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„Zufall? Absicht?“: Tagesschau begrüßt Publikum erstmals genderneutral

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Von: Robert Wagner

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Screenshot der Tagesschau vom 17. April 2022. Zu sehen ist der Chefsprecher Jens Riewa.
Für viele Deutsche ein echter Überraschungsmoment: Die Tagesschau begrüßt ihr Publikum mit einer genderneutralen Anrede. © Screenshot/ARD

Überraschung am Samstagabend: Erstmals in Jahrzehnten begrüßte die Tagesschau ihre Zuschauer:innen genderneutral.

Viele Deutsche haben sich am vergangenen Samstagabend (16. April) gewundert: Seit Jahrzehnten werden die Deutschen in der abendlichen 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau mit derselben höflichen Formel begrüßt: „Guten Abend, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zur Tagesschau.“ Diesmal jedoch wagte Chefsprecher Jens Riewa etwas Neues und empfing seine Zuschauer:innen mit einem genderneutralen „Guten Abend und willkommen zur Tagesschau“. Für die Verhältnisse eines so altehrwürdigen Nachrichtenformats wie der Tagesschau eine echte Innovation, die in der Öffentlichkeit für Verwunderung sorgte.

Tagesschau behält klassische Anrede offenbar bei

Scheinbar war diese Begrüßung jedoch eine einmalige Sache, denn schon in der 20-Uhr-Ausgabe am darauffolgenden Sonntag (17. April) kehrte Jens Riewa zur klassischen Anrede mit „meine Damen und Herren“ zurück. Auch seine Kollegin Julia-Niharika Sen folgte in der Ausgabe vom Montagabend (18. April) dem klassischen Vorbild. Wie eine Sprecherin der ARD bereits im Juli 2021 gegenüber Watson bestätigte, habe man nicht vor, an der Anredeform in der Tagesschau etwas zu ändern. Offenbar hat sich daran nichts geändert.

Eine genderneutrale Anrede spricht auch Menschen an, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen. In Beiträgen auf Social-Media-Kanälen, mit denen vor allem junge Menschen angesprochen werden, gendert die Tagesschau schon länger. Andere Abendnachrichtenformate von ARD und ZDF wie die Tagesthemen und heute sind ebenfalls flexibler, was die Anrede des Publikums angeht.

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