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Ukraine-Krieg: Mindestens 5000 Tote in Mariupol
- Warnung vor Blindgängern in Kiew

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Von: Tobias Utz, Lukas Zigo, Katja Thorwarth, Nail Akkoyun, Stefan Krieger, Delia Friess, Alina Schröder

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Im Ukraine-Krieg ist kein Ende der Gewalt abzusehen. Die Kämpfe halten an, immer mehr Zivilisten fallen dem Krieg zum Opfer. Der News-Ticker.

Dieser Nachrichtenticker ist beendet. Lesen Sie hier weiter über die Ereignisse rund um den Ukraine-Krieg.

+++ 08.20 Uhr: Durch den russischen Angriffskrieg sind nach Angaben der ukrainischen Regierung allein in der seit Wochen belagerten Hafenstadt Mariupol mehr als 5000 Menschen getötet worden. Die Zahl könnte noch deutlich höher liegen, bei „ungefähr 10.000“, wie eine Regierungsvertreterin am Montag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Wegen russischer Angriffe in der Nähe von Kiew fiel in zehntausenden Haushalten der Hauptstadt der Strom aus. Der Kreml dämpfte derweil die Erwartungen an die anstehende Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den beiden Kriegsparteien.

In Mariupol „wurden 5000 Todesopfer beerdigt“, sagte die ukrainische Verantwortliche für Flüchtlingskorridore, Tetjana Lomakina. Allerdings würden seit ungefähr zehn Tagen wegen der anhaltenden Bombardements durch die russischen Truppen keine Bestattungen mehr vorgenommen - mittlerweile könnte die Zahl der Toten also bedeutend höher liegen.

Ukraine-Krieg: Warnung vor Blindgängern in Kiew

+++ 07.50 Uhr: Das ukrainische Innenministerium ruft die Bewohner von Kiew auf, vorsichtig zu sein und die Polizei zu informieren, wenn sie ein Objekt sehen, das einer Mine oder einem anderen Sprengstoff ähnelt. Bislang seien bereits Hunderte Blindgänger entfernt worden.

+++ 07.00 Uhr: Wie das Nachrichtenportal The Kyiv Idenpendent berichtet, habe die Ukraine 17 russische Flugziele abgeschossen. Nach Informationen der ukrainischen Streitkräfte seien am Dienstagmorgen acht Flugzeuge, vier UAVs, drei Hubschrauber und zwei Raketen zerstört worden.

Immer noch leben Menschen in der im Ukraine-Krieg umkämpften Stadt Mariupol.
Immer noch leben Menschen in der im Ukraine-Krieg umkämpften Stadt Mariupol. © Maximilian Clarke/dpa

Ukraine-Krieg: Russland soll Söldner der Gruppe Wagner in der Ostukraine einsetzen

+++ 06.20 Uhr: Das britische Verteidigungsministerium teilte am Montagabend mit, dass russische Söldner der Gruppe Wagner im Osten der Ukraine eingesetzt würden. Schätzungen zufolge könnten demnach mehr als 1000 Söldner für Kampfeinsätze entsandt werden. Russlands „Schattenarmee“ wird mit Krisenregionen wie Syrien, Libyen, der Zentralafrikanischen Republik und zuletzt auch Mali in Zusammenhang gebracht. Moskau bestreitet jegliche Verbindung zu ihr. Den Söldnern werden schwere Verstöße gegen Menschenrechte vorgeworfen, darunter Folter und gezielte Tötungen. 

Ukraine-Krieg: Kreml dementiert Pläne für Atomwaffen-Einsatz im Krieg gegen die Ukraine

+++ 04.03 Uhr: Angesichts immer wiederkehrender Spekulationen über den möglichen Einsatz nuklearer Waffen durch Moskau ist Kremlsprecher Dmitri Peskow diesen Gedanken energisch entgegengetreten. „Niemand in Russland denkt an den Einsatz oder auch nur an die Idee eines Einsatzes von Atomwaffen“, sagte Peskow im Gespräch mit der amerikanischen Fernsehkette PBS am Montag.

