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Bei der #StrangeThingsChallenge posten Museen ihre verrücktesten Ausstellungsstücke auf Instagram

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Von: Karsten Schmehl

Ein Adolf-Hitler-Nadelkissen, ein Glaspenis und ein Fabelwesen. Alle zusammen in diesem Post.

1. Hi und schön, dass du da bist! Nicht erschrecken, aber hier ist Foto von einem Adolf-Hitler-Nadelkissen.

„Als besonders subtiles Mittel der Kriegspropaganda gegen das Dritte Reich und seinen 'Führer' ist diese Spottfigur zu verstehen“, schreibt das Badische Landesmuseum aus Karlsruhe über dieses sehr besondere Ausstellungsstück.

2. Das Hitler-Nadelkissen, wie auch dieses „Haarbild“, gehören zur #StrangeThingsChallenge, zu der das Historische Museum Speyer aufgerufen hat.

Bei der #StrangeThingsChallenge sollen Museen ihre verrücktesten Ausstellungsobjekte zeigen. Gleichzeitig sollen sie weitere Museen nominieren, das Gleiche zu tun. Die Aktion hat das Historische Museum Speyer vor einigen Monaten ins Leben gerufen.

Wie der SWR berichtet, haben mittlerweile über 100 Museen aus ganz Europa an der Instagram-Aktion teilgenommen. Fast 700 Beiträge gibt es inzwischen unter dem Hashtag.

Dieses „Haarbild“ gehört zu einem der ersten Fotos, mit denen das Museum in Speyer diese Challenge startete. Sie schreiben dazu: „Für solche Kunstwerke, die sich im 19. Jahrhundert einer großen Beliebtheit erfreuten, wurden Haare von Familienmitgliedern, Freunden oder auch Verstorbenen verwendet und zu kunstvollen Blumendekorationen gebunden.“

3. Hier einige der strangesten Ausstellungsstücke, die sich bisher unter dem Hashtag versammelt haben: Beginnen wir mit dieser Handtasche in Form eines Krokodils aus Krokodil-Leder, die zur Sammlung des Historischen Museums Speyer gehört.

„Solche Täschchen wurden um 1880 bis etwa 1900 von mondänen Damen getragen. Viel mehr Platz als für ein Spitzentaschentuch bot dieses skurrile Accessoire, das am Gürtel oder auch separat an bzw. in der Handtasche befestigt werden konnte, allerdings nicht.“

4. Das Freilichtmuseum Niederrhein postete diesen Schimpansen. Er wurde in den 70er Jahren produziert und spielt auf Knopfdruck Becken. Creepy 10/10.

„Der Affe ist in Betrieb noch gruseliger 😱. Unser Tipp: Nicht vor dem Schlafengehen anschauen!“

5. Das Gemeindemuseum Oberriet in der Schweiz hat dieses Objekt zur Körperhygiene gepostet.

„Im 18./19. Jh steckten sich die vornehmen Damen diesen Flohfänger in den weiten Rock oder mit Haarnadeln in die Frisur. Die Flöhe wurden durch die Lockmittel (z.B. Honig) im Innern angezogen und konnten so die Besitzerin nicht mehr weiter plagen.“

6. Das Freilichtmuseum Kommern postete dieses Bild von einem ... äh ... „Schnapshund“.

„Der Schnapshund, ein Scherzgefäß, stammt aus dem Rheinland der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und wurde als Likörflasche verwendet. Der Ausguss erfolgt über den röhrenförmigen Schwanz. Scherzgefäße dienten vom 16. bis 18. Jahrhundert vor allem der Unterhaltung. Das Trinken bzw. Ausschenken erfordert doch ein hohes Maß an Geschick!“

7. Auch das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz postete ein Scherzgefäß aus dem 16. Jahrhundert.

„Für welche Art von Tischgesellschaft dieses besondere Juwel zum Einsatz kam, können wir nur vermuten. Es kann aber keine dröge Runde gewesen sein, nicht wahr? Cheers!“

