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Ukraine-Krieg: Russland erhöht Zahl der Luftangriffe - Russische Truppen „terrorisieren“ Bevölkerung

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Von: Tobias Utz, Karolin Schäfer, Nico Scheck, Jennifer Greve, Lucas Maier, Sarah Neumeyer

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Im Ukraine-Krieg spitzt sich die Lage zu, humanitär und militärisch. Die Nato beziffert russische Verluste auf 7000 bis 15.000 tote Soldaten. Der News-Ticker.

Dieser Ticker wird nicht mehr fortgeführt. Hier lesen Sie nun alles zum Ukraine-Krieg.

+++ 08.00 Uhr: Russland hat nach Angaben des ukrainischen Militärs seine Luftangriffe verstärkt. Binnen 24 Stunden habe man mehr als 250 Einsätze registriert, heißt es im Morgenbericht des ukrainischen Generalstabs am Donnerstag. Am Vortag seien es 60 weniger gewesen. Die Hauptziele seien weiterhin Einrichtungen der militärischen und zivilen Infrastruktur in den Gebieten Kiew, Tschernihiw und Charkiw. Moskau gibt dagegen an, nur militärische Ziele anzugreifen.

In den von russischen Truppen besetzten Gebieten „terrorisiere“ Russland die lokalen Bewohner, die gegen die Besetzung demonstrierten, hieß es weiter. Man setze Einheiten der russischen Nationalgarde ein, um derartige Proteste zu unterbinden. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.  

+++ 07.35 Uhr: In dem Sperrgebiet um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl sind mehrere Brände erfolgreich bekämpft worden. Die ukrainische Atomaufsichtsbehörde habe die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) darüber informiert, dass die Feuerwehr der Stadt Tschernobyl vier Brände gelöscht habe, teilte Generaldirektor Rafael Grossi am Mittwochabend mit. Es gebe aber weitere Brände.

Am Dienstag hatte das ukrainische Parlament mitgeteilt, dass sieben Brände auf dem Gebiet ausgebrochen seien und eine Fläche von mehr als zwei Quadratkilometern in Flammen stehe.

+++ 06.50 Uhr: Westliche Militärvertreter berichten von Geländegewinnen der ukrainischen Streitkräfte im Kampf gegen die russischen Angreifer. Der ukrainischen Armee ist es nach Angaben eines Pentagon-Vertreters vom Mittwoch gelungen, die russischen Truppen im Osten von Kiew binnen 24 Stunden mehr als 30 Kilometer zurückzudrängen. „Wir beginnen zu sehen, wie sie sich verschanzen und Verteidigungspositionen aufbauen“, fügte er hinzu.  

Ukraine-Krieg: Russische Soldaten nehmen Journalisten gefangen und foltern ihn

+++ 22.10 Uhr: Ein Journalist, der für einen französischen Radiosender arbeitete, wurde zu Beginn des Monats offenbar von russischen Soldaten entführt und gefoltert. Das berichtete die gemeinnützige Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF). Der 32-jährige Journalist, dessen Name aus Sicherheitsgründen geändert wurde, soll insgesamt neun Tage festgehalten worden sein. Gegenüber RSF erklärte er, dass er mit Elektroschocks, Schlägen mit einer Eisenstange sowie einer Scheinhinrichtung gefoltert wurde.

Nahe der Nuklearanlagen von Tschernobyl hat es erneut als Folge des Ukraine-Kriegs gebrannt.
Nahe der Nuklearanlagen von Tschernobyl hat es erneut als Folge des Ukraine-Kriegs gebrannt. © dpa/Maxar Technologies via AP

„Nikita hat uns ein erschütterndes Zeugnis gegeben, das die Intensität der Kriegsverbrechen bestätigt, die von der russischen Armee gegen Journalisten begangen werden“, sagte Christophe Deloire, RSF-Generalsekretär, in einer Erklärung. „Die Weitergabe seiner Aussage an den Ankläger des ICC ist das Mindeste, was wir für diesen mutigen jungen Reporter tun können“, wird Deloire von CBS news zitiert. Unabhängig prüfen lässt sich der Fall bislang aber nicht.

