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Ukraine-Krieg: Was gerade unter #WWIII bei Twitter passiert, ist einfach ekelhaft

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Von: Pia Seitler

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Reaktion zum Hashtag #WWIII
Der Twitter-Nutzer ärgert sich über die geschmacklosen Tweets zum Krieg in der Ukraine. © @JayOnTheRox/Twitter/Aris Messinis/AFP

MEINUNG

Explosionen, Menschen sterben und auf Twitter trendet #WWIII. Viele Tweets zum Krieg in der Ukraine sind geschmacklos.

Seit Tagen lag Spannung in der Luft, verschiedene Szenarien wurden durchgespielt, wie sich die Lage in Osteuropa entwickeln könnte. In der Nacht zum Donnerstag hatte der russische Präsident Wladimir Putin dann eine „Militäroperation“ in der Ukraine angekündigt. Seitdem überschlagen sich die Ereignisse. Es herrscht Krieg. News-Ticker zur Lage des Kriegs in der Ukraine melden beinahe minütlich neue Entwicklungen. Augenzeug:innen berichten von Explosionen in mehreren Landesteilen der Ukraine. Russische Bombenangriffe beschädigen offenbar die Infrastruktur in der ukrainischen Hauptstadt Kiew stark.

Reaktionen auf die Eskalation im Ukraine-Konflikt

Auch wenn die Sorge vor einer russischen Invasion in die Ukraine schon seit Tagen groß war, reagiert die Welt mit Entsetzen: US-Präsident Joe Biden wirft Putin vor, „vorsätzlich einen Krieg gegen die Ukraine begonnen“ zu haben und der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz sagt, es sei „ein furchtbarer Tag für die Ukraine und ein dunkler Tag für Europa“, wie die Nachrichtenagenturen dpa und AFP berichten.

Und Twitter? Auf der Plattform trendet der Hashtag #WWIII - und viele Tweets und Memes dazu sind unfassbar pietätlos und ekelhaft. Das Ausmaß schockt mich.

Respektlose und unangebrachte Tweets zum Krieg in der Ukraine

Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie werden mit den Ereignissen in der Ukraine zusammengeworfen: „Der dritte Weltkrieg wird wegen der aktuellen Corona-Situation via Zoom Meeting stattfinden“, schreibt beispielsweise ein Twitter-User. Ein anderer fragt, ob bei einem Weltkrieg „2G“ gelte, es sei ja theoretisch eine Großveranstaltung.

Diese Reaktionen sind aus mehreren Gründen geschmacklos und unangebracht. Der Hashtag #WWIII suggeriert, es gebe einen dritten Weltkrieg. Doch davon ist momentan nicht auszugehen, wie Experten glauben. Es wird dadurch also nur weitere Panik geschürt. Diesen Krieg, unter dem bereits jetzt zahlreiche Menschen leiden, mit witzigen Memes zu verharmlosen, ist einfach ekelhaft.

Jeder reagiert in Krisenzeiten anders. Sie können überfordern und lösen emotionale Reaktionen aus. Während in der Ukraine die Flucht beginnt und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi seine Landsleute dazu aufruft, sich zu bewaffnen, ist es unfassbar unangemessen, wenn deutsche Twitter-User:innern darauf mit unterirdischem Humor reagieren.

Die Meinung spiegeln auch diese Tweets wider:

Twitter ist für uns Journalist:innen und auch für viele andere Menschen ein wichtiges Medium. Nicht nur um uns zu vernetzen, sondern auch als Informationsquelle: Kolleg:innen, Betroffene, Politiker:innen nutzen die Plattform, um schnell Informationen zu teilen. In dieser Krise zeigt Twitter dennoch auch mal wieder sein anderes Gesicht. Eine Form von Kommunikation, die mich schon häufig zum Twitter-Boykott verleitet hat.

In einer solchen Situation zählen für mich nur geprüfte Fakten, Hintergründe, eine Einordnung der Ereignisse und Berichte der Menschen vor Ort. Alles andere hat in meiner Timeline nichts zu suchen.

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