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Putins Schwachstelle erkannt? Geheimdienst-Bericht über neue Strategie und Truppenverlegung

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Von: Andreas Schmid

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Ein russischer Soldat auf einem Militärlastwagen mit dem Buchstaben Z, der zum Symbol des russischen Militärs geworden ist
Ein russischer Soldat auf einem Militärlastwagen mit dem Buchstaben Z in Saporischschja. Verlegt Kremlchef Putin seine Truppen? © picture alliance/dpa/AP//Pavel Byrkin /SPUTNIK/AFP (Montage)

Der britische Geheimdienst sieht im Ukraine-Krieg „keinen entscheidenden Durchbruch“. Russland passe demnach seine Strategie an – und verlege Truppen.

Saporischschja – Ist das der nächste Strategiewechsel im Ukraine-Krieg? Der britische Geheimdienst sowie Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj sehen Anzeichen für eine Umgruppierung russischer Truppen vom Osten in den Süden der Ukraine.

Russland habe offenbar die Front im südukrainischen Gebiet Saporischschja als Schwachstelle identifiziert, hieß es am Montag vom britischen Verteidigungsministerium unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Selenskyj sprach von russischen Reaktionen auf die ukrainische Gegenoffensive.

Neue Russland-Strategie im Ukraine-Krieg? Briten sehen „nur langsam Fortschritte“

Die Südukraine war seit Kriegsbeginn immer wieder Ziel russischer Attacken. Russische Truppen besetzten mehrere Gebiete, etwa die Stadt Cherson mit ihren knapp 300.000 Einwohnern. Eigentlich wollte Russland bis zur strategisch wichtigen Hafenstadt Odessa vorrücken, scheiterte aber. Ukrainische Truppen begannen eine Gegenoffensive und setzten Russland unter Druck – auch aufgrund Waffenlieferungen aus dem Westen.

Ursprünglich legte Russland den Fokus auf die Grenzregion Donbass in der Ostukraine. Von dort werde der Kreml wahrscheinlich eine beträchtliche Anzahl seiner Streitkräfte aus dem nördlichen Donbass-Sektor in die Südukraine verlagern, berichtete London. „Russland passt vermutlich das operative Design seiner Donbass-Offensive an, nachdem es im Rahmen des seit April verfolgten Plans keinen entscheidenden operativen Durchbruch erzielt hat.“ Russland mache „nur langsam Fortschritte“.

Großbritannien im Ukraine-Krieg

Der britische Geheimdienst veröffentlicht seit Kriegsbeginn Informationen zum Kriegsverlauf. In der Regel via Twitter. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Transparenz im Gegensatz zu Moskau zeigen, Verbündete bei der Stange halten und möglichst Menschen in Russland erreichen, die sonst nur die Kreml-Deutung des Kriegs erreicht. Der gestürzte Briten-Premier Boris Johnson ist ein enger Verbündeter Selenskyjs. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Putin-Befehl? Russland plant offenbar neue Offensive

Der Kreml äußerte sich zunächst nicht zur mutmaßlichen Truppenverlegung – und soll den Donbass weiterhin verstärkt im Blick haben. In der Ostukraine ist eine weitere Offensive geplant, heißt es im aktuellen Situationsbericht des Institute for the Study of War (ISW). Demnach unternehmen russische Truppen lokale Angriffe im Nordwesten und Südwesten der Stadt Isjum. Damit sollen die Voraussetzungen für weitere Operationen in Richtung Charkiw geschaffen werden.

Das ISW – eine Denkfabrik aus den USA – geht davon aus, dass Russlands Präsident Waldimir Putin die Eroberung der zweitgrößten Stadt der Ukraine und der noch nicht besetzten Teile der Oblast Charkiw befohlen hat. Offiziell äußerte sich Putin dazu nicht. Interessant: Das Institut ist der Meinung, dass der Angriff wegen logistischer und personeller Probleme scheitern wird. (as)

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