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Abtreibungsbeschränkungen führen zu Anstieg der Selbstmordrate bei jungen Frauen

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Von: Johanna Soll

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Junge Frauen in den USA, die für das Recht auf Abtreibung demonstrieren
Junge Frauen in den USA, die für das Recht auf Abtreibung demonstrieren © Paul Weaver/dpa

Eine US-Studie zeigt, wird der Zugang zu Abtreibungen beschränkt, steigt die Suizidrate bei jungen Frauen. Der Untersuchungszeitraum liegt vor dem Anti-Abtreibungsurteil.

Philadelphia – In über einem Viertel der 50 US-Bundesstaaten sind Abtreibungen nzwischen verboten. Einer am Mittwoch (28. Dezember) veröffentlichten US-Studie zufolge ist der eingeschränkte Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen mit einem erhöhten Selbstmordrisiko bei jungen Frauen verbunden, die Frankfurter Rundschau berichtet. Die Studie wurde von vier Fachleuten des Children‘s Hospital of Philadelphia und der University of Pennsylvania durchgeführt und in der Zeitschrift JAMA Psychiatry veröffentlicht.

Ende Juni hatte der Supreme Court, der Oberste Gerichtshof der USA, das Grundsatzurteil zum Abtreibungsrecht Roe v. Wade aufgehoben und damit über die Landesgrenzen hinaus für Entsetzen gesorgt. Anschließen haben viele Bundesstaaten, gemäß ihrer neuen Befugnisse, das Abtreibungsrecht eingeschränkt beziehungsweise Schwangerschaftsabbrüche sogar komplett verboten. Rund zwei Drittel der Menschen in den USA befürworten das Recht auf Abtreibung und das Urteil des Supreme Courts hat maßgeblich zu den Wahlerfolgen der Demokraten bei den Midterm-Wahlen beigetragen.

Abtreibungsrecht wurde bereits vor Anti-Abtreibungsurteil eingeschränkt

Die Studie indes basiert auf Daten der einzelnen US-Bundesstaaten von 1974 bis 2016. In diesem Zeitraum haben 21 Bundesstaaten Abtreibungen gesetzlich beschränkt. Dies war bereits vor dem höchst umstrittenen Verfassungsgerichtsurteil Dobbs v. Jackson Women‘s Health Organization möglich, etwa indem unsinnige baurechtliche Bestimmung für Abtreibungskliniken erlassen wurden. Derartige rechtliche Hürden führten dazu, dass in entsprechenden Bundesstaaten viele medizinischen Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, schließen mussten.

Die Forscher:innen untersuchten Selbstmordraten vor und nach dem Inkrafttreten dieser Gesetze und stellten fest, dass die Einschränkung des Abtreibungsrechts bei Frauen zu einem signifikanten Anstieg der Selbstmordrate führt – und zwar nur bei jüngeren Frauen.

Selbstmordrate steigt nur bei jungen, nicht bei älteren Frauen

Die jährliche Suizidrate während des Untersuchungszeitraumes betrug bei Frauen zwischen 20 bis 34 Jahren 1,4 bis 25,6 pro 100.000. Bei Frauen im Alter von 45 bis 64 Jahren lag die Selbstmordrate in der Zeit bei 2,7 bis 33,2 pro 100.000. Die durchschnittliche Suizidrate, wenn keine abtreibungsbeschränkenden Gesetze erlassen wurden, lag durchschnittlich bei den 20- bis 34-jährigen Frauen bei 5,5 pro 100.000. Wurden derartige Gesetze erlassen, erhöhte sich die Rate um durchschnittlich 5,81 Prozent – nicht jedoch bei den älteren Frauen.

Andere Faktoren wie die wirtschaftliche Entwicklung und das politische Klima wurden untersucht und wirkten sich nicht in signifikanter Weise auf die Selbstmordrate junger Frauen aus. (Johanna Soll)

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