Als Folge des Ukraine-Kriegs sind die Städte in der Ukraine voller Blindgänger.
Als Folge des Ukraine-Kriegs sind die Städte in der Ukraine voller Blindgänger. © Efrem Lukatsky/dpa

Moskau gehe davon aus, dass alle Aufgaben der „speziellen Militäroperation“, wie Russland die Invasion in die Ukraine nennt, erfüllt werden. Doch wie auch immer diese Aktion ausgehe, werde dies kein Grund für den Einsatz nuklearer Waffen sein, sagte Peskow. Er bekräftigte, dass Russland sein Atomwaffenarsenal nur bei einer „Bedrohung der Existenz Russlands“ einsetzen werde. Die staatliche Existenz Russlands und die Ereignisse in der Ukraine hätten „nichts miteinander zu tun“

Update vom Dienstag, 29.03.2022, 03:25 Uhr: Ukrainische Truppen haben nach Angaben der Regierung in Kiew die Stadt Irpin von russischen Truppen befreit. „Die Stadt ist nun befreit worden, aber es ist immer noch gefährlich, dort zu sein“, sagte der ukrainische Innenminister Denys Monastyrsky am Montagabend im Fernsehen. Die bewaffneten Truppen und die Polizei seien in den Vorort der Hauptstadt Kiew vorgerückt und „sofort wurden die Straßen völlig leer gefegt“.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videoansprache, die russischen „Besatzer werden aus Irpin zurückgedrängt“. Es sei jedoch „noch zu früh, um von Sicherheit in diesem Teil unserer Region zu sprechen“, schränkte er ein. „Die Kämpfe gehen weiter.“ Die Russen kontrollierten nach wie vor die Gebiete im Norden Kiews.

Ukraine-Krieg: Russische Soldaten vertrieben

Der Bürgermeister der Stadt, Oleksandr Markuschin, hatte zuvor auf seinem Kanal des Messengerdienstes Telegram erklärt, die russischen Soldaten seien aus der Stadt vertrieben worden. Der Hauptkontrollposten an der Straße von Kiew nach Irpin war am Montag wieder offen. Er war vor zwei Wochen nach dem Tod eines US-Journalisten für Medien gesperrt worden.

Nach Angaben von AFP-Journalisten vor Ort dauerten die Kämpfe nahe Irpin am Montag aber an. Es seien rund 20 laute Explosionen von Granaten in einem Wald entlang der sechs Kilometer langen Straße zu hören gewesen

Ukraine-Krieg: Joe Biden verteidigt umstrittene Äußerung über Putin

+++ 22.45 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat seine umstrittene Äußerung verteidigt, wonach der russische Staatschef Wladimir Putin wegen des Ukraine-Krieges „nicht an der Macht bleiben“ könne. Am Montag (28.03.2022) sagte Biden im Weißen Haus, er nehme seinen Satz „nicht zurück“. Bei seiner Rede am Wochenende in der polnischen Hauptstadt Warschau „moralische Empörung“ zum Ausdruck gebracht und nicht eine neue US-Politik verkündet.

„Ich entschuldige mich nicht für meine persönlichen Gefühle“, sagte der US-Präsident. Auf Nachfrage von Journalisten bestritt Biden außerdem, dass seine Äußerungen den Ukraine-Krieg eskalieren lassen oder die diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Krieges erschweren könnten.

In einer Rede am Königsschloss in Warschau hatte Biden Putin wegen des Angriffskrieges auf die Ukraine scharf attackiert und dabei – abweichend von seinem Redetext – gesagt: „Dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben.“ Die Aussage sorge international sofort für Irritationen. Das Weiße Haus versicherte eiligst, Biden strebe keinen „Regimewechsel“ in Moskau an. Der Kreml bezeichnete Bidens Äußerungen am Montag als „alarmierend“.

