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Rechte fordern „Kartoffeln statt Döner“: Dönerverkäufer kontert genial

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Hani Alhay vor seinem Imbiss in Oldenburg (Niedersachsen) mit einer Kartoffeldöner-Pita
„Kartoffeln statt Döner“: Dönermann Hani Alhay reagiert auf rechte Forderungen mit einer kreativen Idee. © Ingo Wagner/dpa

Es fing alles an, als Hani Alhay ein fremdenfeindliches Schild bei einer Pegida-Demo sah: „Kartoffeln statt Döner“ stand darauf.

Hani Alhay floh vor mehr als 30 Jahren mit seinen Eltern aus dem Libanon. Heute betreibt er einen deutschlandweit bekannten Dönerladen in Oldenburg. Bekannt ist Alhay, weil er in seinem Imbiss verschiedene Kulturen vereint - und Vorurteile bekämpft.

Es fing alles an, als Hani Alhay ein fremdenfeindliches Schild bei einer Pegida-Demo sah: „Kartoffeln statt Döner“ stand darauf. „Als ich dieses Schild gesehen habe, habe ich gesagt: ‚Kartoffeln statt Döner? Nein! Kartoffeln und Döner zusammen!‘ Ich schwöre, das schmeckt besser. Und dann habe ich angefangen, zu tüfteln“, sagte Hani Alhay gegenüber „Galileo“.

Aus rechtem Hass „Liebe gemacht“: Kartoffeldöner wird zum Hit

Dabei kam der Kartoffeldöner heraus, der zum Verkaufsschlager wurde. „Das war ein Hassplakat – und daraus habe ich Liebe gemacht“, sagte Alhay im NDR. Kartoffeln und Dönerfleisch werden zusammen im Fladenbrot serviert, dazu gibt es Sauce und Salat.

Weil der Kartoffeldöner so ein Erfolg ist, legt Hani Alhay nun nach - mit dem Grünkohldöner. „Das ist meine Liebeserklärung an die deutsche Bevölkerung“, Hani Alhay. „Viele Jugendliche essen mehr Döner als Grünkohl.“ Er wolle auf seine Weise die regionale Esskultur erhalten. Und er mag den auch als „Norddeutsche Palme“ titulierten Kohl. „Wenn ein Araber etwas von einer Palme hört, dann freut er sich.“

Das Erfinden neuer Rezepte hat Alhay nach eigenen Angaben schon immer Spaß gemacht. Zu einem Verkaufshit in der Unistadt ist sein Kartoffeldöner geworden, dessen Kartoffeln und Fleisch am Drehspieß brutzeln. Auch Grünkohl wollte Alhay eigentlich am Drehspieß braten, doch aus Platzgründen kommt der Kohl nun aus der Pfanne. Dafür ist er orientalisch gewürzt. „Die Schärfe macht meinen Grünkohldöner aus.“

Statt Pinkelwurst nimmt Alhay seine eigene Kartoffeldönerbratwurst. Serviert wird der Grünkohl wie ein klassischer Döner mit Tsatsiki und Salat - entweder in der Pitatasche oder als Teller. In norddeutscher Tradition liege eine Grünkohldöner-Kohltour mit Bollerwagen und Getränken nahe. Doch diese Versuche, so sagt Alhay, habe Corona ausgebremst. Er zaubert aus dem Kohl auch die süße Nachspeise Baklava: Grünkohl in Blätterteig mit Zimt und süßem Sirup. (Mit Material von dpa)

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