Dennoch werden immer wieder Meldungen über Medienschaffende bekannt, die aufgrund ihrer Arbeit in der Ukraine verletzt, gefangen genommen oder getötet worden sind. RSF appellierte an russische und ukrainische Behörden, den internationalen Verpflichtungen zur Gewährleistung der Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten nachzukommen. „Sie sind Zivilistinnen und Zivilisten, die die Welt über die Kämpfe informieren. Sie müssen in der Lage sein, sicher zu arbeiten. Wir fordern alle Konfliktparteien auf, sich unverzüglich für den Schutz der Journalistinnen und Reporter vor Ort im Einklang mit dem Völkerrecht einzusetzen“, forderte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr Anfang März.

Ukraine-Krieg: Bis zu 15.000 getötete russische Soldaten

+++ 21.20 Uhr: Nach Einschätzung der Nato sind in der Ukraine bislang zwischen 7000 und 15.000 russische Soldaten getötet worden. Grundlage der Zahlen seien Angaben der Ukrainer, in Russland verbreitete Informationen sowie nachrichtendienstliche Erkenntnisse, sagte ein ranghoher Militär, der anonym bleiben möchte, am Mittwoch. Auf jeden getöteten Soldaten könnten zudem noch je drei Verletzte kommen. Das zeigten die Statistiken früherer Konflikte. Zum Vergleich: Die Zahl der im Afghanistan-Krieg zwischen 1979 und 1989 getöteten Russen wird insgesamt mit etwa 15.000 angegeben.

Die kremlnahe russische Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ hatte am Sonntag hohe Zahlen angeblich in der Ukraine getöteter Russen veröffentlicht - und später wieder gelöscht. In einem Online-Artikel war unter Berufung auf das Verteidigungsministerium die Rede von 9861 russischen Soldaten, die seit Beginn des Kriegs gestorben sein sollen, wie aus einer archivierten Version des Textes hervorgeht. Das wären deutlich mehr als die 498 Toten, die Moskau bislang offiziell bestätigt hat.

Der Nato-Vertreter sagte, das Bündnis berücksichtige auch das, was die Russen einen versehentlich wissen ließen. „Im Krieg passieren Fehler“, sagte er.

Ukraine-Krieg: Klitschko spricht von Erfolgen

+++ 18.10 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben die russische Armee nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko in mehreren Gegenden nahe der Hauptstadt zurückdrängen können. Klitschko sagte am Mittwoch (23.03.2022), es gebe Gefechte in den nördlichen und östlichen Vororten von Kiew. „Die kleine Stadt Makariw und fast ganz Irpin sind bereits unter Kontrolle ukrainischer Soldaten.“ Irpin grenzt im Osten an Kiew, Makariw liegt rund 50 Kilometer westlich der ukrainischen Hauptstadt.

In Irpin und im nördlich von Kiew gelegenen Ljutisch gab es heftiges Artilleriefeuer, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Eine ukrainische Nachrichtenagentur sprach von der möglichen Einkreisung russischer Truppen in Irpin und zwei weiteren Ortschaften.

Ukraine-Krieg: Deutschland will Panzerfäuste liefern

+++ 17.44 Uhr: Das Verteidigungsministerium will der Ukraine 2000 weitere Panzerfäuste aus Beständen der Bundeswehr liefern. Einen entsprechenden Antrag stellte das Ressort von Ministerin Christine Lambrecht (SPD) am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur an den Bundessicherheitsrat.

Ukraine-Krieg: Russland warnt vor „atomarer Explosion“ - Nato verstärkt Truppen

+++ 16.30 Uhr: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat der Vize-Chef des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, in einer Erklärung die USA vor einer atomaren Katastrophe gewarnt, sollten sie mit der von ihm so bezeichneten Verschwörung zur Zerstörung Russlands fortfahren. Er sagte zudem, dass es das Ziel der USA sei, „dass Russland gedemütigt, eingeschränkt, zerschmettert, geteilt und zerstört“ werde. Die russische Führung werde niemals die Zerstörung Russlands zulassen, erklärte Medwedew. Falls die USA so weitermachen würden, könnte der Welt eine katastrophale Krise bevorstehen, die in einer „großen atomaren Explosion“ enden würde, warnte er.

