keine Kinder mehr bewirten. Dafür erntet die Wirtin Lob und Kritik.
Das Restaurant „Schipperhus“ an der Ostsee will keine Kinder mehr bewirten. Dafür erntet die Wirtin Lob und Kritik. © A. Pulwey/blickwinkel/IMAGO/Screenshot/Twitter/@spassbaer/Collage/BuzzFeed

Die Wirtin will keine Kinder unter zwölf Jahren mehr in ihrem Restaurant „Schipperhus“. Für die Maßnahme bekommt sie viel Hass im Netz, aber auch Verständnis.

In einem kleinen Wirtshaus an der Ostsee sind Kinder unter zwölf Jahren unerwünscht: „Liebe Gäste, aufgrund vieler unschöner Ereignisse in der Vergangenheit haben wir uns dazu entschlossen, keine Familien mit Kindern unter 12 Jahren mehr zu bewirten“, heißt es in einem Schaukasten und auf der Homepage des Restaurants „Schipperhus“.

Vor diesem Schritt habe sie Angst gehabt, sagt die Wirtin des Restaurants Ricarda Biebl im Gespräch mit der Bild. Negative Google-Bewertungen und Beschimpfungen auf Twitter zeigen, ihre Bedenken waren berechtigt. „Kinder auszuschließen ist ein Grund dieses Lokal nicht zu betreten“, schreibt eine Nutzerin und vergibt eine Ein-Stern-Bewertung.

Problem im „Schipperhus“ seien nicht die Kinder, sagt die Wirtin

Im Gespräch mit der Hamburger Morgenpost erzählt Biebl, von Schnitzeln, auf denen am Boden herumgetrampelt werde. Das große Problem seien jedoch nicht die Kinder, sondern die Eltern. Als sie etwa Eltern baten, ihr Kind davon abzuhalten, Nudeln mit Tomatensoße gegen die Wände zu schmeißen, seien sie und ihre Kolleg:innen „wüst beschimpft“ worden, sagt Biebl der Bild. Solche Gäste haben Servicekräfte während des Corona-Lockdowns garantiert nicht vermisst.

Heftige Kritik im Netz für Restaurant „Schipperhus“

Das „Schipperhus“ habe viele Stammgäste, die abends dort essen wollen und das gehe nicht, während sich Kinder daneben benehmen und Eltern nichts dagegen unternehmen, so Biebl. Das Verhalten der Kinder versteht die Wirtin sogar ein bisschen. Sie hat selbst vier Kinder. Nach einem Strandtag seien sie eben todmüde und ein Restaurantbesuch könne nicht gut laufen.

Die Folgen von Biebls Entscheidung spürt auch ihr Mann Stefan Biebl-Piekser, der im „Schipperhus“ kocht: „Der anonyme Hass ist schwer erträglich. Wir werden als Rassisten beschimpft, als Kinderhasser“, sagt er.

Aber die Wirtin vom „Schipperhus“ bekommt auch viel Verständnis für ihre Entscheidung:

Biebl sagt, in den 30 Jahren in der Gastronomie habe sie einiges erlebt. Es sei hart, aber sie hoffe, es werde sich wieder beruhigen.

Auch interessant

Kommentare