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Video: Sanktionen treffen Menschen in Russland - sie stehen vor leeren Regalen und geschlossenen Läden

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Von: Robert Wagner

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Eine Mutter geht mit ihrem Kind durch ein Einkaufszentrum in St. Petersburg.
Eine Mutter geht mit ihrem Kind durch ein Einkaufszentrum in St. Petersburg. Viele Marken haben ihr Russland-Geschäft eingestellt. Das merken auch die Menschen dort. © dpa

Die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland haben spürbare Auswirkungen auf die russische Bevölkerung. Ein Video des Wall Street Journals zeigt, wie der Alltag aussieht.

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat etwas geschafft, das kaum noch jemand für möglich hielt und womit der russische Präsident Wladimir Putin offenbar nicht gerechnet hat: Der Westen tritt so geschlossen auf, wie lange nicht mehr und beantwortete die russische Aggression mit einem nie dagewesenen Paket an Wirtschaftssanktionen. Die haben zur Folge, dass sich mittlerweile über 600 westliche Unternehmen aus Russland zurückgezogen haben.* Die Sanktionen machen eine Fortführung des Geschäftsbetriebes praktisch unmöglich oder zumindest unrentabel.

Hunderte Unternehmen beenden ihre Geschäfte in Russland überdies aus freien Stücken, also unabhängig von den Sanktionen. Der öffentliche Druck ist einfach zu groß, der Image-Schaden droht größer zu werden als die wirtschaftlichen Verluste. „Jede Firma hat die moralische Verpflichtung, Russland zu verlassen, egal was es kostet“, sagt der ehemalige Investor Bill Browder gegenüber der New York Times. In Putins Russland zu bleiben, sei wie „Geschäfte mit Nazi-Deutschland“ zu machen, so Browder, der einst den größten ausländischen Investmentfonds in Russland leitete und 2005 von Russland offizielle zum Staatsfeind erklärt wurde.

Ukraine-Krieg: Sanktionen gegen Russland zeigen deutliche Wirkung

Ein Videobericht des Wall Street Journal zeigt sehr eindrücklich, wie sich dieser Rückzug westlicher Unternehmen auf den Alltag der Menschen in Russland auswirkt. Die Russ:innen stehen vor leeren Regalen, verschlossene Läden und verwaiste Einkaufszentren dominieren das Straßenbild Moskaus. Russland ist inzwischen zu großen Teilen von der Weltwirtschaft abgekoppelt.

Der westliche Komfort, der seit den 1990er Jahren zumindest in den Metropolen Einzug gehalten hat, ist deutlich geschwunden. Wie sehr man sich daran gewöhnt hatte, zeigte sich Anfang März in den IKEA-Filialen des Landes. Als der schwedische Konzern ankündigte, sich aus Russland zurückzuziehen, wurden seine 17 Filialen regelrecht überrannt. Die Menschen wollten noch ein letztes Mal dort einkaufen.

Sanktionen aufgrund des Ukraine-Kriegs führen noch nicht zu breiter Unzufriedenheit in Russland

Die ausländischen Unternehmen, die in Massen das Land verlassen, sind auch wichtige Arbeitgeber:innen in Russland. Tausende haben ihren Arbeitsplatz bereits verloren, anderen, die etwa für Zulieferer:innen arbeiten, droht die Arbeitslosigkeit. Die meisten Unternehmen, so das Wall Street Journal, wollen weiterhin die Gehälter für ihr russisches Personal zahlen, allerdings ist nicht klar, wie lange das noch möglich ist.

Trotz dieser massiven wirtschaftlichen Auswirkungen ist kein breiter gesellschaftlicher Protest zu beobachten, im Gegenteil. Eine Umfrage des einzigen vom Kreml unabhängigen Meinungsforschungsinstituts (Lewada-Zentrum) ergab jüngst eine Zustimmungsrate für Putins Politik von 83 Prozent. Wie zuverlässig solche Umfragen in einem Land wie Russland sind, ist unklar. Aber vieles deutet darauf hin, dass Putins Rückhalt im Ukraine-Krieg wächst und die Kreml-Propaganda ihre Wirkung entfaltet.* *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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