+++ 16.00 Uhr: Die Nato will die Ukraine beim Schutz gegen einen möglichen Angriff Russlands mit chemischen oder biologischen Waffen helfen. Er erwarte, dass der Nato-Sondergipfel sich am Donnerstag darauf einigen werde, zusätzliche Unterstützung zu leisten, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel. Darunter seien Ausrüstung zum Schutz vor chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Bedrohungen sowie Hilfe bei der Cybersicherheit. Details wollte Stoltenberg nicht nennen. Der Nato-Generalsekretär warnte Russland, dass der Gebrauch chemischer Waffen den Charakter des Kriegs völlig verändern würde und weitreichende Konsequenzen hätte. Man sei besorgt - auch, weil Russland chemische Waffen schon eingesetzt habe. „Wir sind entschlossen, alles zu tun, um die Ukraine zu unterstützen“, versicherte Stoltenberg. Bundeskanzler Scholz hatte Wladimir Putin ebenfalls vor dem Einsatz „chemischer Waffen“ gewarnt (s. Update v. 15.30 Uhr).

+++ 15.30 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat Wladimir Putin vor dem Einsatz von „chemischen Waffen“ gewarnt.

Ukraine-Krieg: Putins Sonderberater tritt zurück

+++ 15.00 Uhr: Ein Sonderberater Wladimir Putins hat seinen Rücktritt im Kreml erklärt. Dabei handelt es sich um den Sonderbeauftragten Anatoli Tschubais. Das erklärte sein Sprecher am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur Reuters. Tschubais Rückzug wird als Protest auf präsidialer Ebene verstanden. Die Zeitung RBK berichtet zudem, dass der ehemalige Berater Russland verlassen haben soll.

+++ 14.45 Uhr: Die Nato möchte ihre Grenzen im Osten stärken. Deshalb sollen diese zur Abschreckung mit vier weiteren Gefechtsverbänden verstärkt werden. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte am Mittwoch, dass dies die Standorte in der Slowakei, Ungarn, Bulgarien und Rumänien betreffe. Die Beratungen dafür sollen auf dem morgigen Gipfeltreffen stattfinden.

+++ 14.30 Uhr: Die Lage rund um die ukrainische Hauptstadt spitzt sich weiter zu. Die ukrainische Journalistin Anastasiia Lapatina, Autorin für das Nachrichtenportal Kyiv Independent, berichtet, dass russische Truppen nordwestlich von Kiew eingekesselt wurden. Dabei bezog sie sich insbesondere auf die Gebiete Hostomel, Irpin und Bucha. Am Mittwochmorgen wurde bekannt, dass Russland offenbar eine neue Offensive plant (s. Update v. 10.00 Uhr)

+++ 13.45 Uhr: Russland akzeptiert für Gas-Lieferungen an „unfreundliche Staaten“ nur noch die Bezahlung in Rubel. Das gab Präsident Wladimir Putin am Mittwoch laut Angaben der Nachrichtenagentur Ria bekannt. Die Deutsche Presse-Agentur bezieht sich darauf.

+++ 13.15 Uhr: Deutschland liefert weitere 1700 Strela-Raketen an die Ukraine. Das berichtet die Bild-Zeitung. Darauf einigte sich der Bundessicherheitsrat laut Bericht am Mittwoch. Außenministerin Annalena Baerbock bestätigte die Lieferungen in einer Rede im Bundestag.

Ukraine-Krieg
Ein zerstörtes Einkaufszentrum in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Das Gebäude wurde von russischen Streitkräfte angegriffen. Die Aufnahme stammt von Montag, 21. März. © Matthew Hatcher/Imago Images

Ukraine-Krieg: Polizei will Kiew „säubern“

+++ 12.45 Uhr: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat die Polizei wieder ihre Arbeit aufgenommen. Das betrifft insbesondere die Vororte. „Die Gegend wird von Saboteuren gesäubert“, teilte der Polizeichef Ihor Jlymenko mit. Man müsse nun der Zivilbevölkerung bei Evakuierungen helfen.

+++ 12.00 Uhr: Die russische Armee hat offenbar ein Labor im stillgelegten Atomkraftwerk Tschernobyl zerstört.* Dabei wurden unter anderem radioaktive Proben entnommen.

