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„Warnzeichen“: Mittagsschlaf kann dein Risiko für einen Schlaganfall erhöhen - laut Studie

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Von: Jana Stäbener

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Frau liegt auf dem Sofa und hält ein Nickerchen.
Laut einer neuen Studie sind Bluthochdruck und Schlaganfall bei den Menschen wahrscheinlicher, die öfter mal ein Nickerchen halten. (Symbolbild) © Yay IMAGES/IMAGO

Kurz auf dem Sofa die Augen schließen – schwups eingenickt. Wer das öfter tut, hat ein höheres Risiko, an Bluthochdruck oder Schlaganfällen zu erkranken, zeigt eine neue Studie.

Was Forschende der Central South University in Hunan (China) herausgefunden haben, verwundert auf den ersten Blick. Laut deren neuer Studie sollen Menschen, die öfter mal ein Nickerchen oder einen Mittagsschlaf halten, ein höheres Risiko für hohen Blutdruck zu entwickeln oder dafür, irgendwann einen Schlaganfall zu haben. Aber warum das denn? Schlaf ist doch angeblich die beste Medizin. Warum sollten ein paar Stunden träumen (hier 10 Dinge, die deine Träume beeinflussen) einen negativen Effekt auf unsere Gesundheit haben? BuzzFeed News Deutschland klärt dich auf.

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Nickerchen erhöhen Risiko für Bluthochdruck und Schlaganfall, zeigt Studie

Das amerikanische Nachrichtenmedium CNN berichtete zuerst über die groß angelegte Studie, die den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Nickerchen und Bluthochdruck oder ischämischem Schlaganfall untersuchte. Sie wurde am 25. Juli 2022 im Journal „Hypertension“ der American Heart Association veröffentlicht. Testpersonen der Studie waren mittelalte Europäer:innen, insgesamt fast 360.000 Personen ohne Bluthochdruck oder Schlaganfall, deren Daten aus der UK Biobank stammten. Dort wurden sie laut CNN über vier Jahre lang zu ihren Schlafgewohnheiten befragt und gaben regelmäßig Blut-, Urin- und Speichelproben ab, die nun auf Risikofaktoren untersucht werden konnten.

Das Ergebnis laut Studienautor:innen: „Im Vergleich zu ‚nie schlafen‘ war ‚regelmäßig schlafen‘ in unserer prospektiven Beobachtungsanalyse mit einem höheren Risiko für essenzielle Hypertonie, Schlaganfall und ischämischen Schlaganfall verbunden“, heißt es auf der Studienwebsite. Angaben von CNN zufolge hatten Studienteilnehmer:innen, die tagsüber ein Nickerchen machten, ein um zwölf Prozent höheres Risiko, im Laufe der Zeit hohen Blutdruck zu entwickeln, und ein um 24 Prozent höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Bei Personen unter 60 Jahren seien das Risiko sogar um 20 Prozent erhöht, so die Studie.

Auswirkungen eines Schlaganfalls sind vielfältig – für manche Betroffene kann es schwer sein, wieder sprechen zu lernen. So auch bei der Krankheit Aphasie, die Bruce Willis ereilte – er beendete seine Karriere.

„Nickerchen an sich nicht schädlich“ – Schlafstörungen sind das Problem

Aber warum ist das so? Das fragt CNN mehrere US-amerikanische Forscher:innen. Sie interpretieren die Ergebnisse der Studie folgendermaßen: „Dies könnte daran liegen, dass ein Nickerchen an sich zwar nicht schädlich ist, viele Menschen, die ein Nickerchen machen, dies jedoch aufgrund von schlechtem Schlaf in der Nacht tun. Schlafstörungen in der Nacht werden mit einer schlechteren Gesundheit in Verbindung gebracht, und ein Nickerchen reicht nicht aus, um dies auszugleichen“, so der klinische Psychologe Michael Grandner in einer Erklärung. Ob es bei Bluthochdruck und Schlaganfällen auch hilft, bleibt fraglich, aber Meditation kann sich positiv auf deine Psyche auswirken.

Raj Dasgupta, Professor für klinische Medizin an der University of Southern California interpretiert die Studie ähnlich: „Ich glaube, dass Nickerchen bei bestimmten Personen ein Warnzeichen für eine zugrunde liegende Schlafstörung ist“, fügte er hinzu. Schlafstörungen seien das Problem, denn sie seien mit einem Anstieg der Stress- und Gewichtsregulierungshormone verbunden, die zu Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes führen könnten – „alles Risikofaktoren für Herzerkrankungen“. Leidest du auch unter Schlaflosigkeit? True-Crime-Podcasts könnten dir beim Einschlafen helfen – wir erklären, warum.

Und was bedeutet das für Mediziner:innen in Zukunft? „Vom klinischen Standpunkt aus betrachtet, denke ich, dass es wichtig ist, dass Gesundheitsdienstleister ihre Patienten routinemäßig nach Nickerchen und übermäßiger Tagesmüdigkeit befragen. Und dass sie nach anderen Faktoren suchen, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken“, so Phyllis Zee, Schlafmedizinerin aus Chicago zu CNN.

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