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Twitter-Ticker: Elon Musk plant blaue, goldene und graue Haken

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Von: Jana Stäbener

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Seit Elon Musk Twitter gekauft hat, geht es dort drunter und drüber. BuzzFeed News hält dich auf dem neusten Stand.

Seit Elon Musk Twitter Ende Oktober gekauft hat, herrscht im Unternehmen absolutes Chaos. Er twitterte eine Verschwörungstheorie, er entließ das halbe Unternehmen, er bat laut Business Insider einige dieser Leute zurückzukommen, er führte die bezahlte Verifizierung mit blauem Haken auf Twitter ein und sorgte damit für eine Menge Scherz-Accounts. Musk führte laut Verge eine neue graue „Offizielle“-Kennzeichnung ein, entfernte sie und brachte sie dann wieder zurück. Dann verbot er Scherz-Accounts, die sich über ihn lustig machten.

Oh, und er feuerte Leute, die ihn kritisiert haben, entweder auf Twitter oder in einem unternehmenseigenen Gruppenchat. Du siehst: alles ziemlich viel DRAMA. Da kann es anstrengend sein, auf dem Laufenden zu bleiben. Um es dir einfach zu machen, aktualisieren wir diesen Twitter-Ticker mit allen neusten News zu Elon Musks Twitter-Drama.

Montag, 28. November: Musk plant blaue, goldene und graue Verifikationshaken

Wie Business Insider berichtet, sollen bei Twitter diese Woche erstmals mehrfarbige Haken zur Verifizierung vergeben werden. Dies ist dann der zweite Versuch, ein Bezahlmodell für die Verifikation einzuführen. Zuerst sollen nur einzelne Accounts die Haken kaufen können – also eine Art Probelauf. Doch welche Farbe steht wofür? Hier die drei Haken-Farben und ihre Bedeutung:

Donnerstag, 24. November: Elon Musk fragt, ob er alle gesperrten Accounts wieder freigeben soll

Elon Musk postete am Mittwochabend, 23. November eine Umfrage, in der Twitter-Nutzer:innen über die Freischaltung gesperrter Accounts abstimmen konnten. „Soll Twitter eine ‚Generalamnestie‘ auf alle gesperrten Accounts anwenden, wenn diese nicht das Gesetz gebrochen haben oder Spam-Nachrichten verbreiteten?“, fragte er in seinem Tweet.

Noch bis Donnerstagabend kann man als Twitter-Nutzer:in mit „Ja“ oder „Nein“ auf diese Frage antworten. Wer am Morgen des 24. Novembers abstimmt, sieht das vorläufige Ergebnis: 72 Prozent sind bisher für die „Generalamnestie“. Dem Wirtschaftsmagazin Forbes zufolge gingen innerhalb der ersten 45 Minuten mehr als 700.000 Stimmen ein. Am Donnerstagmorgen waren es mehr als 2,5 Millionen. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kommt der Dienst auf mehr als 230 Millionen täglich aktive Nutzer:innen.

Dienstag, 22. November: Gibt es in Zukunft mehrere bunte Haken bei Twitter?

Twitter-Chef Elon Musk will den Kauf der begehrten Verifikations-Haken erst wieder ermöglichen, wenn die Fälschung von Accounts „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ vermieden werden kann (siehe Tweet unten). Außerdem würden Twitter-Profile von Organisationen und Einzelpersonen künftig voraussichtlich Haken in verschiedenen Farben bekommen, kündigte Musk in der Nacht zu Dienstag per Tweet an. Nähere Details nannte er nicht.

Laut dpa legten einige Nutzer:innen mit gekauften Haken glaubwürdig wirkende Fake-Accounts an – etwa für Basketball-Star LeBron James, die Spielefirma Nintendo und Ex-US-Präsident Donald Trump. Der Pharmakonzern Eli Lilly sah sich zu einer Entschuldigung bei Twitter-Nutzer:innen gezwungen, die ein Fake-Account glauben gemacht hatte, Insulin werde künftig kostenlos vertrieben. Ein angeblich verifizierter Fake-Account des Fruchthändlers Chiquita verkündete, die brasilianische Regierung gestürzt zu haben. Nach wenigen Tagen schaltete Twitter die Funktion schließlich wieder ab.

Montag, 21. November: Donald Trump ist zurück auf Twitter

Der ehemalige Präsident Donald Trump, der schon mit so einigen absurden Tweets um die Ecke kam, darf wieder auf Twitter posten, kündigte Elon Musk am Samstagabend, 19. November an. Die Entscheidung ist das Ergebnis einer Twitter-Umfrage, die Musk früher am Tag geteilt hatte. Die Umfrage war ein knapper Sieg für „Ja“ mit 51,8 Prozent der 15 Millionen Stimmen. Trumps Twitter-Account war seit Samstagabend wieder online – seitdem hat er (Stand Montagvormittag, 19. November) keine neuen Tweets veröffentlicht.

