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11 Alarmsignale, dass du zu nett zu anderen bist

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Von: Jana Stäbener

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Lachende Frauen halten einander im Arm.
Bist du diese eine Person, die „nett“ als feste Charakter-Eigenschaft für sich selbst pachtet? (Symbolbild) © Cavan Images/IMAGO

Sogenannte „People Pleaser“ sind „zu nett“ und wollen es allen immer nur recht machen. An diesen 11 Dingen erkennst du, ob du zu ihnen gehörst.

Du sitzt im Restaurant und bestellst einen Latte Macchiato mit Hafermilch. Was kommt, ist ein normaler Filterkaffe. Was tust du jetzt? Wenn du ein „People Pleaser“ bist, dann ist es wahrscheinlich, dass du lange überlegen musst, ob du den Kaffee zurückgehen lässt. Du willst schließlich nicht unhöflich wirken – oder noch schlimmer – bewirken, dass die Bedienung dich nicht mehr mag.

Wenn du dich dann doch entscheidest, den Kaffee zurückzugeben, dann zählst du der Bedienung wahrscheinlich tausend Gründe auf, warum es dir leid tut, dass du die falsche Bestellung zurückgehen lässt. Klingt nach dir? Dann bist du wahrscheinlich nicht nur einfach empathisch (Empathie kann übrigens auch negative Dinge wie Diskriminierung und Rassismus befeuern), sondern ein sogenannter „People Pleaser“. Auch dieser junge Mann aus den USA kann ein Lied davon singen – er veröffentlicht ein ironisches Video über das „People Pleasing“ auf TikTok (siehe unten).

„People Pleasing“: „Ich hatte wirklich Angst davor, nein zu sagen“

„People Pleasing“ bedeutet, du stellst deine eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Erwartungen, Gefühle und Meinungen in den Hintergrund, um anderen Personen Aufmerksamkeit, Zuneigung, Bestätigung, Anerkennung und Liebe zu geben, erklärt Natalie Lue der Washington Post. Sie hat vor kurzem das Buch „The Joy of Saying No“ geschrieben, in dem es darum geht, wie sie selbst erst erkannte, dass sie eine „People Pleaserin“ war, als das Burnout vor der Tür stand. Hier 5 Gründe, warum junge Menschen der Generation Z schon jetzt Burnout haben.

„Ich hatte wirklich Angst davor, nein zu sagen“, erzählt Lue der Washington Post. Ihrer Meinung nach seien Menschen auch oft „sozialisiert und darauf konditioniert, anderen zu gefallen“, sagt sie. Vor allem von Frauen werde seit langem erwartet, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse unterdrücken und anderen entgegenkommen würden. Auch Angehörige von Minderheiten stünden sehr unter dem Druck, hart zu arbeiten und damit „die Vorzeige-Minderheit“ zu sein. Bei ihnen ist auch das Hochstapler-Syndrom verbreitet – Studie zeigt, dass es nichts mit Intelligenz zu tun hat.

11 Dinge, an denen du erkennst, ob du ein „People Pleaser“ bist

„Es ist nicht bloß ‚nett sein‘, sondern eben ‚People Pleasing‘“, sagt Logan Cohen, der auf TikTok als Therapeut unterwegs ist und öfter Videos zu psychologischen Verhaltensmustern macht. Auch die deutsche Therapeutin Diana Böhme führt auf ihrer Website aus, dass dieses Verhalten Auswirkungen hat. Nämlich „auf den Kontakt zu sich selbst und zu anderen, auf die Fähigkeit authentisch zu leben, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und das eigene Leben so zu gestalten, dass es sich für einen selbst stimmig anfühlt.“

Wie es bei vielen Dingen in der Psychologie gängig sei, könne auch „People Pleasing“ daraus entstanden sein, dass Kinder das Gefühl hatten „die Bedürfnisse der Bezugspersonen“ erfüllen zu müssen. Sie hätten dann oft das Gefühl, die Eltern „bei Laune“ halten zu müssen, und dafür zu sorgen, dass diese nicht ausrasten. Als Erwachsene würden sie dieses Verhalten dann auf ihr näheres und weites Umfeld übertragen. Aber wie äußert sich das? Hier 11 Dinge, an denen du erkennst, ob du auch ein:e „People Pleaser:in“ bist.

  1. Du stellst die Bedürfnisse anderer Menschen vor deine eigenen. Auch die deine:r Partner:in vielleicht? Das musst du wissen, wenn du einen Orgasmus vortäuschst.
  2. Selbst wenn du gerade etwas tust, das dir wichtig ist, würdest du es jederzeit unterbrechen, wenn du dafür einer anderen Person helfen kannst.
  3. „Nett“ zu sein ist zum Teil deiner Persönlichkeit geworden – und zwar so sehr, dass du Angst hast, als „fake“ wahrgenommen zu werden, wenn du einmal etwas Kritisches sagst.
  4. Du fühlst dich für die Gefühle anderer Menschen verantwortlich.
  5. Du stimmst mit jeder Meinung oder Person überein, weil du nicht diskutieren möchtest.
  6. Du hast Schwierigkeiten, nein zu sagen oder Grenzen zu setzen.
  7. Du vergibst sehr leicht, obwohl Menschen dir immer wieder wehtun. Hier bist du besonders bei toxischen Beziehungstrends wie „Negging“ gefährdet – denn der zerstört dein Selbstbewusstsein.
  8. Konflikten gehst du aus dem Weg, wenn irgendwie möglich.
  9. Gerätst du doch einmal in einen Konflikt, so bist es meist du, der am Ende die andere Person tröstet – und das, obwohl du selbst verletzt bist.
  10. Du gehst soziale Interaktionen in deinem Kopf oft noch einmal genau durch, um herauszufinden, ob die betreffende Person auch wirklich nicht böse auf dich/genervt von dir ist.
  11. Du entschuldigst dich immer sehr oft bei anderen Menschen, anstatt auf deren Entschuldigung zu warten und kompensierst Entschuldigungen durch mehr Informationen als notwendig, zum Beispiel wenn du im Restaurant eine falsche Bestellung bekommen hast (siehe TikTok unten).

Diese TikTokerin erklärt noch einmal, dass „People Pleasing“ bedeutet, die Emotionen anderer Menschen zu managen. Und das ist nie eine gute Idee, denn die Gefühle anderer Menschen kannst du nicht beeinflussen. Und das weißt du auch, wenn du emotional intelligent bist – hier 13 Dinge, an denen du erkennst, ob du das bist.

Hier 11 Promis, mit denen Leute angeblich ungern arbeiten und 11, die absolute Goldstücke sind.

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