Millennial fragt, was die Gen Z in ihrer Freizeit macht, und ist schockiert

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Von: Friederike Hilz

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Offenbar erlebt die Generation Z eine ganz andere Jugend als die Altersgruppe davor. Eine TikTokerin kommt zu einem klaren Schluss, wer die bessere Zeit hat.

Es versteht sich von selbst, dass Erwachsenwerden für jede Generation anders ist. Aber wie unterschiedlich sind unsere Erfahrungen wirklich? In unserem Quiz kannst du übrigens herausfinden, zu welcher Generation du gehörst.

Ashley Tea, 32 Jahre alt, Millennial und Content Creatorin, ist auf TikTok viral gegangen, weil sie die Antwort auf diese Frage für die Generation Z und die Millennials gesucht hat. Ashley hat die Gen Z gefragt, was sie gerne zum Spaß macht und die Antworten waren ziemlich aufschlussreich.

Im Hintergrund: Ein junger Mann sitzt mit einem Buch über dem Kopf auf einem Sofa. Im Vordergrund: Eine Frau spricht in ihr Handy.
Was machen Gen Z und Millenials in ihrer Freizeit? (Symbolbild) © Westend61/IMAGO

Mehr zum Thema: Bei der Rente zeigt die Gen Z den Millennials, wo es lang geht.

„Was macht ihr so zum Spaß?“

„Ich glaube wirklich, dass Millennials eine viel bessere Zeit hatten als die Gen Z. Ich durfte 2005 ein Emo-Kind sein. Ich konnte in die Clubs gehen, als Clubbing noch Clubbing war. Ich war 21 Jahre alt, als der Indie Sleaze Stil angesagt war, und ich habs geliebt, es war einfach eine sehr gute Zeit“, erzählt Ashley in ihrem Video. Deswegen erkennt man Millennials auch total leicht an den Klamotten.

„Du konntest während der Pandemie in den Club gehen? Das ist scheiße. Ihr tut mir echt voll Leid. Aber ich habe eine ernstgemeinte Frage an die Jugendlichen unter euch“, sagt Ashley. „Was macht ihr so zum Spaß?“, fragt sie in ihrem Video. „Was macht ihr, wo geht ihr hin? Sagen wir, es ist Freitag- oder Samstagabend. Geht ihr aus? Geht ihr in den Club, oder geht ihr zu Shows, gibt es jetzt nur noch Raves?“

„Und alles ist so teuer“, wundert sie sich, „früher bin ich in Bars und Restaurants gegangen, weil ich es mir leisten konnte. Ich habe in einem Restaurant gearbeitet und hing in Restaurants und Bars herum und habe wie verrückt getrunken.“ Kein Wunder, dass viele Dinge für uns heute Luxus sind, die früher ganz normal waren.

Hausparty statt Club, weil alles zu teuer ist?

„Was macht ihr denn so? Was macht ihr zum Spaß?“ fragt Ashley nochmal. Daraufhin haben Tausende Gen Zler geantwortet, wie sie ihre Zeit verbringen und die Antworten zeigen eine ganz andere Erfahrung, als Ashleys. Einige sagen zum Beispiel, dass sie einfach keinen Spaß haben: „Als 23-Jährige:r kann ich sagen, ich hab keinen Spaß. Hoffe, das ist hilfreich.“ Eine andere Person schreibt: „Manchmal sitze ich draußen, wenn ich Lust auf etwas Besonderes habe.“ Nur eins von vielen Dingen, die Millennials an der Gen Z nicht verstehen.

Andere nennen die steigenden Lebenshaltungskosten als Grund dafür, dass sie nicht mehr so oft ausgehen: „Es gibt fast keine Orte mehr, an denen man einfach zusammen existieren kann, ohne dass erwartet wird, dass man Geld ausgibt.“ Diese:r User:in fast es kurz und knapp zusammen: „Wir haben keinen Spaß, wir arbeiten nur. Kein Geld fürs Wochenende.“

Viele schreiben auch von der Pandemie, die der Gen Z offensichtlich für ein paar Jahre einen echten Dämpfer verpasst hat: „Ich bin im Hoch der Pandemie 21 geworden und äh ja, was mache ich zum Spaß? Ziemlich wenig.“ Hauspartys haben scheinbar die Clubs ersetzt, wie ein:e User:in erklärt: „Wir besuchen uns zu Hause und machen aus unseren Wohnungen Clubs. In eine Bar gehen, wird immer zur Enttäuschung.“ Und weißt du, was total viele Leute geschrieben haben? Sie häkeln zum Spaß. „Ich bin 23 und verrotte innerlich. Man kann nicht mehr so viel machen und alles ist zu teuer; also häkele ich und spiele Videospiele.“ Vielleicht steckt diese:r Nutzer:in in einer Quarterlife-Crisis?