Ukraine-Krieg: Russland plant angeblich keinen Sturz der ukrainischen Regierung

+++ 17.38 Uhr: Russlands Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew wies Berichte über eine angeblich geplante Auswechslung der ukrainischen Regierung als Falschnachricht zurück. „Das Ziel unserer Spezial-Operation in der Ukraine ist nicht – wie sie es im Westen darzustellen versuchen – ein Wechsel des Kiewer Regimes, sondern ein Schutz der Menschen vor einem Genozid, die Entmilitarisierung und die Entnazifizierung der Ukraine“, sagte Patruschew am Montag der Agentur Interfax zufolge.

Zwar bekräftigte der Kreml stets, Moskau erkenne Wolodymyr Selenskyj als legitimen Staatschef an. Es wurde jedoch immer wieder vermutet, dass Moskau auch die Regierung um den jüdischstämmigen Selenskyj stürzen wollte.

Ukraine-Krieg: Bürgermeister beklagt heftige Zerstörungen in Charkiw

+++ 16.10 Uhr: In der Millionenstadt Charkiw sind seit Beginn des Ukraine-Kriegs nach ukrainischen Angaben fast 1180 mehrgeschossige Wohnhäuser zerstört worden. Außerdem seien mehr als 50 Kindergärten, fast 70 Schulen und 15 Krankenhäuser vernichtet worden, sagte der Charkiwer Bürgermeister Ihor Terechow am Montag (28.03.2022) nach Angaben der Agentur Unian. Binnen 24 Stunden hätten die russischen Truppen Charkiw fast 60 Mal mit Artillerie und Mörsern beschossen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Rund 30 Prozent der Bevölkerung hätten die Stadt verlassen, sagte Terechow. Einige Menschen seien aber auch wieder zurückgekehrt. Charkiw hatte vor Kriegsbeginn rund 1,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner und ist nach Kiew die zweitgrößte Stadt der Ukraine. Seit der russischen Invasion vor viereinhalb Wochen wird die Stadt aus der Luft und mit Artillerie angegriffen.

Kremlkritische Zeitung stellt Berichterstattung während Ukraine-Krieg ein

+++ 15.33 Uhr: Die kremlkritische Zeitung Nowaja Gaseta stellt ihr Erscheinen wegen des Drucks von russischen Behörden bis zur Beendigung des Ukraine-Kriegs vorübergehend ein. Die Ausgaben im Internet und auf Papier werden bis „zum Ende der ‚Spezialoperation auf dem Gebiet der Ukraine‘“ nicht mehr erscheinen, teilte die Redaktion am Montag auf dem in Russland blockierten Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Die von Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow geführte Zeitung ist eines der letzten verbliebenen unabhängigen Medien in Russland. Zu Begründung nannte die Nowaja Gaseta, dass die Redaktion inzwischen die zweite Verwarnung von der Medienaufsicht Roskomnadsor erhalten habe. Bei zwei solchen Verwarnschreiben der Behörden drohe in Russland der Entzug der Lizenz, hieß es. Demnach soll es das Blatt versäumt haben, bei einem Artikel den Zusatz „ausländischer Agent“ zu erwähnen. Wer etwa als Nichtregierungsorganisation oder als Medium Geld aus dem Ausland erhält, muss sich auf Anweisung der Behörden als „ausländischer Agent“ bezeichnen. Viele Betroffene kritisieren die Bezeichnung als stigmatisierend.

Chefredakteur Muratow hatte den Krieg von Kremlchef Wladimir Putin gegen die Ukraine öffentlich kritisiert. Die Zeitung hatte nach Erlass eines neuen Gesetzes zur Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit in Russland darauf verzichtet, von einem „Krieg“ zu schreiben. Das Wort ist geächtet in Russland. Allerdings brachte die Nowaja Gaseta zuletzt große Reportagen über das Leid der Menschen im Zuge der Invasion.

