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Warum der „Veganuary“ der Beginn für eine Ernährungswende sein kann

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Von: Christian Kisler

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Montage: Eine junge Frau vor einem Regel im Supermarkt mit Soya- und Hafermilch, eine junge Frau mit Gemüse in der Küche
„Veganuary“ heißt, dass du dich ein Monat lang rein pflanzlich ernährst. © Photothek/Westend61/Imago/BuzzFeed Austria

Januar ist „Veganuary“. Was bedeutet, dass sich all jene, die es nicht eh schon tun, einen Monat lang vegan ernähren können. Das könnte ein Umbruch sein.

Du bist, was du ist, lautet ein alter Spruch, der aber durchaus Sinn ergibt. Er trifft vor allem heute zu, denn immer mehr definieren sich darüber, wie sie sich ernähren. Ob du nur vegane oder vegetarische Kost zu dir nimmst oder auf Fleisch schwörst, ist zur Glaubensfrage geworden. Zumindest fast. Und tatsächlich beeinflusst das, was du isst, nicht nur deinen Körper und deine Gesundheit, sondern auch Umwelt und Wirtschaft. Es hat also auch eine politische Dimension, wie BuzzFeed AT berichtet.

Die Anzahl derer, die auf Fleisch und vielleicht auch tierische Produkte verzichten, hat weltweit zugenommen. Von den rund 9 Millionen Menschen, die in Österreich leben, ernähren sich einer Schätzung der Veganen Gesellschaft Österreich zufolge mittlerweile rund 840.000 vegetarisch, 106.000 vegan und über 4,6 Millionen flexitarisch. Flexitarier:innen essen nur selten oder wenig Fleisch und achten dabei auch darauf, woher es kommt.

Bei „Veganuary“ ernährst du dich ein Monat lang rein pflanzlich

Für den Januar haben sich viele nun vorgenommen, ein ganzes Monat vegan zu leben, sich also rein pflanzlich zu ernähren. Es ist der sogenannte „Veganuary“, ein Kofferwort aus „vegan“ und dem englischen Begriff für Januar, „January“. Die Aktion gibt es seit 2014 und stammt aus Großbritannien. Nicht wenige nehmen das zum Anlass, mehr Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte zu essen und mehr Bio-Ware einzukaufen.

Das muss unterstützt werden. Am „Veganuary“ nehmen immerhin 228 Ländern und Regionen weltweit teil. Um diesen besonderen Monat zu fördern, wurden 2022 mehr als 1.540 neue vegane Produkte den Markt gebracht. Immerhin, mit Billa Pflanzilla hat erstmals eine große Lebensmittelkette einen rein veganen Supermarkt eröffnet. In Österreich herrscht diesbezüglich sonst Handlungsbedarf, gehören Leberkassemmel und Käsekrainer doch fast zum Kulturgut.

Die Politik ist gefordert

„Wir brauchen eine öko-soziale Ernährungswende, damit sich alle Menschen in Österreich für eine umwelt- und klimaschonende Ernährung entscheiden können“, erklärt Julia Haslinger, WWF-Expertin für nachhaltige Ernährung, in einer Aussendung. „Den notwendigen Rahmen dafür muss die Politik setzen“. Denn schließlich ist das, was auf den Tisch kommt, derzeit für rund ein Drittel der gesamten Treibhausgasemissionen, allen voran CO2, verantwortlich. Was wiederum die Klimakrise befeuert.

Darüber hinaus ist die Nahrungsmittelindustrie für den Verlust von fast 70 Prozent der Artenvielfalt verantwortlich. Fleischkonsum schneidet dabei besonders schlecht ab: 43 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen sind darauf zurückzuführen.

Pflanzliche Alternativen schützen den Planeten

Wie kann nun etwa die Politik dem entgegenwirken und Einhalt gebieten? „Die Bundesregierung muss pflanzliche Lebensmittel fördern und falsche Anreize beenden“, so Haslinger. „Zum Beispiel könnte sie die sinnlosen Rabatt-Schlachten auf importiertes Billigfleisch stoppen und zugleich die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte senken.”

Für die Fleischproduktion werden Regenwälder, Savannen und Feuchtgebiete in landwirtschaftlich nutzbare Flächen umgewandelt. Dadurch geht der Lebensraum vieler, oft seltener Tier- und Pflanzenarten für immer verloren. „Indem wir uns für pflanzliche Alternativen entscheiden, tragen wir aktiv zum Schutz unseres Planeten bei“, sagt Haslinger.

Zum „Veganuary“ kannst du noch den „Dry January“ dranhängen

Den Anfang kannst du immer noch selbst machen. Indem du zumindest für einen Monat auf pflanzliche Ernährung umstellst - wenn deine Gesundheit das erlaubt, versteht sich. Vielleicht kommst du ja auf den Geschmack. Und wenn du schon dabei bist, kannst auch noch den „Dry January“ dranhängen und ein paar Wochen lang detoxen, dann bist du quasi „straight edge“. Hier sind 13 trockene Tweets, damit du das auch durchziehst.

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