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„Kinderrechte gehören ins Grundgesetz!“: 12-jährige Ella sagt in den Tagesthemen ihre Meinung

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Von: Jana Stäbener

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Ella ist 12 Jahre alt und setzt sich für Kinderrechte ein. Zum 30. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland sagt sie in der Ard ihre Meinung und fordert, dass Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden.
Die 12-jährige Ella aus Hamburg sagte bei den Tagesthemen gehörig ihre Meinung zum Kinderrechten im Grundgesetz. © NDR/

Putin tritt auch die UN-Kinderrechtskonvention momentan mit Füßen. Umso wichtiger, dass Deutschland Kinderrechte ins Grundgesetz schreibt, findet die 12-jährige Ella.

Vor 30 Jahren trat in Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention in Kraft. In 54 Artikeln hält sie fest, welche völkerrechtlich verbindlichen Standards ein Land gegenüber den Jüngsten seiner Bevölkerung einhalten muss. Im Grundgesetz stehen diese Kinderrechte bisher nicht – sollten sie aber, sagt die 12-jährige Ella aus Hamburg in den Tagesthemen der Ard.

Ganz souverän und klar trägt Ella am Dienstagabend (5. April 2022) ihren Kommentar vor. Kein Wunder, denn sie ist quasi Medienprofi. Die 12-Jährige ist Mitglied der Kinderjury für den Kika-Award und konnte hier schon ein wenig Erfahrung im Umgang mit Teleprompter und Co. sammeln. Trotzdem: Sie ist erst das zweite Kind in der Geschichte der Tagesthemen, das in der bekannten Nachrichtensendung seine Meinung sagen darf – und diese Meinung hat es in sich.

Kinderrechte im Grundgesetz: Was in der Ukraine gerade passiert, ist schrecklich!

Besonders ausführlich geht Ella in ihrem Kommentar auf den Ukraine-Krieg ein. „Kinderrechte sind so eine richtige und wichtige Sache“, sagt sie. Manche Menschen wie Putin beispielsweise hätten dies noch nicht so richtig verstanden. Warum sonst, sollten sie zulassen, dass Millionen Kinder vor Kriegen, Hungersnöten und religiöser Verfolgung fliehen müssten. Diese junge Ukrainerin zeigt beispielsweise auf Tiktok, wie sie als Geflüchtete in Deutschland lebt. „Wie man gerade in der Ukraine sieht, hat Herr Putin leider vergessen, dass sein Land auch mal unterschrieben und somit zugestimmt hat, die Kinderrechte anzuerkennen und durchzusetzen“, sagt die 12-Jährige.

Kinder sollten in Frieden aufwachsen, hätten ein Recht auf Schutz vor Gewalt, vor Krieg und auf Bildung, findet Ella. Putin täte genau das Gegenteil, indem er Familien trenne und töte – sie zu Flüchtlingen mache. „Was stimmt nicht mit Leuten wie Putin?“, fragt die engagierte Kinderrechtlerin und spielt damit sicher auch auf das Massaker in Butscha an, das Selenskyj bei einer UN-Ansprache als russisches Kriegsverbrechen beschreibt.

Was stimmt nicht mit Leuten wie Putin?

Ella (12)

Das Problem betreffe nicht nur die Ukraine, das sei klar. Jeder zweite Flüchtling sei ein Kind, 60 Millionen Kinder seien weltweit auf der Flucht. „Erwachsene haben sogar ein Wort für all diese Kinder: verlorene Generation. Ist das nicht schrecklich?“, fragt die junge Kinderrechts-Aktivistin.

Deutschland Vorbild für die Welt: Kinderrechte im Grundgesetz sind allerhöchste Zeit

Auch in Deutschland würden Kinder oft vergessen werden. In der Pandemie wäre das mal wieder klar sichtbar gewesen. Auch bei der Klimakrise, beim Thema Kinderarmut oder in der Bildung mache man keine Politik mit den Kindern, sondern nur für sie – und das eben nicht gerade erfolgreich. „Wenn ihr Fragen habt, fragt doch uns Kinder. Wenn euch Kinder überhaupt interessieren“, sagt Ella ernüchtert.

Sie fordert, dass Deutschland ein Vorbild für die Welt in Sachen Kinderrechte wird. Aber dafür müsste man auch was tun. Eigentlich hatte die alte Große Koalition (SPD und CDU/CSU) im Januar 2021 Januar beschlossen, Kinderrechte in die Verfassung aufzunehmen und einen Gesetzentwurf vorgelegt. Dieser scheiterte jedoch noch im Juni desselben Jahres, wie der Deutschlandfunk berichtete.

Deswegen fordere ich Sie, Herr Scholz, auf, die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. 

Ella (12)

Ein Trauerspiel, würde Ella dazu wohl sagen. „Deswegen fordere ich Sie, Herr Scholz, auf, die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Denn an Gesetze muss man sich halten“, beendet die 12-Jährige ihren Kommentar zum Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention. Ihre Worte machen klar: Es ist noch ein weiter Weg, bis Kinder auf der ganzen Welt tatsächlich die gleichen Rechte haben wie die Erwachsenen.

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