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Streaming-Dienste sind wie eine toxische Beziehung - sie machen mich arm!

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Von: Mika Engelhardt

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Meine monatliche Rechnung für Streamingdienste wie Netflix ist zum Heulen.
Meine monatliche Rechnung für Streamingdienste wie Netflix ist zum Heulen. © dpa/Imago/Collage

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Netflix, Prime Video, Disney+: Die Kosten für sämtliche Streaming-Angebote lassen mich jeden Monat beim Blick aufs Konto zusammenzucken.

Einen Filmabend mit Freund:innen, Mitbewohner:innen oder Partner:innen zu starten, ist heutzutage gar nicht mehr so leicht. Ich bin alt genug, um mich an die Zeiten zu erinnern, in denen wir abends in die Videothek getigert sind, um die neusten Filme zu ergattern. Mittlerweile steht mir allein bei Netflix, dem unangefochtenen Streaming-König, ein schier endloses Angebot an Inhalten zur Verfügung. Da den richtigen Film zu finden, kann schonmal länger dauern als das Filmgucken an sich.

Gefangen zwischen Disney, Amazon und Netflix

Doch mit Netflix allein ist es ja noch lang nicht getan. Wenn ich nach 20 Minuten immer noch nicht fündig geworden bin, da mich das schiere Überangebot vollkommen überfordert, gucke ich einfach mal bei Disney+ oder Prime Video, ob ich dort den perfekten Film für den Abend finde.

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Doch auch dort sind die Mediatheken überfüllt mit Filmen. „Ja, der sieht ganz gut aus“, denke ich dann, „aber heute ist mir irgendwie nach etwas Anderem.“ Und weiter geht die Reise. Nach anderthalb Stunden bin ich völlig entnervt und buche schlussendlich für 15 Euro den Streaming-Dienst von Sky, wo ich dann einen Film anfange, den ich schon dreimal gesehen habe.

Und das ist am Ende die Crux des Ganzen. Nicht das lange Suchen oder die Unschlüssigkeit, welche der gefühlt Millionen Serien und Filme ich zuerst gucke. Nein, es gibt einfach viel zu viele Streaming-Dienste, die alle um meine Aufmerksamkeit - und mehr noch, mein Geld - buhlen. Einfach gesagt: Streaming-Dienste machen mich arm!

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Ich weiß noch genau, wie ich mich gefreut habe, als ich mir endlich ein Netflix-Abo gegönnt habe. Es war ein Geschenk an mich selbst zum Abi, und niemals hätte ich damals erwartet, zu was für einem Krieg Streaming sich irgendwann entwickeln könnte. Damals hatte Netflix noch keinen einzigen eigenen Film produziert und ich wollte eigentlich nur die Marvel-Serie „Jessica Jones“ gucken. Doch wenn ein Streaming-Dienst dich einmal in seinen Fängen hat, lässt er dich nicht mehr los.

Zu viele Streaming-Dienste: Wenn die Kosten unübersichtlich werden

Bei einem Streaming-Dienst ist das in Ordnung. Ich zahle acht Euro im Monat für Netflix, das ist immer drin. Selbst die paar Monate meiner Studienzeit, in denen ich nicht gearbeitet habe. Aber dazu kommt Prime Video. Gut, das zahle ich nur einmal im Jahr und die 70 Euro machen den Bock auch nicht fett - denke ich mir. Und mein Disney+ teile ich mir mit ein paar Freund:innen, das geht auch. Achso, ich habe bei Prime Video noch einen Kanal dazugebucht, aber den kündige ich bald wieder, bestimmt. Oh, und dann ist da noch Sky...

Ihr seht schon.... Die Kosten für Streaming-Dienste läppern sich plötzlich ordentlich. Und kein Ende ist in Sicht. Alleine im Jahr 2022 sollen noch Paramount+, HBOMax und Peacock dazukommen - und als großer Film- und Serienfan kann ich mir eigentlich nicht erlauben, auch nur einen dieser Dienste nicht zu abonnieren.

Streaming: ein teures Hobby

Alles zusammengerechnet, lande ich bereits jetzt monatlich bei fast 50 Euro, die ich für Streaming alleine ausgebe. Und dazu kommen noch DVDs (ja, die kaufe ich noch) und Kinobesuche, plus die ganzen neuen Streamingdienste, die es bald gibt. Filmegucken ist ein teures Hobby!

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Leider ist das Streaming-Dilemma eines, aus dem es keinen Ausweg gibt. Einen Dienst aufzugeben, kann ich mir eigentlich nicht leisten, denn dann kann ich mich nicht mehr über jedes neue bisschen Content mit anderen Filmfans unterhalten. Selbst für den Job wäre das kacke, schließlich schreibe ich über Filme und Serien. Nein, Streaming-Dienste haben mich fest in ihren eiskalten, geldgeilen Krallen. Und ganz ehrlich, es gibt noch so viele Dienste, die ich zusätzlich gerne hätte. Mubi, Shudder, selbst Joyn+ würde ich eigentlich gerne abonnieren. Aber irgendwo muss auch ich einen Schlussstrich ziehen.

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Wie wäre es denn mit einem Bundle? Einem Festpreis für Streaming-Dienste. Das klingt nach einem Traum. Und wird es wohl leider auch bleiben. Denn es gibt schließlich nur so viele Streaming-Dienste, weil alle Filmstudios den Braten gerochen und ihren eigenen Dienst aufgebaut haben. Könnt ihr euch vorstellen, wie Disney (Disney+), Warner Bros. (HBOMax) und Universal (Peacock) als die drei größten Filmstudios der Welt sich meine paar Euro auch noch aufteilen? Die Antwort ist ein trauriges Nein.

Kein Ausweg aus der Streaming-Hölle

Streaming-Dienste machen also durchaus arm. Dabei war es doch so schön, als es nur Netflix gab und alle Studios ihre Filme unbedingt dort unterbringen wollten. Das war so einfach. Aber Streaming-Dienste haben sich verändert. Sie bieten etwas Tolles und gerade in der Pandemie haben sie mir echt manchmal den Verstand gerettet, aber wenn ich auf meinen Kontoauszug gucke, fühle ich mich doch manchmal, als wäre ich in einer toxischen Beziehung gefangen.

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Auch die Zukunft sieht da eher düster aus, denn weniger Streaming-Dienste werden wir in den nächsten Jahren nicht bekommen. Dafür winkt den Studios in dem Bereich viel zu viel Geld. Also gucke und abboniere ich fleißig weiter - und verzichte lieber auf die eine oder andere Tüte Chips zum Film.

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