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Russische Soldaten beschießen eigene Autos und betrinken sich, um nicht kämpfen zu müssen

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Von: Jana Stäbener

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Russische Soldat:innen im Ukraine-Krieg - Mariupol.
Die Motivation mancher russischer Soldat:innen im Ukraine-Krieg scheint nicht besonders hoch zu sein – sie schießen auf ihre eigenen Fahrzeuge. (Symbolbild) © dpa

Laut dem US-Verteidigungsministerium missachten im Ukraine-Krieg einige russische Soldaten die Befehle ihrer Kommandeure – sie wollen nicht an die Front.

Die Stimmung in der russischen Armee im Ukraine-Krieg ist momentan nicht gerade auf dem Höhepunkt. Das geht aus einer Pressemitteilung des US-Verteidigungsministeriums hervor, in der es heißt, es gebe „anekdotische Beweise“, dass russische Soldat:innen Befehle ihrer Vorgesetzten missachten würden. Laut Pentagon lehnten sich sowohl in höheren als auch mittleren Bataillonen des Militärs Soldaten gegen ihre Kommandeure auf.

Russische Soldaten „konsumieren Alkohol“ und „schießen auf eigene Fahrzeuge“

Bestätigt wird diese Behauptung vom US-amerikanischen Thinktank „Institute for the Study of War“ (ISW), eine überparteiliche Forschungsinstitution, die militärische Angelegenheiten durch Forschung und gezielte Analysen aufarbeitet. Besonders die Einheiten in der ukrainischen Stadt Saporischschja seien betroffen, heißt es im Bericht des ISW. Russische Kämpfer:innen zeigten eine niedrige Motivation und „schlechte Disziplin, da die Kämpfe in vielen Gebieten gegen den ukrainischen Widerstand zum Erliegen gekommen sind“, schreibt das ISW.

Auch für die ukrainischen Soldat:innen ist es offenbar schwer, motiviert zu bleiben. Ob sie im Ukraine-Krieg auch vor einem ethischen Dilemma stehen, beantworten uns in diesem Text zwei Ethiker:innen.

Der psychologische Zustand der Truppen in der Region sei „schlecht“, sie würden sich über die „Ineffizienz der Operationen in der Region“ beschweren, häufig „Alkohol konsumieren“ und auf ihre „eigenen Fahrzeuge schießen“ nur damit sie „nicht an die Front zu müssen“. Dies decke sich mit Berichten des ukrainischen Generalstabs, schreibt das ISW. Auch der hatte schon gemutmaßt, dass das Ausmaß der russischen Verluste weitreichende Auswirkungen auf die Bereitschaft der russischen Truppen habe. Diese würden die Lust verlieren, sich „weiter an offensiven Operationen zu beteiligen“.

Russische Kampfkraft im Ukraine-Krieg steht nicht vor guten Voraussetzungen

Nach Angaben den ukrainischen Hauptnachrichtendienst (GUR) habe die russische Armee viele unzureichend ausgebildete, schlecht ausgerüstete Wehrpflichtige, die – obwohl der Kreml das bestreitet – in den Kampf geschickt würden. Der Kreml stehe also nach wie vor großen Herausforderungen bei der Mobilisierung seiner Streitkräfte. Das führe laut ISW zu keiner guten Voraussetzung für die russische Kampfkraft.

Die Miltärexpert:innen spekulieren außerdem, dass die russischen Behörden Voraussetzungen für eine direkte Eingliederung der besetzten ukrainischen Gebiete in Russland schaffen wollen und keine stellvertretenden "Volksrepubliken" planen. So habe der stellvertretende Vorsitzende der zivilen Militärverwaltung in Cherson am Montag, 9. Mai, erklärt: Die Region Cherson beabsichtige, Teil Russlands zu werden. Oleksandr Motuzyanyk, ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums, bestätigt, dass die Russ:innen Aufklärungsmaßnahmen und andere Maßnahmen ergreifen, um die direkte Eingliederung dieser Regionen in Russland vorzubereiten.

Hier fragen wir einen Militärexperten, was weiße Armbinden an russischen Soldat:innen bedeuten könnten.

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