Auch in Sachen Sex hat die Gen Z andere Ansprüche, als die Generationen vor ihr.

Weniger Zeit mit Freund:innen und keine Clubbesuche mehr

So düster einige dieser Kommentare auch erscheinen mögen, ergeben sie doch eine Menge Sinn. Laut einem Gutachten des Surgeon General der USA gibt etwa die Hälfte der Erwachsenen in den USA an, sich einsam zu fühlen, wobei die Einsamkeitsrate unter jungen Erwachsenen mit am höchsten ist. Außerdem wurde berichtet, dass die Zeit, die junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren persönlich mit Freund:innen verbringen, in den letzten zwei Jahrzehnten um 70 Prozent zurückgegangen ist. (Umso wichtiger, dass du die Anzeichen einer toxischen Freundschaft erkennst.) Wenn die Kommentare unter Ashleys Video nicht als realer Beweis für diese Daten dienen, dann weiß ich auch nicht.

Unsere Kolleg:innen von BuzzFeed US haben mit Ashley gesprochen. Sie erzählt, sie sei inspiriert worden, die Gen Z zu fragen, was sie gerne zum Spaß macht, nachdem sie mit ihrem Mann durch das alte Ausgehviertel ihrer Stadt gefahren sei. „Früher gab es dort viele Clubs, von denen alle bis auf einen in den letzten fünf Jahren zugemacht haben.“

„Uns ist klar geworden, dass die Nachtclubs, in die wir früher gegangen sind, jetzt nur noch für Veranstaltungen mit Eintrittskarten für bestimmte DJs geöffnet sind. Deswegen haben wir uns dann gefragt, was die Gen Z an einem Freitag- oder Samstagabend so macht. In Anbetracht der Tatsache, dass die Lockdowns für Teenies in einer so entscheidenden Zeit waren, ist uns klar geworden, dass sie ja ganz andere Erfahrungen gemacht haben als wir.“

Millenials sind mit MySpace, Tumblr und Emo aufgewachsen

Ashley ist als Millennial zum Großteil in Bars und Clubs erwachsen geworden. „Ich war ein Teenie in den späten 2000er Jahren und war ein launisches Emo/Szene-, MySpace- und dann Tumblr-Party-Tier, die sich Serien wie Skins UK angeschaut hat. In der Musik, die ich angehört habe, hat sich alles ums Feiern und Alkohol trinken gedreht.“ Bist du auch ein waschechtes 2000er-Kind? Dann bist du bei SingStar bestimmt richtig textsicher.

„Natürlich hat nicht jede:r dieselbe Erfahrung gemacht – ich habe viele Leute damals gekannt, die das nicht mitgemacht haben –, aber viele haben eben so eine Erfahrung gemacht und es war auch meine eigene. Wir haben unseren Vokuhila toupiert, Eyeliner und Converse getragen und sind rausgegangen, um zu trinken, zuerst spät in der Nacht in Parks und dann, als wir volljährig waren, in Clubs in der Innenstadt.“ Mittlerweile ist Betrinken out und „Sober Dance“ in.