Ukraine-Krieg: Evakuierungsmission in Mariupol nach wie vor unklar

+++ 14.32 Uhr: Die von Frankreich mit der Türkei und Griechenland geplante Evakuierungsmission für die belagerte ukrainische Hafenstadt Mariupol ist weiter nicht abschließend vereinbart. Nach der Ankündigung der humanitären Aktion durch Präsident Emmanuel Macron am Freitagabend stehe die dafür nötige Abstimmung mit Russlands Präsident Wladimir Putin noch aus, hieß es am Montag aus dem Élyséepalast in Paris. Noch gebe es keinen Termin für ein Telefonat der beiden Präsidenten.

Auch aus dem Kreml hieß es, dass es noch keinen Termin für ein solches Telefonat gebe. „Andererseits entwickeln sich die Ereignisse derzeit schnell, und es (das Gespräch) kann jeden Moment sein“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge.

Mariupol leidet unter dem Ukraine-Krieg: Noch circa 160.000 Menschen vor Ort

Frankreich verlangt von Russland eine Aufhebung der Belagerung, damit evakuierungswillige Menschen gehen und die übrigen bleiben können. Es gehe um an den Grundbedürfnissen ausgerichtete humanitäre Hilfe unter den Bedingungen des Völkerrechts. Über die Aktion hatte Macron sich bereits am Donnerstag mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Brüssel beraten.

In der heftig umkämpften und größtenteils zerstörten Hafenstadt Mariupol halten sich nach Schätzungen des Bürgermeisters Wadym Bojtschenko noch etwa 160.000 Bewohnerinnen und Bewohner auf. Vor dem Krieg lebten rund 440.000 Menschen in der strategisch wichtigen Industrie- und Hafenstadt am Asowschen Meer. Es sei unmöglich, in der zerstörten Stadt noch zu wohnen, sagte Bojtschenko. Es gebe dort weder Wasser noch Strom, Heizung oder Kommunikationsverbindungen.

Die russische Seite betonte zuletzt, dass die Eroberung Mariupols kurz bevor stehe. Die ersten Stadtteile seien bereits eingenommen worden, hieß es im russischen Staatsfernsehen. Bei einer Eroberung der Stadt und einem Ende der Gefechte würde die geplante Evakuierungsmission voraussichtlich überflüssig.

Ukraine-Krieg: Selenskyj spricht von getöteten Bürgermeistern

+++ 12.55 Uhr: In einem Tweet zitiert The Kyiv Independent den ukrainischen Präsidenten Präsident Wolodymyr Selenskyj: „Russen entführen die Bürgermeister unserer Städte. Einige von ihnen können wir nicht finden. Einige von ihnen haben wir bereits gefunden, und sie sind tot“. Dies hat Selenskyj in einem Interview gegenüber The Economist gesagt.

+++ 12.06 Uhr: In der ukrainischen Sperrzone um das 1986 havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl sind ukrainischen Angaben zufolge keine größeren Brände mehr festgestellt worden. Aufnahmen von Satelliten würden derzeit keine derartigen Wärmequellen feststellen, teilte der ukrainische Zivilschutzdienst am Montag mit. Anderslautende Informationen seien falsch.

Vergangene Woche hatte das Parlament unter Berufung auf europäische Satellitendaten über mehrere große Feuer in dem weitgehend von russischen Truppen kontrollierten Sperrgebiet informiert. Auslöser der Feuer sei Beschuss gewesen.

Ukraine-Krieg: Keine Korridore aus Kiew

+++ 11.00 Uhr: Aufgrund der Bedrohung durch russische Truppen können an diesem Montag Angaben aus Kiew zufolge keine Fluchtkorridore zur Evakuierung von Zivilistinnen und Zivilisten eingerichtet werden. Es gebe Geheimdienstinformationen über mögliche „Provokationen“ auf den Routen, sagte die stellvertretende Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Montag (28.03.2022). Die Ukraine und Russland werfen sich seit Wochen gegenseitig vor, die Evakuierung von Zivilisten aus besonders umkämpften Gebieten zu sabotieren. 

