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„Eiskalter Winter“ in Deutschland droht: Söder holt zur Pauschalkritik aus

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Von: Tobias Utz

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Markus Söder
Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender. (Archivfoto) © Christof Stache / AFP

Markus Söder prognostiziert einen „eiskalten Winter“. Deutschland bemühe sich zu langsam um Ersatz für russische Energielieferungen.

München/Berlin – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat der Bundesregierung eine falsche Strategie bezüglich Gaslieferungen vorgeworfen. „Es droht ein eiskalter Winter“, warnte Söder nach einer Sitzung des CSU-Präsidiums. Es sei möglich, dass Deutschland „Stück für Stück“ von Russlands Gasmarkt abgekoppelt werde.

Gleichzeitig fehle es an tatsächlichen Alternativen auf dem Energiemarkt, was am fehlenden Handeln der Ampel-Koalition liege. „Andere Länder sind schneller“, betonte der CSU-Chef. Als Beispiel nannte er Italien, dort habe man bereits einen Gas-Deal mit Katar unterschrieben.

Gas-Krise in Deutschland: Appell an Bevölkerung, Energie zu sparen

Söder holte zudem zur generellen Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung aus. Dabei wiederholte er seine Forderung nach einer längeren Laufzeit der Atomkraftwerke in Deutschland. Den Grünen warf er abermals vor, nur aus ideologischen Gründen aus der Atomenergie aussteigen zu wollen. Zudem müsse man die Wasserenergie mehr fördern, sagte der bayerische Ministerpräsident.

Im Vergleich zu Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, der vor wenigen Tagen die Bevölkerung zum Energiesparen aufrief, fragte Söder nach „nachhaltigen Strategien gegen die Energiekrise“. „Alle funktionierenden Energieformen werden jetzt gebraucht. Es bleibt deshalb ein fundamentaler Fehler, die Kernenergie abzustellen. Dazu wird die Wasserkraft ausgebremst statt ausgebaut. Wenn der Süden geschwächt wird, potenziert sich die Notlage für ganz Deutschland“, schrieb er auf Twitter. Um die Bevölkerung zu entlasten, forderte er, die Energie- und Stromsteuer zu senken.

Lars Klingbeil, Generalsekretär der SPD, warnte ebenfalls vor „dramatischen Monaten“. Auch er forderte die Bevölkerung zum Energiesparen auf. Vor allem müsse man die Folgen für den Arbeitsmarkt abfedern, sonst drohe Arbeitslosigkeit, so Klingbeil. (tu mit dpa/AFP)

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