Bei der Reaktion der Gen Z auf ihr Video, fielen Ashley zwei Dinge auf: Die Einstellung der jungen Leute zum Trinken und die Überwachung, der sie ausgesetzt sind, wenn sie in der Öffentlichkeit unterwegs sind. „Die Generation Z verherrlicht Alkohol scheinbar nicht so wie wir. Viele von ihnen haben kreative Hobbys oder erzählen, dass sie mit Freund:innen Zeit mit Online-Spielen verbringen – Dinge, die vor allem in den späten 2000er Jahren als super total nerdy also nicht ‚cool‘ galten.“

Pandemie und steigende Lebenshaltungskosten machen die Freizeitgestaltung schwieriger

„Es gibt immer jemanden, der etwas aufnimmt, und viele der Gen Z haben sich zur elterlichen Überwachung geäußert; ihre Eltern können ihre Handys verfolgen und wissen jederzeit, wo sie sind, das kann ich mir gar nicht vorstellen“, so Ashley. Was es in den 2000ern auch noch nicht gab: gefährliche TikTok-Trends. „Ich habe das Gefühl, dass wir viel mehr Freiheiten hatten als sie jetzt. Dieses chaotische Durcheinander hat so viel Spaß gemacht, weil es eben nur in diesem Moment wirklich existiert hat. Wir hatten Geschichten, klar, die wir mit nach Hause nehmen konnten, oder vielleicht ein paar Fotos, aber wir wurden nicht in dem Maße aufgezeichnet, wie es heute der Fall ist.“

Und dann ist da natürlich noch die Pandemie und die steigenden Lebenshaltungskosten: „Corona war wirklich ungerecht für uns alle, aber ich glaube, am ungerechtesten war es für die Jugendlichen. Sie tun mir echt leid, auch aus wirtschaftlicher Sicht. Viele der Gen Z sagen, dass sie es sich einfach nicht leisten können, sich zu amüsieren, was für mich eine Selbstverständlichkeit war.“ Und trotzdem sind die Ansprüche der Gen Z an die Arbeit goldrichtig.

„Ich habe in einem Restaurant gearbeitet und hatte immer noch genug Geld, um meine Grundbedürfnisse zu befriedigen und mir ‚Extras‘ wie Drinks im Club oder Outfits zum Ausgehen leisten zu können. Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und der allgemein erdrückenden Wirtschaftslage ist es schlimm, dass junge Menschen noch härter kämpfen müssen, um über die Runden zu kommen.“

Mehr zum Thema: Wie krass sich die Generationen unterscheiden, zeigt dieser Streit eines Boomer-Vaters mit seinem Sohn.

Die Generationen können viel voneinander lernen

Die Gen Z rasiert mit dem Edgar-Cut die toxische Männlichkeit, kein Wunder also, dass Ashley noch viel Hoffnung für die jüngere Generation hat. „Ich bin froh, dass die Gen Z ihre psychische Gesundheit ernster zu nehmen scheint und es ist cool zu wissen, dass kreative Hobbys im Kommen sind. Viele Gen Zler haben auch geschrieben, dass sie gerne Leute zu sich nachhause einladen oder Kickbacks erhalten. Das soll nicht heißen, dass sie alle allein in ihren Zimmern sitzen, pleite sind und häkeln und weinen – sie verbringen nur ihre Zeit nicht damit, ihr Geld zu sparen, um es jeden Freitag und Samstag für Alkohol auszugeben. Sie haben immer noch Spaß, es ist nur anders. Sie haben eine Menge Ausdauer und Kreativität, auch wenn sie das im Moment vielleicht nicht wirklich erkennen.“

Ashley sagt BuzzFeed US: „Ich denke, dass positive, generationenübergreifende Gespräche wie diese wichtig sind. Es macht Spaß, sich über andere Generationen lustig zu machen und ich freue mich über Videos, in denen wir Millennials für unsere schreckliche Modeauswahl oder unsere Art von Comedy geroastet werden.

Ich weiß, dass die Millennials auch gerne über Boomer herziehen. Aber jede Generation kann etwas von der anderen lernen: nicht nur die älteren Generationen, die den jüngeren etwas vorpredigen (diese Tipps sind trotzdem nicht mehr hilfreich), sondern auch die jüngeren Generationen, die ihr Wissen über eine sich ständig verändernde Welt weitergeben, wovon die älteren Generationen wirklich profitieren könnten.“ Trotzdem ist die Gen Z manchmal ein echter Albtraum für Arbeitgeber:innen, findet unsere Autorin.

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Der Originalpost von Shelby Heinrich erschien am 11.01.2024 zunächst auf buzzfeed.com. Du kannst ihn hier durchlesen.

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