8. Das Deutsche Historische Museum in Berlin postete diese Schutzhaube eines Pestarztes.

„Um sich selbst vor hochansteckenden Krankheiten zu schützen, trugen Ärzte vor einigen hundert Jahren Schutzhauben. Das Atmen war nur noch über kleine Atemlöcher am 'Schnabel' möglich, in dessen Nasenstück Kräuter oder Essigschwämme gefüllt waren, die die Luft filtern und Krankheiten abwehren sollten.“

9. Und das ist „Mutz“ vom Historischen Museum in Bern.

„Seit mehr als zwei Jahrhunderten guckt unser 'Mutz', trotz Schwert und Schild, etwas verloren in die Welt. Der junge Bär wurde 1798 von französischen Soldaten beim Golatenmatttor zurückgelassen, als diese die drei Berner Bären aus der besiegten Patrizierstadt nach Paris abtransportierten. Die lateinische Inschrift auf dem Schild des nur 20 cm grossen Bärchens lautet übersetzt: «Das Alte ist untergegangen.“

10. Das Industriemuseum in Oberhausen postete diesen „Bindengürtel”.

„Dieser Bindengürtel mit einer mehrfach verwendbaren Binde aus Wolle, die nach Gebrauch gewaschen wurde, stammt aus den 1930er Jahren und ist der Vorläufer der Wegwerfprodukte der Monatshygiene. Tampons und Einmal-Binden – heute völlig selbstverständlich – sind eine relativ neue Erfindung.“

11. Wo wir schon bei Monatshygiene sind: Hier die „Frauen-Dusche“ des Stadtmuseums in Düren.

„Dieses Objekt wurde in den 50er Jahren für die weibliche Intimhygiene verwendet. Inzwischen ist der regelmäßige Gebrauch von Frauenduschen medizinisch umstritten.“

12. Dieser kleine Racker ist ein bayerisches Fabelwesen. Es gehört zur Sammlung des Naturmuseums St. Gallen.

„Es handelt sich um einen typischen Wolpetinger – ein bayerisches Fabelwesen, welches über einen eigenen Wikipedia-Eintrag verfügt. Die erfolgreiche Legende nahm im 19. Jahrhundert ihren Anfang, als Tierpräparatoren aus Körperteilen von unterschiedlichen Tieren Souvenire für leichtgläubige Touristen schufen.“

13. Das Alpine Museum der Schweiz hat dieses Fundstück zur #StrangeThingsChallenge beigesteuert. Dieses Ding ermöglichte es offenbar Frauen, in Highheels auf den Berg zu kommen.

„'Nicht ohne meine Highheels', dachte sich wohl eine Alpinistin um 1910 und kaufte sich solche Steigeisen, die einen stilechten Aufstieg mit Absatzschuhen ermöglichten. Obwohl dieses Fashion-Statement wohl kaum einen sicheren Auf- und Abstieg garantierte, hat es die Besitzerin offensichtlich überlebt. Sonst wären die Steigbügel inklusive holzigem Aufbewahrungsbehälter eher in einer Gletscherspalte statt in unserer Sammlung gelandet.“

14. Das Rheinische Landesmuseum Bonn postete diesen „Dodekaeder“, der höchst mysteriös ist.

„Bei unserem Stück handelt es sich um eines von bisher knapp über 100 gefundenen römischen Dodekaedern. Den Fundstücken ist gemein, dass sie ausschließlich in Römersiedlungen, die vorher von Kelten besiedelt waren, gefunden wurden. Datiert werden sie auf das 1. bis 4. Jahrhundert.

Neben diesen Grunddaten bleibt eines jedoch rätselhaft: Wofür hat man die Dodekaeder aus der galloromanischen Kultur verwendet? Als Kerzenständer? Als Knauf eines Zepters? Vielleicht habt ihr ja eine Idee!“

Noch viel mehr dieser kuriosen Ausstellungsstücke findest du drüben bei Instagram, unter dem Hashtag #StrangeThingsChallenge.

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