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TikTok verbannt russische Inhalte, weil Putin Berichte über die Invasion verbietet

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Von: Leon Lobenberg

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Russische TikToker verbreiten Propaganda des Regimes
Nutzer:innen aus Russland können keine Inhalte mehr bei TikTok veröffentlichen © Screenshot TikTok/ picture alliance/dpa/PA Wire | Peter Byrne

TikTok reagiert auf das neue „Fake-News-Gesetz“ in Russland. Russische Nutzer:innen können seitdem nicht mehr auf der Plattform veröffentlichen.

Das soziale Netzwerk TikTok hat bekannt gegeben, dass Nutzer:innen in Russland künfitg keine neuen Inhalte und Livestreams in der App veröffentlichen können. Diese Entscheidung traf das Unternehmen „angesichts des russischen ‚Fake-News-Gesetzes‘“.

TikTok gab den Schritt am Sonntag bekannt - kurz nachdem der russische Präsident Wladimir Putin am Freitag ein Gesetz unterzeichnet hatte, das die Berichterstattung über die russische Invasion in der Ukraine kriminalisiert. Das Gesetz verbietet insbesondere, die russische Invasion als Invasion zu bezeichnen.

Daraufhin haben einige Nachrichtenmedien ihre Tätigkeit eingeschränkt, um ihre Mitarbeiter:innen vor möglichen Gefängnisstrafen zu schützen. TikTok prüft nun, wie das Gesetz auf seine Plattform angewendet werden könne.

TikTok verkündet Sperre von Inhalten aus Russland

„TikTok ist ein Ventil für Kreativität und Unterhaltung und kann eine Quelle der Zwischenmenschlichkeit in einer Zeit des Krieges sein. Eine Zeit, in der Menschen mit immensen Tragödien und Isolation konfrontiert sind“, so die Social-Media-App in einer Erklärung. „Unsere höchste Priorität ist jedoch die Sicherheit unserer Mitarbeiter:innen und Nutzer:innen. Angesichts des neuen russischen „Fake News“-Gesetzes haben wir keine andere Wahl, als Livestreaming und neue Inhalte für unseren Videodienst in Russland auszusetzen, während wir die Auswirkungen dieses Gesetzes auf die Sicherheit prüfen.“

Am Freitag wurden in Russland auch Facebook und Twitter gesperrt.

Soziale Plattformen spielen bei der Dokumentation der russischen Invasion und der weltweiten Reaktion darauf eine wichtige Rolle - oft geschieht das in Form von Memes. Forscher nutzten TikTok-Videos und Kommentare, um Truppenbewegungen aufzudecken. Journalisten in Russland haben über die App massive Proteste gegen die Invasion dokumentiert. Es wurden allerdings auch Fehlinformationen über TikTok verbreitet, zum Beispiel makabere Witze über den „Vladdy Daddy“ Putin und andere peinliche Inhalte. Wir sammeln solche Inhalte in unserem Fake-News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

TikTok: Schädliche und irreführende Inhalte sollen entfernt werden

TikTok will gegen die Verbreitung von Fehlinformationen vorgehen, indem das Unternehmen mit einem unabhängigen Faktenprüfungsdienst zusammenarbeitet. Inhalte, die „nicht bewiesen werden können, werden nicht in die Empfehlungen für den personalisierten Feed aufgenommen“, so TikTok.

„Wir haben unsere Methoden in Echtzeit weiterentwickelt, um schädliche Inhalte zu identifizieren und zu bekämpfen. Dazu gehören zusätzliche Maßnahmen, um Livestreams zu entdecken, die irreführende Inhalte verbreiten“, so das Unternehmen weiter. „Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, Beeinflussungsversuche auf unserer Plattform zu verhindern, zu erkennen und abzuschrecken. Darüber hinaus helfen uns unsere Systeme dabei, nicht authentische Konten oder andere damit verbundene Aktivitäten auf TikTok zu identifizieren, zu blockieren und zu entfernen.“

TikTok werde „in den kommenden Tagen“ auch Inhalte kennzeichnen, die von staatlich kontrollierten Medienkonten stammen. Die Reichweite der vom Kreml unterstützten Medien RT und Sputnik ist seit der russischen Invasion stark eingeschränkt worden. Die Europäische Union hat die Sender im Rahmen ihrer Sanktionen wegen der Verbreitung von Fehlinformationen verboten. Russland begründet daraufhin die Sperrung von Facebook und Twitter mit der angeblichen „Diskriminierung“ der Sender.

Dieser Artikel von Krystie Lee Yandoli ist am 07.03.2022 erschienen und wurde von Leon Lobenberg aus dem Englischen übersetzt.

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