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Timothée Chalamet musste seit 7 Jahren nicht mehr vorsprechen – Vitamin B sei dank?

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Timothée Chalamet soll ein Beispiel für Vetternwirtschaft sein. Bekommt er in Hollywood eine Art Spezialbehandlung?

Kürzlich hat Timothée Chalamets Manager das Gerücht bestritten, dass Chalamet beim Casting für die Hauptrolle in „Gladiator 2“ vorgesprochen hat.

Das Gerücht kam in Umlauf, nachdem Deadline darüber berichtet hatte, dass „Normal People“-Star Paul Mescal in Ridley Scotts Sequel mitspielen würde. Laut unbestätigten Quellen sollten auch Austin Butler, Miles Teller und Timothée Chalamet zu den Anwärtern auf die Rolle gehören.

Timothée Chalamet soll seit sieben Jahren nicht mehr vorgesprochen haben

Chamalets Manager, Brian Swardstrom, meldete sich jedoch schnell zu Wort, um die Gerüchte zu widerlegen. „Ich weiß, dass einer dieser Schauspieler in den vergangenen Monaten einen Film im Nahen Osten gedreht hat – und er [Chamalet] hat seit mehr als sieben Jahren für nichts mehr vorgesprochen“, twitterte Swardstrom.

Chalamets Familie soll ihm Beziehungen in Hollywood verschaffen

Brians Tweet löste gemischte Reaktionen bei den Fans aus, die zum Teil Chalamets Verbindungen zur Industrie infrage stellten. Der Onkel des 27-Jährigen ist der Regisseur Rodman Flender und sein Großvater mütterlicherseits war der Schriftsteller und Drehbuchautor Harold Flender.

Chalamets Mutter, Nicole Flender, ist ebenfalls Schauspielerin und bekannt durch ihre Rollen in den Filmen „The Bird Watcher“ und „In The Heat Of Passion – Mord aus Leidenschaft“.

Angesichts der Tatsache, dass Chalamet – der 2017 durch seine Rolle in dem Film „Call Me By Your Name“ an der Seite von Armie Hammer berühmt wurde – und seine Schwester Pauline Chalamet beide renommierte Schauspieler:innen sind, fragten sich einige Leute, ob ihr Erfolg in der Branche teilweise auf ihre familiären Verbindungen zurückzuführen ist.

Thimothée und Pauline Chalamet, posieren zusammen in schwarzen Outfits auf dem roten Teppich.
Thimothée und Pauline Chalamet © Kevin Sullivan / ZUMA Wire / Imago

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Einige Fans finden dieses Privileg nicht bewundernswert

Dass Chalamet seit sieben Jahren an keinem Casting mehr teilgenommen hat, sei ein Beweis für seine privilegierte Position in der Hollywood-Branche, argumentierten einige Fans. „Sein Manager sagt, dass er sieben Jahre lang nicht vorgesprochen hat, als ob das eine Errungenschaft wäre, auf die man stolz sein kann“, twitterte eine Person. Eine andere Person antwortete: „Das ist nicht der Flex, für die du es hältst.“

„Hollywood gibt ihm eine Sonderbehandlung. Chalamet ist ein Nepo-Baby. Viele Leute wissen das nicht, aber er hat einen Onkel in der Branche, der ihm viele Türen öffnet“, schrieb jemand. [Anm. der Red.: Der Begriff „Nepo-Baby“ wurde auf Social Media geboren und leitet sich von „Nepotism“ (Vetternwirtschaft) ab. Er bezeichnet Promi-Kids, die durch ihre berühmten Verwandten profitieren]

Fans diskutieren über die Wichtigkeit von Beziehungen in Hollywood

„Es ist schon verrückt, was für eine Star-Power man bekommt, wenn man dieses Level erreicht“, sagte eine weitere Person. In diesem Zusammenhang begannen immer mehr Fans darüber zu diskutieren, dass immer mehr Schauspieler:innen für Rollen aufgrund von „Networking und Beziehungen“ und nicht nur aufgrund ihres Talents für Rollen ausgewählt werden.