Ukraine-Krieg: Neun neue Fluchtkorridore sollen kommen

+++ 11.30 Uhr: Zum Kampf gegen Russlands Truppen fordert die Ukraine weitere Waffenlieferungen. Eine moderne Flugabwehr sowie Marschflugkörper und Granaten seien notwendig, twitterte Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Mittwoch. Das gelte vor allem für den Fall, dass es weiterhin keine Flugverbotszone über der Ukraine gebe. Die Nato lehnt dies ab, weil sie befürchtet, damit in einen direkten Konflikt mit Russland zu kommen. Podoljak forderte von den „lieben Partnern“ mehrere Maßnahmen. „Ihr wollt nicht mehr von den toten Augen unserer ermordeten Kinder träumen und die Hitze von Mariupol spüren?“, schrieb er. Dann seien „nur vier Schritte„ nötig, um dies zu ändern. Neben Flugabwehr und Marschflugkörpern nannte Podoljak auch ein hartes Embargo für russisches Öl sowie die Schließung von Häfen für russische Schiffe.

+++ 11.00 Uhr: Iryna Wereschtschuk, Vizeregierungschefin der Ukraine, hat in einer Videobotschaft neun neue Fluchtkorridore angekündigt. Unter anderem soll die Evakuierung der Hafenstadt Mariupol vorangetrieben werden.

+++ 10.30 Uhr: Am Mittwochmorgen endet die Ausgangssperre in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Laut übereinstimmenden Medienberichten sind die Straßen allerdings noch immer menschenleer. Das berichtet beispielsweise eine Reporterin von ntv.

+++ 10.00 Uhr: Russland plant offenbar eine weitere großangelegte Offensive. Das berichtet der britische Verteidigungsnachrichtendienst im morgentlichen Lagebericht am Mittwoch. Demnach führt das russische Militär derzeit eine sogenannte Reorganisation durch. Zuletzt gab es vermehrt Meldungen, dass die Streitkräfte beispielsweise Versorgungsprobleme plagen (s. Update v. 09.00 Uhr). Die Lage im Norden der Ukraine, beispielsweise in der Hauptstadt Kiew, habe sich kaum verändert. Im Osten des Landes versuche das russische Militär weiterhin ukrainische Streitkräfte einzuschließen und zu isolieren. Laut Bericht konzentriere sich Russland nun darauf, die Städte Mariupol, Charkiw und Odessa einzunehmen.

Ukraine-Krieg: Russland beschießt Wohnhäuser in Kiew

+++ 09.30 Uhr: Russische Granatfeuer haben in der Nacht auf Mittwoch abermals zivile Einrichtungen in der Hauptstadt Kiew getroffen. Laut einem Bericht des Kyiv Independent wurde ein Einkaufszentrum, ein Wohnhochhaus und zahlreiche Privathäuser getroffen.

+++ 09.00 Uhr: Laut Einschätzung der USA steht die russische Armee vor massiven Versorgungsproblemen. Pentagon-Sprecher John Kirby erklärte am Dienstagabend in einer Rede, dass vor allem Treibstoff und Nahrungsmittel sehr knapp seien. Sie integrieren ihre Operationen nicht so, wie man es von einem modernen Militär erwarten würde“, sagte Kirby. Zudem gebe es teils enorme Kommunikationsprobleme zwischen der Luftwaffe und den Bodentruppen. Die Moral unter den russischen Soldaten sinke. Viele seien „frustriert“ und „festgefahren“.

Das begründete er insbesondere damit, dass Putins Plan einer relativ schnellen Invasion und Eroberung gescheitert sei. Der Widerstand der Ukraine sei dafür verantwortlich, gepaart mit westlicher Unterstützung. „Sie werden gebremst. Und ein Teil davon [...] ist auf ihre eigene Ungeschicklichkeit zurückzuführen“, so Kirby. Kirbys Aussagen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der Kreml spricht in zahlreichen Propaganda-Videos und Stellungnahmen, dass die „Spezial-Operation“ in der Ukraine wie geplant vorangetrieben werde.

