1. BuzzFeed
  2. News

Faule Ausrede? Ex-Siemens-Chef reagiert auf Shitstorm-Foto

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Pia Seitler

Kommentare

Rund 30 Männer bei einem Business-Lunch.
Topmanager versammeln sich im Hotel Bayerischer Hof am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zu einem CEO-Lunch. © dpa/The Pioneer/Michael Bröcker

Das Foto eines CEO-Lunchs am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz sorgt im Netz für Kritik. Darauf zu sehen: ausschließlich Männer. Der Ex-Siemens-Chef versucht sich an einer Rechtfertigung.

Ein großer U-förmiger Tisch, weiße Tischdecke, dunkelblaue Anzüge: Es sei ein Bild wie aus einer anderen Welt, twitterte die SPD-Politikerin Sawsan Chebli. Ein Foto eines Mittagessens am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zeigt rund 30 aktive und ehemalige Wirtschaftsvorstände und Topmanager unter sich. Auf dem Foto ist keine einzige Frau. Jetzt hat ein prominenter Teilnehmer, Ex-Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser, gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erklärt, die reine Männerrunde habe sich auch durch die Absage von Frauen an der Veranstaltung ergeben.

Der Chefredakteur der Zeitung The Pioneer, Michael Bröcker, hatte das Foto am Samstag auf Twitter verbreitet. Es sorgte im Netz für Unverständnis und Kritik.

Das Bild zeige laut SPD-Politikerin Sawsan Chebli, dass wir in Deutschland auch 2022 noch „sehr viel zu tun“ haben.

Viel Kritik am CEO-Lunch in München

Nach Angaben der Münchner Sicherheitskonferenz liegt die finale Frauenquote unter den Sprecher:innen im Hauptprogramm der Konferenz bei 45 Prozent, wie die dpa berichtet. Beim Businesslunch war das Verhältnis eindeutig ein anderes.

Kritik gab es an dem Foto auch, weil die Manager trotz Coronapandemie eng beieinandersaßen.

Joe Kaeser war früher Vorstandsvorsitzender von Siemens und ist auch in der Runde auf dem Foto zu sehen. Er wollte Feedback und äußert sich auf Twitter zu dem Vorwurf:

Kaeser verspricht: „Nächstes Jahr machen wir das besser.“

Nachdem Bröcker in seinem Tweet angemerkt hatte, dass nicht das Verhältnis der Specher:innen auf der Münchner Sicherheitskonferenz das Thema sei, sondern, dass es vielleicht die deutsche Wirtschaft sei, antwortet ihm Kaeser: „Das ‚vielleicht‘ kann man streichen!“ Er gelobte Besserung und schrieb, dass er es bei einer Feedback-Sitzung ansprechen werde.

Diese Feedback-Sitzung am Sonntag ergab laut RND, dass Frauen eingeladen gewesen wären, aber abgesagt hätten. An der Sicherheitskonferenz nahmen demnach 70 Unternehmen teil. Beim Mittagessen habe es 25 Plätze für Manager:innen und fünf für Referent:innen gegeben. Laut Kaeser hätten sich 60 Männer und zehn Frauen dafür angemeldet und es seien alle zehn Frauen eingeladen worden.

Acht von zehn Frauen sagen den Business-Lunch in München ab

Demnach habe es für die 70 an der Sicherheitskonferenz teilnehmenden Unternehmen 25 Plätze für Manager und fünf für Referenten bei dem Essen gegeben. 60 Männern und zehn Frauen hätten sich zu dem Essen angemeldet. Alle zehn Frauen seien eingeladen worden, 15 Plätze seien an Männer gegeben worden.

Nun hätten allerdings acht Frauen abgesagt. Gründe sind nicht bekannt. Eine Frau habe zugesagt und sei nicht gekommen und eine Frau sei dabeigewesen und nicht auf dem Foto zu sehen. Der Ex-Siemens-Chef sagte dem RND, die Einladungspraxis solle im nächsten Jahr geändert werden. „Wir werden sehr gezielt Frauen aus dem Teilnehmerkreis der MSC selbst einladen und auf ein ausgewogeneres Verhältnis achten.“

Auch interessant

Kommentare