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Skorpione mit Verstopfung und 6 weitere wilde Forschungsprojekte, die ausgezeichnet wurden

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Von: Sophia Lother

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Skurrile Studien werden jährlich mit einem besonderen alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.
Skurrile Studien werden jährlich mit einem besonderen alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. © Panthermedia/Imago; agefotostock/Imago

Kacke-Messer, Voodoo-Puppen und narzisstische Augenbrauen: Die Welt der verrückten Studien hat für jeden etwas parat.

Während Science-Nerds sie verschlingen, sind wissenschaftliche Studien für andere manchmal nur eines: zäh und langweilig. Doch wenn ihr Letzteres unterschreiben würdet, dann habt ihr sicher noch nichts vom Ig-Nobelpreis gehört. Den hat die US-Zeitschrift Annals of Improbable Research ins Leben gerufen. „Mit den Ig-Nobelpreisen werden Leistungen gewürdigt, die die Menschen erst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen. Die Preise sollen das Ungewöhnliche feiern, den Einfallsreichtum ehren – und das Interesse der Menschen an Wissenschaft, Medizin und Technologie wecken.“, heißt es auf der Website.

Bereits in die 32. Runde ist der sehr alternative Nobelpreis im Jahr 2022 gegangen, höchste Zeit, einen Blick auf die verrücktesten Forschungs-Projekte der vergangenen Jahre zu werfen, die tatsächlich einen Preis bekommen haben. Und wenn ihr danach noch nicht genug habt: Hier findet ihr 11 verrückte Klagen, die wirklich ernst gemeint waren.

1. Wie gut funktioniert ein „Kacke-Messer“? Forschende probieren es aus

Ja, ihr habt richtig gelesen. Metin Eren hat zusammen mit Kolleg:innen getestet, wie gut Messer funktionieren, die aus gefrorener menschlichen Fäkalien hergestellt wurden. Ethnografische Belege hätten gezeigt, dass ein Mann ein ebensolches Messer selbst benutzt hatte. „Um die notwendigen Rohstoffe für die Messerproduktion zu beschaffen, führte einer von uns (M.I.E.) acht Tage lang eine Diät mit hohem Eiweiß- und Fettsäuregehalt durch, die einer arktischen Ernährung entspricht“, schreibt das Team in seiner Untersuchung. Doch das Ergebnis, das im Journal of Archaeological Science veröffentlicht wurde, enttäuschte:

Ihre Messer konnten die Haut eines Versuchstierkadavers nicht durchschneiden. „Obwohl die Haut durch die Kühlung kalt war, schmolz die Messerschneide beim Kontakt mit der Haut einfach und hinterließ Schlieren von Fäkalien“, erklärt das Team. Selbst, als ein weiteres Teammitglied mit einer eher westlich orientierten Diät seine „Proben“ zur Verfügung stellte, funktionierte das Messer nicht besser.

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2. Studie untersucht Skorpione mit Verstopfung - und welchen Einfluss das auf die Fortpflanzungs-Fähigkeit hat

Alle Betroffenen wissen: Verstopfung zu haben ist kein Spaß. Das zeigte ein Team von Wissenschaftler:innen nun auch bei Skorpionen. Einige werfen in Gefahrensituationen ihre Schwänze ab. Der Nachteil: Auch ein Teil des Darms und der Anus gehen damit verloren. Das führt zu Verstopfung und später zum Tod. Aber in ihrer restlichen Lebenszeit ergeben sich noch weitere Probleme.

Denn bei weiblichen Skorpionen nimmt nach dem Abwerfen des Schwanzes die Fruchtbarkeit deutlich ab. Männchen werden außerdem deutlich langsamer und haben deshalb auch mehr Probleme dabei Partnerinnen zu finden. Die Studie veröffentlichten die Forschenden übrigens im Journal Integrative Zoology.

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3. Studie liefert Tipps für Gossip-Fans: Algorithmus hilft bei der Entscheidung, wann eine Lüge besser ist, als die Wahrheit

Hinter Gossip-Geschichten verbirgt sich zwar manchmal die Wahrheit, in vielen Fällen ist der neueste Tratsch aber auch einfach eine dreiste Lügengeschichte. Für Gossip-Freunde ist es nicht immer leicht zu entscheiden, wann die Wahrheit juicy genug ist und wann eine Lüge vielleicht eine weitaus bessere Einschlagkraft hat. Dieses Dilemma haben Forschende nun gelöst.

