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Aktivist:innen wollen mit 9-Euro-Ticket zu „Chaostagen“ nach Sylt – „Sylt für alle, sonst gibts Krawalle“

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Von: Pia Seitler

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Reisende steigen in einen Zug.
Im Netz wird zu Krawall-Trips nach Sylt aufgerufen. © dpa/Collage

In Gruppen auf Facebook wird zu Reisen nach Sylt mit dem 9-Euro-Ticket aufgerufen. „Chaostage Sylt 2022“ interessiert schon über 15.000 Menschen.

Gibt‘s schon ne Playlist für die Fahrt? In der Facebook-Gruppe „Chaostage Sylt 2022“ eskaliert derzeit die Abneigung gegen die Nordseeinsel Sylt. Dort wird zur gemeinsamen Fahrt nach Sylt aufgerufen. In einer Veranstaltung mit dem gleichen Namen heißt es: „Sylt für alle, sonst gibts Krawalle.“

Alles begann mit dem Entlastungspaket der Bundesregierung als Reaktion auf die derzeit hohen Spritpreise. Darin enthalten ist auch das 9-Euro-Ticket. Für 9 Euro im Monat können die Besitzer:innen des Tickets im Juni, Juli und August mit Regionalzügen durch ganz Deutschland reisen – auch nach Sylt. Auf der Insel zeigte sich daraufhin der Chef von Sylt Marketing aufgrund des „zu erwartenden Ansturms“ besorgt. Das verärgerte viele und sorgte für Reaktionen im Netz.

In Telegram-Gruppen konkretisiert sich Planung für „Chaostage“ auf Sylt mit dem 9-Euro-Ticket

Das 9-Euro-Ticket hat der Bundestag inzwischen beschlossen und im Netz rufen Aktivist:innen dazu auf, zum Party machen und auch einer Art Klassenkampf auf die Insel zu fahren. Über 15.000 Facebook-Nutzer:innen haben bereits Interesse an der Veranstaltung „Chaostage Sylt 2022“ angemeldet. Mehr als 3.500 haben zugesagt. Es gebe auch schon einen Konzertflyer zur Veranstaltung, auf dem ein Antifa-Aktivist schreibt: „Wenn wir mit Sylt fertig sind, ist da nur noch Nordsee und sonst nichts“, wie die Welt berichtet.

Die Planung für die „Chaostage werde in Gruppen auf Telegram und Discord konkretisiert. Laut Welt planen Mitglieder in der Gruppe „Sylt ist fällich! #Chaostage 2022“ für jedes Wochenende in den 9-Euro-Ticket-Monaten etwas. Eine Karte, in der bestimmte Orte markiert sind, sei im Umlauf. Darauf finden sich auch Polizeistationen, Notaufnahmen und „High Society“-Orte.

Politiker:innen auf Sylt finden „Chaostage“ keinen Spaß

Ist das noch Spaß? Gemeindevertretungs- und Kreistagsmitglied Lars Schmidt von der Partei Zukunft findet nicht: „Als Ulk ist das nicht mehr zu sehen“, sagt er gegenüber der Welt. Der Sylter Politiker befürchtet demnach, dass das „binäre Bild von Sylt“ auf der Insel in realem Chaos enden könnten. „Da ist schon Dampf im Kessel.“

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