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15 Fakten über Doping im Fußball, die du zur WM unbedingt parat haben solltest

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Von: Daniel Drepper

Hunderte Fälle, Gerichtsprozesse, geständige Profis: Wir haben das Wichtigste zusammengetragen.

1. Jedes Jahr gibt es zahlreiche Dopingfälle im Fußball.

Im Jahr 2016 zum Beispiel sollen es 229 gewesen sein. Allein in Deutschland sind in den vergangenen Jahren knapp 30 Fußballer positiv getestet worden.

2. Die Dunkelziffer gedopter Fußballer ist vermutlich riesig.

Das liegt wohl auch an Lücken bei den Kontrollen. Das hat sich bei der vergangenen WM gezeigt, wo viele Spieler überhaupt nicht getestet wurden. Das zeigt sich aber auch in der Bundesliga. Zwar werden in Deutschland mittlerweile mehr als 2000 Kontrollen im Jahr genommen, diese verteilen sich aber auf schätzungsweise rund 5000 Spielerinnen und Spieler. Viele Profis werden in einer ganzen Saison kein einziges Mal getestet.

3. Verschiedene Studien legen nahe, dass rund jeder Zehnte Profifußballer schon einmal gedopt haben könnte.

Ein ehemaliger Profi-Fußballer hat seine Ex-Kollegen vor wenigen Jahren anonymisiert befragt. Das Ergebnis: 14 bis 25 Prozent der Spieler haben schon einmal gedopt. In Spanien sollen es der gleichen Umfragen zufolge sogar 30 Prozent gewesen sein. Eine weitere Studie untersuchte 4000 Dopingproben von 900 Spitzenspielern, der Großteil davon spielten in der Champions League. Acht Prozent der Proben hatten auffällige Testosteronwerte. Auch bei einer anonymisierten Untersuchung von Blutwerten aus der Bundesliga tauchten 2013 neun auffällige Werte auf, die auf Blutdoping hindeuten könnten. Die Studie war von Tim Meyer durchgeführt worden, dem Teamarzt der deutschen Nationalmannschaft.

Stefan Matschiner sagt, er habe Fußballer mit Doping versorgt.
Stefan Matschiner sagt, er habe Fußballer mit Doping versorgt. © Afp / AFP / Getty Images

4. Der Österreicher Stefan Matschiner sagt, er habe Fußballer mit Dopingmitteln versorgt.

Mehrere Fußballer aus verschiedenen europäischen Ländern hätten zu seinen Klienten gezählt. Matschiners Fußballer nahmen angeblich Testosteron und das Blutdopingmittel EPO. Der beste seiner Spieler spielte laut Matschiner bei der Qualifikation zur Champions League mit.

5. Immer wieder prahlen Ärzte gegenüber Undercover-Reportern damit, Profi-Fußballer zu dopen.

In diesem Beispiel sollen es zwei brasilianische Nationalspieler sein – und dieser Arzt berichtet davon, dass er Spitzenvereine wie Arsenal und Chelsea betreut habe.

6. Doping im Fußball hat eine lange Historie.

Schon die „Helden von Bern“, die deutschen Fußball-Weltmeister von 1954, sollen mit dem Aufputschmittel Pervitin gedopt worden sein. Das behauptet zumindest der Sporthistoriker Erik Eggers in diesem Beitrag.

Peter Neururer, Trainer-Legende, hat über Captagon-Doping gesprochen.
Peter Neururer, Trainer-Legende, hat über Captagon-Doping gesprochen. © Sascha Steinbach / Getty Images

7. Auch in den 1980er Jahren ist im (west-)deutschen Fußball gedopt worden.

So haben zahlreiche Spieler und Trainer über die weit verbreitete Einnahme des Aufputschmittels Captagon gesprochen, darunter Peter Neururer, Benno Möhlmann und Hans-Werner Moors. Auch in den Bücher von Toni Schumacher und Edwin Klein („Rote Karte DFB“) sind Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre Dopingpraktiken beschrieben worden.