Die Studie wurde im Jounal Philosophical Transactions of the Royal Society B veröffentlicht und bereits über 14.000 Mal als PDF heruntergeladen. Dreh und Angelpunkt spielt die Wechselbeziehung zwischen den Akteuren (Fitness Interdependenz) und der Effekt, den der ehrliche Tratsch erreicht. Mit einem eigens entwickelten Algorithmus macht es die Studie Gossip-Fans damit ganz leicht zu entscheiden, wann es Zeit für ehrlichen Tratsch ist – und wann sie in die Trick-Kiste greifen sollten.

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4. Fieser Chef oder gemeine Chefin? Studie untersucht, ob eine Voodoo-Puppe uns helfen kann

In ihrer Studie untersuchten Wissenschaftler:innen aus Kanada, China, Singapur und den USA, ob eine Voodoo-Puppe Angestellten dabei helfen kann, mit gemeinen Vorgesetzten fertig zu werden. Dabei durften Versuchsteilnehmer:innen eine Online-Voodoo-Puppe nach Lust und Laune drangsalieren.

Die Ergebnisse zeigen, dass es gequälten Arbeitnehmer:innen durchaus hilft, sich an einer Voodoo-Puppe abzureagieren. Quasi als eine Art Vergeltungsmaßnahme. Die Puppe helfe dabei, so etwas wie Gerechtigkeit wiederherzustellen, nachdem sie von der Führungskraft gequält wurden.

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5. Wissenschaftler:innen gehen der Frage nach, ob die Fettleibigkeit von Politiker:innen voraussagen kann, wie korrupt ein Land ist

Spielt das Gewicht von Politiker:innen tatsächlich eine Rolle, wenn man herausfinden will, ob es viel Korruption gibt? Um das zu beantworten, hat der Forscher Pavlo Blavatskyy 299 Bilder von Gesichtern von Politiker:innen aus Staaten der ehemaligen Sovjetunion ausgewertet. Aufgrund der Gesichter berechnete er den BMI der einzelnen. Diese Daten wurden dann mit verschiedenen Korruptions-Indikatoren verglichen.

Und offenbar war der Wissenschaftler mit seiner Studie erfolgreich. „Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass physische Merkmale von Politiker:innen, wie etwa ihr Body-Mass-Index, als Näherungsvariable für politische Korruption verwendet werden können, wenn letztere nicht verfügbar sind, zum Beispiel auf einer sehr lokalen Ebene“, erklärt er in seiner Studie.

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6. Augenbrauen und Narzissmus: Zeig mir deine Augenbrauen und ich sage dir, ob du ein Narzist bist

Auch diese Studie wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Die Forschenden Miranda Giacomin und Nicholas Rule entwickelten 2018 eine Methode, wie Narzist:innen ganz einfach anhand ihrer Augenbrauen als solche erkannt werden können. Dafür führten sie gleich eine ganze Reihe von Studien durch, die sie anschließend zusammenfassten.

Sie kamen zu dem Ergebnis: „Narzisstische Personen scheinen deutlich stärker ausgeprägte Augenbrauen zu haben, beispielsweise was Dichte und Dicke betrifft.“ Bleibt nur noch die Frage offen, inwieweit der Trend zu den wesentlich markanteren Augenbrauen in den letzten Jahren, es Menschen jetzt schon wieder schwerer macht, Narzisstinnen und Narzissten schnell und einfach zu erkennen.

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7. Studie enthüllt: Fische furzen, um miteinander zu kommunizieren

Natürlich endet diese Liste, wie sie begonnen hat: Mit Pippi-Kacka-Humor. Diesmal dabei: Fische, die via Pups miteinander sprechen. Ein Forschungsteam hat dafür Heringe näher beobachtet. In ihrer Studie bezeichneten sie das Luft-Ablassen übrigens nicht als Pups, sondern als „Pulsed Chirp“, was im Deutschen so viel heißt wie, „impulsartiges Zwitschern“ – auch eine schöne Umschreibung.

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