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„Selbstmörderisch“: Russlands Zukunft sieht mit Putin als Präsident düster aus, sagt Experte

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Von: Pia Seitler

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Russischer Präsident Wladimir Putin.
Von der Machtelite im Kreml kommt vereinzelt Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin. © Mikhail Klimentyev/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP

Während sich der russische Präsident Wladimir Putin auf einer „historischen Mission“ wägt, kommt offenbar sogar von der russischen Machtelite Kritik.

Ende Februar ordnete der russische Präsident an, die Ukraine anzugreifen. Seit dem sind beinahe zwei Monate vergangen, der Westen verhängte harte Sanktionen gegen Russland und tausende Menschen starben. Proteste gegen den Ukraine-Krieg gab es in der russischen Bevölkerung immer wieder, doch nun scheint auch der Rückhalt für Putin innerhalb der russischen Machtelite zu bröckeln.

„Es ist selbstmörderisch schlimm, was er seinem Land, seiner Wirtschaft und seinem Ansehen in der Welt antut“, sagt Robert English, Professor an der Universität in Kalifornien, der sich mit Russland, der Sowjetunion und Osteuropa beschäftigt, zum US-Nachrichtenmagazin Business Insider. Während sich Putin nach dem gescheiterten Angriff auf Kiew weiter zuversichtlich gibt und zu neuen Angriffen im Osten der Ukraine ansetzt, stellen Kreml-Insider den Kriegskurs Putins infrage.

Zunehmende Kritik am Ukraine-Krieg innerhalb der russischen Machtelite

Es sind nur zehn Personen, aber sie gehören der Machtelite im Kreml an und halten den russischen Angriffskrieg für einen „katastrophalen Fehler“, wie Bloomberg berichtet. Sie gehören zur Führungsebene der Regierung und staatlicher Unternehmen und haben direkte Einblicke in die Konfliktsituation. Die Kritiker:innen befürchten, dass der Ukraine-Krieg Russland um Jahre zurückwerfen könne.

Und der Russland-Experte English sagt, ihre Angst sei begründet. Der Ukraine-Krieg habe sich für Russland schon jetzt teurer erwiesen als der beinahe zehnjährige Krieg der Sowjetunion in Afghanistan in den 1980er und das Land habe in nur einem Monat in der Ukraine annähernd so viele Soldaten verloren, als in den zehn Jahren Krieg in Afghanistan. „Seine Abrechnung kommt also viel schneller“, sagt English zu Business Insider.

Auch wenn Russland sich aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew zurückziehe und seine Angriffe auf die Ostukraine konzentriere, sei der Schaden für Russlands internationales und nationales Ansehen bereits angerichtet, so English. „Solange Putin nicht weg ist, wird es kein Gefühl der Befreiung und des Neuanfangs geben.“

Massive Auswirkungen des Ukraine-Kriegs in Russland – Putin will trotzdem nicht gehen

Die massiven Auswirkungen des Ukraine-Kriegs gehen über den eigentlichen Krieg weit hinaus. Die Russ:innen spüren die westlichen Sanktionen bereits. Auch Russlands Zentralbankchefin Elvira Nabiullina räumte vor dem russischen Parlament, der Staatsduma, Probleme durch die westlichen Sanktionen ein. Die Strafmaßnahmen würden nicht nur Bereiche treffen, die viel importieren, sondern auch jene Produktion, die bereits stark lokalisiert sei, aber auf Einzelteile aus dem Ausland angewiesen sei, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Expert:innen und Kreml-Insider:innen sagen, dass Putin trotzdem sehr wahrscheinlich nicht so bald abtreten werde. Der russische Präsident sehe sich auf einer „historischen Mission“, von der er glaube, dass sie von der russischen Öffentlichkeit unterstützt werde, so die Quellen von Bloomberg.

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