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„Ist das zu viel verlangt?“: Ukrainischer Präsident Selenskyj fordert mehr Unterstützung von den USA

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US-Präsident Joe Biden (links) und der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj.
US-Präsident Joe Biden (links) und der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj. © dpa/Collage

Der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj forderte in einer Videoansprache am Mittwoch mehr Einsatz von den USA im Ukraine-Krieg.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj appellierte am Mittwochmorgen direkt an den US-Gesetzgeber, eine Flugverbotszone zu genehmigen, um die russischen Bombardierungen seines Landes zu stoppen, und zudem weitere Maßnahmen zu ergreifen, "um die russische Invasion in der Ukraine zu stoppen".

"Ich fordere Sie auf, mehr zu tun", sagte Selenskyj, der sich per Livestream aus der belagerten Hauptstadt Kiew meldete. Er verlangte umfassende Sanktionen gegen alle russischen Politiker, die in ihren Ämtern bleiben, ohne die Invasion in der Ukraine zu verurteilen. Außerdem forderte Selenskyj weitere Hilfspakete und den vollständigen Rückzug aller amerikanischen Unternehmen aus Russland.

„Alle amerikanischen Unternehmen müssen Russland und den dortigen Markt sofort verlassen, denn er ist mit unserem Blut geflutet“, sagte der ukrainische Präsident. Insbesondere die Flugverbotszone, so Selenskyj, könne sofort Leben retten. Die USA und andere westliche Führer haben sich dieser Idee weitgehend hartnäckig widersetzt, weil sie dadurch womöglich in einen direkten Konflikt mit Russland geraten könnten. Daher schlug Selenskyj eine Alternative vor: die Ausstattung der Ukraine mit Militärflugzeugen, um sich gegen russische Luftangriffe zu verteidigen. „Ist das zu viel verlangt? Eine humanitäre Flugverbotszone, damit Russland unsere Städte nicht mehr terrorisieren kann?“

Ukraine-Krieg: Selenskyj plädiert für ein neues internationales Abkommen der Weltmächte

Im Rahmen seiner Bitte um Hilfe wies Selenskyj auf die Notwendigkeit eines neuen internationalen Abkommens zwischen den Weltmächten hin, um bei der Bewältigung von Krisen - von Kriegen über Naturkatastrophen bis hin zu Pandemien - effizienter zusammenzuarbeiten. „Die Kriege der Vergangenheit haben unsere Vorgänger dazu veranlasst, Institutionen zur Kriegsvermeidung zu schaffen, aber leider funktionieren sie nicht.“

Stattdessen rief er zu einer „Union verantwortungsbewusster Länder“ auf, zu der auch die USA gehören sollen. Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, „den Konflikt sofort zu beenden“, indem etwa innerhalb von 24 Stunden finanzielle Sanktionen erlassen werden können sowie militärische und humanitäre Hilfe möglich sind.

Am Ende seiner Rede zeigte Selenskyj ein Video, in dem Bilder der Ukraine vor und nach der Invasion und den russischen Raketenangriffen gezeigt wurden, darunter auch Bilder von verletzten Zivilisten. Nach Angaben der Vereinten Nationen für Menschenrechte wurden im Ukraine-Krieg bisher mindestens 600 Zivilisten getötet, darunter auch ein US-amerikanischer Journalist. Es gibt Hinweise darauf, dass die russischen Truppen möglicherweise absichtlich Zivilisten und Journalisten ins Visier nehmen, obwohl Russlands Präsident Wladimir Putin Selenskyj zugesichert hatte, dass die Ukrainer:innen über vereinbarte Routen evakuiert werden können.

Ukraine-Krieg: Mehr als drei Millionen Menschen sind bisher geflohen

Nach Angaben der internationalen Organisation für Migration sind seit Beginn des Krieges im vergangenen Monat mehr als drei Millionen Menschen auf der Suche nach Zuflucht aus der Ukraine geflohen. Selenskyj schloss seine Ansprache auf Englisch, indem er den US-Gesetzgebern erklärte, dass es beim Kampf um die Ukraine um mehr als nur ein Land gehe, und sie an die Verantwortung einer Weltmacht erinnerte.

„Die Führung der Welt zu sein bedeutet, die Führung des Friedens zu sein. Der Frieden in Ihrem Land hängt nicht mehr nur von Ihnen und Ihrem Volk ab. Er hängt von denen ab, die neben Ihnen stehen, und von denen, die stark sind“, sagte er. „Als Führer meiner Nation wende ich mich an Präsident Biden: Sie sind der Führer der Nation, Ihrer großen Nation. Ich wünsche Ihnen, dass Sie der Führer der Welt sind. Der Führer der Welt zu sein bedeutet, der Führer des Friedens zu sein“.

Autorin dieses Textes ist Buzzfeed-US-Reporterin Nidhi Prakash. Er erschien am 16. März auf Buzzfeed News USA und wurde aus dem Englischen übersetzt.

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