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„Unverständlich:“ Lauterbach ist Trinkgeld in der Gastro zu niedrig

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Von: Pia Seitler

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Karl Lauterbach und Screenshot eines Tweets.
Auf Twitter gibt es eine Diskussion über Trinkgeld und Löhne in der Gastro. © Political Moments/Imago/Twitter/Screenshot/@lissim6

Dieser Text erschien zuerst am 1. August 2022.

7.000-Euro-Rechnung und keinen Cent Trinkgeld? Moderatorin Anja Reschke wundert sich nicht, dass niemand in der Gastro arbeiten will und Karl Lauterbach findet wenig Trinkgeld „unverständlich“.

Am Flughafen, in Freibädern, in der Gastronomie – überall fehlt diesen Sommer Personal. Moderatorin Anja Reschke wundert es indes nicht, dass keiner mehr in der Gastro arbeiten will. Auf Twitter hat sie am Wochenende eine Diskussion über Trinkgeld in der Gastro gestartet, auf das viele Mitarbeiter:innen angewiesen sind.

Lauterbach findet geringes oder gar kein Trinkgeld in der Gastro „unverständlich“

Gesundheitsminister Karl Lauterbach mischte sich ebenfalls in die Diskussion ein und schrieb, dass er es „unverständlich“ finde, dass das Trinkgeld angesichts der „Gefahr der Ansteckung“ nicht großzügiger ausfalle. „Ausgenommen sind natürlich Ärmere“, so Lauterbach.

Rechke hatte von einer Studentin berichtet, die in einem Restaurant an der Alster in Hamburg als Aushilfe arbeitet. Die Studentin, die ihre Bekannte sei, erzählte von ihren Trinkgeld-Erfahrungen. Bei einem 70. Geburtstag mit einer Rechung in Höhe von knapp 7000 Euro habe sie „KEIN Trinkgeld“ bekommen. Reschke fragt sich in ihrem Twitter-Thread: „Was ist bitte los mit den Leuten?“ Auch BuzzFeed News-Autorin Jana arbeitete früher als Kellnerin und findet Trinkgeld unfair und sexistisch.

Lauterbach fordert mehr Trinkgeld und bekommt Kritik auf Twitter – das Problem liege woanders

Lauterbach mischte sich einen Tag später in die Diskussion ein und äußerte ebenfalls sein Unverständnis. Viele Twitter-Nutzer:innen kritisierten ihn und nahmen seinen Tweet zum Anlass, um auf das Problem hinter dem Trinkgeld aufmerksam zu machen: zu niedrige Löhne in der Gastro.

Mitarbeiter:innen in der Gastro müssen einiges wegstecken. Hier berichten 22 Leute aus der Gastro von den beknackten Gründen, warum ihre Gäste sich beschwert haben.

Auch dieser Nutzer berichtet von „Hungerlöhnen“ und findet Trinkgeld ein von den Gastro-Chef:innen ausgenutztes Konzept:

Bessere Bezahlung statt mehr Trinkgeld fordert auch dieser Nutzer und reagiert auf Lauterbachs Tweet:

Trinkgeld sollte einfach kein Ausgleich für schlechte Löhne in der Gastro sein, schreibt auch dieser Nutzer:

„Ärmere“ schließt Lauterbach bei seinem Unverständnis über zu wenig Trinkgeld in der Gastro aus. Diese:r Nutzer sieht das etwas anders:

Grundsätzlich sind sich die meisten Twitter-Nutzer:innen, Lauterbach und Reschke einig: Kein Trinkgeld zu geben, ist uncool:

Schließlich müssen sich Servicekräfte in der Gastro öfters nervige Sprüche anhören. Hier haben wir 23 davon aufgelistet, die Servicekräften absolut zum Hals heraushängen.

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