Ukraine-Krieg: 143 Kinder getötet

+++ 10.15 Uhr: Seit Beginn der großangelegten Invasion Russlands in der Ukraine wurden nach Angaben des ukrainischen Ombudsmanns 143 Kinder getötet und 216 verletzt.

Die tatsächlichen Zahlen könnten höher sein, da die Ukraine aufgrund heftiger Kämpfe einige Städte nicht erreichen kann. Sie sind wie viele Informationen im Ukraine-Krieg nicht unabhängig überprüfbar.

Ukraine-Krieg: Russland greift Dörfer um Izyum an

+++ 09.00 Uhr: Nach Berichten des The Kyiv Independent gehen schwere Kämpfe in der Nähe von Izyum weiter. Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte greift Russland weiterhin die Dörfer Topolske, Kamyanka und Sukha Kamyanka in der Nähe der Stadt Izyum südöstlich von Charkiw an.

Weiter würde Russland versuchen, die Verteidigung in der Nähe von Kiew zu durchbrechen. Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte versuchten russische Truppen, von Nordwesten und Osten nach Kiew vorzudringen und nahe gelegene Straßen und Dörfer zu erobern. Russische Streitkräfte werden derzeit von der Ukraine zurückgehalten.

Luftangriffe im Ukraine-Krieg: Explosionen zu hören

+++ 08.00 Uhr: Während des Luftalarms waren in Kiew, Luzk, Charkiw und Schytomyr mächtige Explosionen zu hören. Das berichtet The Kyiv Independent. Demnach könnten die Explosionen bedeuten, dass russische Raketen Ziele getroffen haben. Sie könnten jedoch auch von der ukrainischen Luftverteidigung abgeschossen worden sein.

In fast allen Regionen der Ukraine wurde Luftalarm ausgelöst. Derweil bereitet sich Odessa auf russische Angriffe vor.

Ukraine-Krieg: Russland setzt „totale Raketenangriffe“ fort – Mariupol mit Bombenteppichen eingedeckt

+++ 05.50 Uhr: Das russische Militär hat seine Luftangriffe gegen ukrainische Städte auch in der Nacht zum Montag fortgesetzt. Nach ukrainischen Medienberichten wurden unter anderem die Hauptstadt Kiew sowie Luzk, Riwne und Charkiw von mehreren schweren Explosionen erschüttert. In Luzk im Nordwesten der Ukraine wurde ein Treibstoffdepot getroffen. Zuvor war in allen Regionen des Landes Luftalarm ausgelöst worden.

Die ukrainische Führung warf dem russischen Militär eine „unmenschliche Taktik“ vor. Dazu gehörten etwa die „partielle oder totale Blockade von humanitären Korridoren, Blockade der belagerten Städte“, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyjs Berater Mychajlo Podoljak auf Twitter. Zudem setze Russland „totale Raketenangriffe“ gegen ukrainische Städte fort. Dazu werde die Hafenstadt Mariupol mit Bombenteppichen eingedeckt.

Update vom Montag, 28.03.2022, 03.15 Uhr: Nach der Ankündigung Russlands, sich im Ukraine-Krieg künftig auf die „Befreiung des Donbass“ konzentrieren zu wollen, befürchtet die Regierung in Kiew eine Zuspitzung der Lage in Mariupol und im Osten des Landes. „Dies bedeutet eine potenzielle oder starke Verschlechterung rund um Mariupol“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Oleksij Arestowytsch in einer auf dem Telegram-Konto des Präsidenten veröffentlichten Videobotschaft. Die ukrainische Armee ging mancherorts unterdessen zum Gegenangriff über.

Am Sonntag schien sich unter anderem die Kampflinie von der Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine zu entfernen, die Bombenangriffe auf die seit Wochen von der russischen Armee belagerte Stadt schienen nachzulassen. Beim rund 80 Kilometer südöstlich gelegenen Cherson starteten ukrainische Soldaten eine Gegenoffensive.