„Das ist der Grund, warum Filme heute so schlecht sind. Schauspieler:innen werden für Rollen genommen, weil sie Beziehungen haben, anstatt dass sich die Zeit genommen wird, durch Vorsprechen herauszufinden, wer am talentiertesten ist“, twitterte eine weitere Person.

Timothée Chalamet in blauem Jeansanzug und weißem Hemd bei der Filmpremiere von „Dune“.
Hat Timothée Chalamet Erfolg durch Familienbeziehungen? © Serge Arnal / Starface / Imago

Auch weiße Privilegien spielen eine Rolle

„Es wird echt nötig, dass Gespräche über weiße Privilegien geführt werden, aber dass Timothée Chalamet nicht für Rollen vorspricht, gehört nicht dazu. Das liegt an dem Stand seiner Karriere – er ist nicht der erste Schauspieler, der sich in dieser Situation befindet, und er wird nicht der letzte sein“, sagte eine weitere Person.

Andere diskutierten über die Art und Weise, wie Schauspieler:innen aus Randgruppen oft nicht die gleichen Chancen erhalten, obwohl sie vielleicht genauso talentiert sind.

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„Die Tatsache, dass Schwarze und Schauspieler:innen of Color, die mehr als 20 Jahre Erfahrung haben, immer noch vorsprechen, aber er nicht, weil er der ‚It-Guy‘ ist, sollte in der Diskussion über weiße Privilegien zur Sprache gebracht werden. Er hat nämlich noch nicht den Status ‚Jeder Film, in dem ich die Hauptrolle gespielt habe, hat Gewinn gemacht‘ erreicht“, schrieb eine Person.

„Vor sieben Jahren war er weit von seinem Durchbruch entfernt. Lupita, Octavia oder Regina King haben alle darüber gesprochen, dass sie, obwohl ihnen ein Jahrzehnt Anerkennung durch Kritiker:innen zukam, vorsprechen müssen (und das zu Recht). Man spricht vor, um zu beweisen, dass man die nötige Bandbreite für die Rolle hat. Chamalets Karriere ist viel zu jung, um das ohne Vorsprechen zu bestätigen“, fügte sie hinzu.

Twitter-Nutzer:innen verteidigten Chamalets Talent

Mehrere Twitter-Nutzer:innen verteidigten Chamalet jedoch, indem sie anmerkten, dass seine Beziehungen ihm zwar zum Durchbruch in der Branche verholfen haben, sein Talent ihm aber letztlich den Erfolg beschert hat. Und dass er immer alles für seine Rollen gibt, wie er es in „Don‘t Look Up“ getan hat, ist bekannt, oder?

Als Reaktion auf einen Tweet, in dem Chalamet als „bekanntes Nepo-Baby“ bezeichnet wurde, was andeutet, dass seine Beziehungen in der Branche der Grund dafür sind, dass er Rollen bekommt, ohne vorzusprechen, antwortete eine Person: „Selbst wenn das stimmt, bekommt Chet Hanks nicht jede Rolle, die er will, nur weil er Tom Hanks Sohn ist. Es gibt einen ‚It‘-Faktor, den man braucht, um dieses Niveau zu erreichen, unabhängig davon, wer seine Eltern sind.“

„Es liegt nicht an dem weißen Privileg, dass einer der gefragtesten Schauspieler nicht zum Vorsprechen gehen muss. Bitte nehmt das ernst – niemand bestreitet, dass weiße Privilegien existieren, aber du kannst ein Gespräch um einen einzigen Schauspieler nicht in diese Richtung drehen“, schrieb eine weitere Person.

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Autorin dieses Textes ist Leyla Mohammed. Der Artikel erschien am 9. Januar 2023 auf buzzfeednews.com. Aus dem Englischen übersetzt von Lea Samira Maier.

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