8. Der VfB Stuttgart kaufte große Mengen Anabolika ein.

Das war in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren. Zu der Zeit spielte auch Nationaltrainer Jogi Löw für den Verein.

Jogi Löw. Damals zu Doping-Zeiten Stürmer beim VfB Stuttgart, heute Bundestrainer.
Jogi Löw. Damals zu Doping-Zeiten Stürmer beim VfB Stuttgart, heute Bundestrainer. © Alexander Hassenstein / Getty Images

9. Doping war auch im DDR-Fußball weit verbreitet.

Vor allem in der Nationalmannschaft oder bei Spielen gegen ausländische Teams. Das Doping begann spätestens 1965 und setzte sich bis zum Ende der DDR fort.

10. Dopingproben von russischen Nationalspielern sollen in der Vergangenheit nicht ausreichend untersucht worden sein

Das berichtete vor wenigen Wochen die ARD. „Finger weg vom Fußball, okay?“, sagte Sportminister Mutko den Recherchen zufolge. Auffällige Proben sollen daraufhin vom Dopinglabor in Moskau vertuscht worden sein.

Eufemiano Fuentes hat auch Fußballer mit Dopingmitteln versorgt.
Eufemiano Fuentes hat auch Fußballer mit Dopingmitteln versorgt. © Dani Pozo / AFP / Getty Images

11. Auch in Spanien häufen sich seit Jahren Indizien, die auf Doping im Fußball hindeuten.

Der berühmte Doping-Doktor Eufemiano Fuentes hat über Jahre den spanischen Erstligisten Real Sociedad San Sebastian mit Dopingmitteln beliefert. Zu der Zeit spielte auch Ex-Bayern-Star Xabi Alonso für den Verein. Zudem betreute Fuentes mindestens einen weiteren Verein.

12. Von den 1960ern bis in die 1990er: Doping-Affären gab es immer wieder auch in Italien.

Schon in den 1960er Jahren testete der italienische Verband viele Spieler positiv auf Doping, in den folgenden Jahrzehnten berichteten einzelne Spieler immer wieder über Doping in ihren Vereinen.

13. Der bekannteste Fall im (italienischen) Fußball sind wohl die Vorwürfe gegen Juventus Turin.

Der Teamarzt von Juventus Turin wurde 2004 wegen Sportbetrugs durch Epo-Doping und Verabreichung gesundheitsschädlicher Medikamente zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Später wurde er freigesprochen, weil Doping zur Zeit der Anwendung (1994 bis 1998) in Italien nicht strafbar war.

Zinedine Zidane mit dem WM-Pokal 1998, er soll über Doping-Praktiken gesprochen haben.
Zinedine Zidane mit dem WM-Pokal 1998, er soll über Doping-Praktiken gesprochen haben. © Pierre Verdy / AFP / Getty Images

14. Der damalige Juve-Star Zinedine Zidane soll Doping-Praktiken weiterempfohlen haben.

Zidane soll dem französischen Pop-Sänger Johnny Holliday empfohlen haben, zur Regeneration in einer Schweizer Klinik Bluttransfusionen vornehmen zu lassen. Zidane gönne sich zwei Mal im Jahr diese Behandlung, sagte Holliday.

15. Und auch in Zidanes Heimatland Frankreich gibt es zahlreiche Doping-Vorwürfe.

So sollen Spieler beim AS Saint-Étienne und bei Olympic Marseille gedopt worden sein. Der Richter in einem Radsport-Dopingprozess, dem sogenannten Festina-Prozess, sagte 2009 zudem, dass die gedopten Radsportler alle erzählt hätten, dass die Fußballer die gleichen Doping-Ärzte und Methoden zur Verfügung gehabt hätten. Bei dem Prozess ging es unter anderem um das Jahr 1998 – das Jahr, in dem Frankreich im eigenen Land Weltmeister wurde, angeführt von Zinedine Zidane.

Für noch mehr Informationen über Doping im Fußball empfehlen wir die Seiten fussballdoping.de und Cycling4Fans.

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