Nahe der Großstadt Charkiv im Osten wurden laut Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft vom Sonntagabend sieben Menschen durch Artilleriebeschuss getötet, zwei davon sollen Kinder sein.

Ukraine-Krieg: Hafenstadt Odessa bereitet sich auf neue Angriffe aus Russland vor

+++ 18.24 Uhr: Während die Ukraine in Charkiw, eine Stadt im Osten des Landes, einige Dörfer zurückerobern konnte, bereitet sich die Hafenstadt Odessa auf weitere Angriffe von Russland vor, wie die Tagesschau berichtet. Die Stadt ist am Schwarzen Meer gelegen und deshalb für Russland strategisch wichtig. Städte nahe Odessa wurden bereits eingenommen.

Die Türkei* hat unterdessen nach Entdeckung einer treibenden Seemine den Schiffsverkehr auf der Meerenge Bosporus zeitweise ausgesetzt, wie die dpa berichtet. Die treibende Seemine sei inzwischen „deaktiviert“. Der Verkehr auf der Meerenge, die Schwarzes Meer und Mittelmeer verbindet, sei am Samstag nach rund vier Stunden wieder aufgenommen worden.
Ob die entdeckte Mine im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine steht, war zunächst unklar. Die Türkei sei mit ukrainischer und russischer Seite deswegen in Kontakt.

Ukraine-Krieg: Russland verlegt wohl neue Truppen an ukrainische Grenze – Dramatische Lage in Tschernihiw

+++ 17.05 Uhr: Die ukrainische Armee soll im Krieg mit Russland weitere Gebiete zurückgewonnen haben. Im Osten Charkiws und im Nordwesten Mariupols habe die Ukraine den Angreifer zurückschlagen können. Das berichtet der US-Nachrichtensender CNN. Mehrere Dörfer sollen sich wieder unter der Kontrolle von Kiew befinden.

Charkiw war zu Beginn des Ukraine-Kriegs Schauplatz des Konflikts und schließlich von Russland eingenommen. Mariupol gilt weiter als hart umkämpft.

+++ 08.00 Uhr: Die russische Armee hat offenbar wiederholt Phosphorbomben im Ukraine-Krieg eingesetzt. Christopher Miller, Journalist bei Buzzfeed News, berichtete auf Twitter, dass diese nahe Stadt Avdiivka in der Region Donezk zum Einsatz gekommen seien. Zudem teilte er Fotoaufnahmen von mutmaßlichen Explosionen. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Russlands Streitkräfte wohl Phosphorbomben in Irpin, einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew, eingesetzt hatten. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dementierte die Meldungen.

+++ 07.30 Uhr: Präsident Selenskyj hat den Westen um die Lieferung neuer Kampfflugzeuge gebeten. In einer Videoansprache betonte er, dass nur auf diese Weise die Sicherheit seines Landes gewährleistet werden könne.

Erstmeldung vom Sonntag, 27.03.2022, 05.30 Uhr: Die Zustände in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind seit Wochen dramatisch. Russlands Truppen belagern gemeinsam mit Separatisten das Gebiet. Fluchtkorridore wurden zwar für die Zivilbevölkerung eingerichtet, sind jedoch nicht sicher. Immer wieder kommt dort zu es zu Gefechten. Die Meldungen von Hungertoten in der Stadt häufen sich ebenso wie die, gefallener Soldaten. Der Bürgermeister von Mariupol geht mittlerweile davon aus, dass die russischen Streitkräfte die Stadt „ausradieren“ wollen. Der Nachrichtenagentur Unian berichtete er am Samstag von schweren Gefechten. Es handle sich um Völkermord, „eine andere Bezeichnung kann es dafür nicht geben.“ Russland warf er vor, ohne jede Rücksicht Mariupol anzugreifen. (df/ktho/tu/skr/as/nak mit AFP/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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