+++ 08.45 Uhr: In der Stadt Luhansk gibt es offenbar eine Feuerpause. Diese soll ab 09.00 Uhr Ortszeit (08.00 Uhr MEZ) gelten. Das erklärte der zuständige Gouverneur, Serhij Gaidaj, auf Telegram. Ziel dessen sei es die Zivilbevölkerung über Fluchtkorridore in Sicherheit zu bringen

Ukraine-Krieg: Truppen halten offenbar Stellung

+++ 08.30 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte halten nach Angaben ihres Generalstabs die Stellung trotz fortdauernder russischer Luftangriffe. Der Vormarsch des Gegners werde an mehreren Fronten gestoppt, zum Beispiel bei Slowjansk im Gebiet Donezk im Südosten, teilte der Generalstab in Kiew am Mittwochmorgen mit. Auch Mykolajiw im Süden werde verteidigt, ebenso Tschernihiw im Nordosten. Zur Lage in der seit Wochen besonders heftig umkämpften Stadt Mariupol teilte die Militärführung lediglich mit, die ukrainischen Kräfte verteidigten sich gegen Angriffe aus allen Richtungen. Die Berichte aus der Kampfzone waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar.

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, Kampfhubschrauber vom Typ Ka-52 hätten ein ukrainisches Munitionslager zerstört. Ein Ort wurde nicht genannt. Die ukrainische Seite hatte zuvor von Angriffen dieser Hubschrauber im Raum Charkiw im Osten des Landes berichtet.

Krieg in der Ukraine: Schon jetzt mehr russische Verluste als in Afghanistan

+++ 08.10 Uhr: Laut Angaben des Generalstabs des ukrainischen Militärs sind beim Krieg in der Ukraine mittlerweile 15.300 russische Soldaten getötet worden. Damit habe Russland nach fast vier Wochen bereits mehr Verluste zu verzeichnen als die UdSSR beim Krieg in Afghanistan von 1979 bis 1989 (15.051 Soldaten).

Derweil melden die Behörden im Oblast Luhansk, dass drei Leute bei einem russischen Angriff auf ein Wohnhaus in Rubischne am Dienstagabend getötet worden seien, darunter zwei Kinder.

Ukraine-Krieg: Heftige Kämpfe um Charkiw – Russischer Angriff abgewehrt

Erstmeldung vom Mittwoch, 23.03.2022, 06:20 Uhr: Das russische Militär hat nicht näher bezeichnete Militäranlagen im Umkreis der Stadt Riwne im Nordwesten der Ukraine mit Raketen beschossen. Dabei seien am Dienstag drei Raketen eingeschlagen, sagte der regionale Militärchef Vitali Kowalj der Agentur Unian. „Während eines Alarms am Abend hat der Gegner dreimal auf ein Objekt der militärischen Infrastruktur geschossen“, hieß es. „Eine Kommission ist vor Ort, die Verluste werden festgestellt.“ Details nannte Kowalj nicht. Schon am Vortag hatte das russische Militär von Angriffen in der Region berichtet. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau wurden dabei mehr als 80 Kämpfer der ukrainischen Seite auf dem Truppenübungsplatz Nowa Ljubomyrka im Gebiet Riwne bei einem Raketenangriff getötet. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Bei neuen Kämpfen um Charkiw im Osten des Landes haben ukrainische Einheiten nach eigener Darstellung einen Angriff russischer Truppen abgewehrt. Dabei seien am Dienstagabend von russischer Seite auch Kampfhubschrauber vom Typ Ka-52 eingesetzt worden, wurde der regionale Befehlshaber Oleg Sinegubow von der „Ukrajinska Prawda“ zitiert. „Unsere Truppen halten ihr Stellungen.“ Schwierig sei die Lage im belagerten, rund 100 Kilometer entfernten Isjum. Zu der Stadt gebe es keine Verbindung mehr. Alle Bemühungen um einen humanitären Korridor seien bisher von russischer Seite abgelehnt worden. Auch diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat russische Streitkräfte beschuldigt, eine Gruppe von Flüchtlingen aus der belagerten Hafenstadt Mariupol auf einer zuvor vereinbarten Fluchtroute „einfach gefangen genommen“ zu haben. In seiner abendlichen Videobotschaft verwies der Staatschef am Dienstag erneut auf das Leid der seinen Angaben zufolge noch 100.000 Menschen in der Stadt, die „ohne Nahrung, ohne Wasser, ohne Medikamente, unter ständigem Beschuss“ ausharren müssten.

(kas/sne/jey/nc/lm/sne mit dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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