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„Unfassbar dumm“: Ab 1. Mai soll Corona-Quarantäne freiwillig werden - viele sind entsetzt

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Von: Pia Seitler

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Karl Lauterbach und Screenshot eines Tweets mit Kritik am Ende der Quarantänepflicht
Das Ende der Quarantänepflicht zum 1. Mai 2022 löst Unverständnis und heftige Kritik aus. © Bernd von Jutrczenka/dpa/Screenshot/Twitter/@elhotzo/Collage/BuzzFeed

Viele Corona-Schutzmaßnahmen wurden schon aufgehoben. Ab 1. Mai soll es nun auch keine Quarantänepflicht mehr geben. Das sorgt für jede Menge Kritik. 

Maske im Supermarkt tragen? In den meisten Bundesländern seit dem Wochenende nur noch freiwillig. Gegen das Coronavirus impfen? Bleibt vorerst auch freiwillig, denn die Corona-Impfpflicht ab 18 Jahren hat im Bundestag keine Mehrheit gefunden. Und seit Montag (4. April 2022) ist klar: Corona-Infizierte und Kontaktpersonen brauchen ab 1. Mai in der Regel nur noch freiwillig und für kürzere Zeit in Isolierung oder Quarantäne, wie die dpa berichtet.

Bundesminister Karl Lauterbach teilte mit, dass sich darauf die Gesundheitsminister von Bund und Ländern geeinigt haben. Infizierten wird demnach künftig nur noch „dringend empfohlen“, sich für fünf Tage zu isolieren und Kontakte zu meiden – für Kontaktpersonen von Infizierten gilt dasselbe. Eine Anordnung des Gesundheitsamts, die es schon jetzt häufig nicht mehr gibt, fällt damit weg.

Ende der Isolations- und Quarantänepflicht für Corona-Infizierte soll Personalausfälle vermeiden

Hintergrund der Lockerungen ist die aktuelle Omikron-Welle mit vielen, aber meist eher leichter verlaufenden Infektionen. Damit sollen nun auch massenhafte Personalausfälle bei hohen Infektionszahlen vermieden werden. Die Änderungen gehen auf einen Vorschlag des Bundesministeriums und des Robert Koch-Instituts (RKI) zurück, der jetzt als Empfehlung an die Länder gehen soll.

Keine Quarantänepflicht für Corona-Infizierte löst Welle der Kritik aus

Das geplante Ende der Isolations- und Quarantänepflicht stößt auf Widerspruch von Expert:innen und Patientenschützer:innen. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sieht dadurch große Gefahren für besonders gefährdete Menschen, wie die dpa berichtet. „Gleich den Corona-Leugner:innen wird die Infektion verharmlost“, kritisiert Brysch in einem Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Das sieht auch Sebastian Hotz so, der mit lustigen Sprüchen auf Twitter und Instagram bekannt wurde und vielen besser bekannt ist als „El Hotzo“:

Bei Twitter sind viele seiner Meinung und halten die Abschaffung der Quarantänepflicht für „unfassbar dumm“:

Strengere Vorgaben sollen aber noch für Beschäftigte in Gesundheitswesen, in Alten- und Pflegeheimen sowie bei ambulanten Pflegediensten bleiben, die sich infiziert haben. Hier sollen die Gesundheitsämter weiter Tätigkeitsverbote anordnen. Das kommentiert diese Twitter-Nutzerin so:

Infizierte sollen sich künftig der „dringenden Empfehlung“ zufolge für fünf Tage selbstständig isolieren und dann – beginnend nach fünf Tagen – Schnelltests machen, bis sie negativ sind. Dass das – auch nach fünf Tagen – wichtig ist, zeigt dieser Twitter-Nutzer:

Für Kontaktpersonen von Infizierten gilt die „dringende Empfehlung“, selbstständig Kontakte zu reduzieren – vor allem mit Menschen, die Risikogruppen für schwere Corona-Verläufe angehören. Sie sollten zudem täglich Selbsttests machen.

Was das Ende der Quarantäne-Pflicht für Menschen bedeutet, die der Risikogruppe zugeschrieben werden, thematisiert diese Nutzerin:

Viele fragen sich, wie sie die freiwillige Quarantäne im Arbeitsalltag ohne Homeoffice-Pflicht umsetzen sollen:

Laut Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sei klar, dass noch wichtige Fragen geklärt werden müssten – etwa was Verdienstausfälle oder Krankschreibungen angehe. Hier müsse der Bund rasch einen vernünftigen Vorschlag liefern, wie die dpa berichtet.

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