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„Widerlich, was ihr da macht“: Polizei Berlin bekommt Shitstorm wegen Tweet über Vergewaltigungen

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Von: Jana Stäbener

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Die Polizei Berlin bekommt scharfe Kritik auf Twitter, weil sie sich über einen Notruf wegen vermeintlicher sexueller Gewalt lustig macht.
Die Polizei Berlin bekommt scharfe Kritik auf Twitter, weil sie sich über einen Notruf wegen vermeintlicher sexueller Gewalt lustig macht. © Paul Zinken/dpa/Screenshot Polizei Berlin Twitter

Die Polizei Berlin macht sich auf Twitter über einen überflüssigen Notruf wegen sexueller Belästigung lustig. Das ist „unterirdisch“, finden einige.

Am ersten Tag des neuen Jahres sorgte nicht nur Verteidigungsministerin Christine Lambrecht für einen Shitstorm, weil sie mit krachenden Silvester-Böllern im Hintergrund über den Ukraine-Krieg sprach. Wir haben neun Twitter-Reaktionen auf Lambrecht gesammelt, die in ihrer Neujahresansprache wohl den Schuss nicht gehört hat. Auch die Polizei Berlin musste sich wegen eines Tweets massiver Kritik stellen. Der Vorwurf: Der Tweet verharmlose Vergewaltigungen.

Polizei Berlin postet geschmacklosen Witz über Notruf wegen sexueller Belästigung

Am 1. Januar 2023 macht sich die Polizei Berlin (@PolizeiBerlin_E) noch in der Silvesternacht über einen Notruf wegen sexueller Belästigung lustig (siehe unten). Der Vorfall habe sich laut der Beamt:innen jedoch als einvernehmlich herausgestellt. „Ein Mann hat in Friedrichshain eine Frau in einen Hausflur gezogen und sie dabei an Po und Brüsten berührt. Es stellte sich heraus, es kam ihr nicht ungelegen“, heißt es im Tweet. Genauso „geschmacklos“ wie Jocye Ilgs Witz über K.O.-Tropfen, finden Twitter-User:innen.

Der Tweet (der am 2. Januar, 11:30 Uhr, immer noch online ist) sollte ein Witz sein, rechtfertigte sich die Polizei Berlin später. Man habe nur darauf hinweisen wollen, dass es auch einvernehmlichen Körperkontakt gebe und der Notruf ein Fehlalarm gewesen sei.

„Wenn der Tweet missverständlich ist, bitten wir um Entschuldigung. Die Anruferin war aufmerksam, hat uns alarmiert und wir sind ihrem Notruf sofort gefolgt. Situation vor Ort: Ein Pärchen hatte einvernehmlich Körperkontakt. #sowasgibts“, twittert die Polizei am Nachmittag (siehe unten).

Kritik an Polizei Berlin: „Tweet ist nicht missverständlich, sondern absolut unterirdisch“

Für viele Menschen ist das jedoch keine Entschuldigung. Gewalt gegen Frauen sei schließlich real und ein Grund, warum diese TikTokerin sogar einen Club nur für Frauen gründete. „Hat Andrew Tate den Tweet geschrieben?“, fragt ein User die Polizei und spielt damit auf die frauenverachtenden Aussagen des Influencers Tate an, der von Greta Thunberg kürzlich in die Pfanne gehauen wurde.

Die Autorin Kathrin Weßling twittert: „Der Tweet ist nicht missverständlich, sondern absolut unterirdisch, wenn das euer Humor ist – gute Nacht“. Ein anderer User schreibt: „Widerlich, was ihr da macht“. Andere sind sich einig, dass die Polizei diesen „Mist“ doch einfach löschen sollte, denn er befördere und normalisiere „Rape Culture“.

Außerdem sei eine Entschuldigung, die mit „wenn“ beginne, keine Entschuldigung, schreibt eine Person. Eine andere sieht das ähnlich. Sie nutzt das Wort, um der Polizei einen gut gemeinten Ratschlag zu geben: „Wenn ihr wissen wollt, warum Frauen sich bei Belästigung, Gewalt und Vergewaltigung nicht an euch wenden: Lest noch einmal eure Tweets.“

Mehr zum Thema sexuelle Gewalt? Hier schreibt unsere Autorin darüber, warum das Urteil „Depp gegen Heard“ so brutal ist.

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