Trump wurde nach den Unruhen vom 6. Januar 2021 auf dem Kapitol von Twitter suspendiert. Seitdem postete Trump auf seinem eigenen Netzwerk „Truth Social“. Damals erklärte Twitter die Entscheidung in einem Blogbeitrag: „Nach eingehender Prüfung der jüngsten Tweets des @realDonaldTrump-Kontos und deren Kontext – insbesondere, wie sie auf und außerhalb von Twitter empfangen und interpretiert werden – haben wir die Tweets wegen der Gefahr einer weiteren Aufstachelung zur Gewalt dauerhaft ausgesetzt.“

Musk sagte, dass er wichtige Entscheidungen bezüglich Twitter-Profilen (wie diese) von einem Sonderausschuss treffen lassen würde. Ähnlich wie das Facebook Oversight Committee, das dafür gestimmt hat, Trumps Verbot von Facebook und Instagram aufrechtzuerhalten. Am Sonntag, 20. November, postete er zusätzlich ein anzügliches Meme mit dem Titel „Führe uns nicht in Versuchung“. Zu sehen sind darauf eine nackte Frau mit Twitter-Logo auf dem Hintern und ein Mönch (alias Donald Trump).

Donald Trump Twitter Meme
„Und führe uns nicht in Versuchung“, untertitelt Tesla- und Twitter-Chef Elon Musk dieses Meme. Es bezieht sich auf Donald Trump, der seit Samstag wieder bei Twitter posten darf. © Screenshot Twitter @elonmusk

Donnerstag, 17. November: Twitter Blue abgeschafft

Leute mit Scherznamen können sie nicht mehr ändern. BuzzFeed News US berichtet, dass Menschen, die ihre Namen in Dinge wie „Spicy Chicken Sandwich“ und „GIANT PENIS (Parody)“ geändert haben, aufgrund von Musks Änderungen am Verifizierungssystem nun auf diesen Namen sitzen bleiben werden.

Die alte Version von Twitter Blue wird endlich abgeschafft. Abonnent:innen der älteren Version von Twitter Blue, die im vergangenen Frühjahr zum Preis von etwa 2,89 Euro pro Monat auf den Markt kam, wurden benachrichtigt, dass die alten Abonnements zum Ende dieses Monats auslaufen werden. Sie werde sich dann für die neue Option anmelden können.

Screenshot: Twitter erklärt, dass das Angebot „Twitter Blue“ von einer neuen Variante am Ende des Monats abgelöst wird.
Twitter Blue wird abgeschafft. Was wohl als nächstes kommt? © BuzzFeed News US

Die New York Times berichtet über SpaceX-Mitarbeiter, die etwas Altbekanntes erlebt haben: Vergeltungsmaßnahmen für ihre Kritik an Musk. Neun Mitarbeiter:innen wurden im Sommer im Zusammenhang mit einem offenen Brief entlassen, in dem sie Musks „schädliches Verhalten auf Twitter“ anprangerten – insbesondere, dass er laut Insider dafür gezahlt hatte, eine Klage wegen sexueller Belästigung gegen ihn im Jahr 2018 loszuwerden. Am Mittwoch, 16. November, wurde im Namen von acht dieser Beschäftigten Klage bei dem National Labor Relations Board eingereicht.

Mittwoch, 16. November: Mitarbeiter:innen bei Twitter bekommen Ultimatum

Elon Musk stellt den Mitarbeiter:innen von Twitter ein Ultimatum. In einer E-Mail an die verbleibenden Angestellten schreibt er, dass Twitter-Angestellte bereit sein müssten, lange und „hart“ zu arbeiten. Wenn nicht, könnten sie eine Abfindung nehmen und gehen. Um ihren Job zu behalten, mussten die Mitarbeiter in einem Formular, das in der E-Mail verlinkt war, auf „Ja“ klicken.

Musk sagt, er wolle bald einen Nachfolger für den CEO finden. Das berichtete CNBC. Am Mittwoch war Musk zu einer Anhörung im Zusammenhang mit dem Tesla-Konzern vor dem Delaware Chancery Court erschienen (ein:e Aktionär:in hatte behauptet, seine Managergehälter seien „überhöht“). Während seiner Aussage sagte er: „Ich gehe davon aus, dass ich meine Zeit bei Twitter verringern und mit der Zeit jemand anderen finden werde, der Twitter leitet.“

Derzeit ist Musk CEO von drei verschiedenen Unternehmen. Eins ist sicher: Der ehemalige T-Mobile-CEO John Legere wird nicht der neue Twitter-Chef sein. Der twitterte „Hi Elon, vielleicht sollte ich Twitter managen. Du musst dich nicht mehr um die alltäglichen Geschäfte, Content-Moderation und die entsprechende Technologie kümmern. Überlass jemand anderem ‚die Verantwortung‘ für Twitter. Ich bin teuer, aber das war Twitter ja auch. (P.S.: Sei bitte mit deinen Tweets ein Vorbild).“ Musks Antwort darauf war eindeutig: „Nein“.

Autorin ist Katie Notopoulus. Der Artikel erschien am 17. November 2022 auf buzzfeednews.com und hier. Aus dem Englischen übersetzt von Friederike Hilz und Jana Stäbener. Der Artikel wurde außerdem mit Updates von Jana Stäbener ergänzt.

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