Die Polizei Berlin sucht per Instagram nach einer Frau, in die sich ein Beamter verknallt hat - für viele ist das Stalking

Ist es Stalking oder romantisch, wenn die Polizei Berlin nach einem Schwarm "fahndet"?

In der aktuellen Instagram-Story der Polizei Berlin gibt es öffentliche Fahndung. Aber nicht nach Bankräubern, Mördern oder Erpressern, sondern nach einer Person, die einen Beamten nach dem Weg gefragt hat und die ihm offenbar seit dem nicht mehr aus dem Kopf geht.

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Zur gesuchten Person gibt die Polizei nicht viel bekannt. Aber die Beamten berichten: „Du gehst unserem Kollegen nicht mehr aus dem Kopf.“

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Er trag — Überraschung — Uniform. Die andere Person offenbar mindestens ein ganz besonderes Lächeln.

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Auf Twitter gibt es einige Reaktion zum Aufruf der Polizei. Ein eher kleiner Teil nennt den Aufruf romantisch ...

... die große Mehrzahl findet, dass es nach Stalking klingt.

Dieser Twitter-Account erwähnt, dass es sich wie eine Fortsetzung der „Aldi-Stalker-Story“ lese.

Mit der „Aldi-Stalker-Story“ ist eine Geschichte von Anfang Januar gemeint (und eigentlich spielt sie bei Lidl). Wie Ze.tt damals schrieb: „Nachdem eine Kassiererin den Arbeitsplatz gewechselt hatte, suchte ein Mann alle Filialen der Stadt ab, um sie zu finden. Viele finden das romantisch, dabei handelt es sich um Stalking. Ein Kommentar“

„Sie beraten zu Stalking“, schreibt Feministin Anne Wizorek auf Twitter.

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Diese Person kritisiert, dass Betroffene von Stalking nach so einer Aktion weniger Vertrauen in die Polizei haben würden.

Andere berichten über ihre Erfahrungen in solchen Fällen:

Wie diese Strafzettel-Geschichte:

Einige machen auf Twitter schon Scherze darüber, wie der Beamte sie noch einfacher finden könnte.

Wiederum andere nennen das Ganze "unprofessionell" ...

... und finden es übertrieben.

„Das ist kein Stalking“, sagt Polizeioberkommissar Jörn Iffländer vom Social Media Team der Berliner Polizei gegenüber BuzzFeed News.

Iffländer erklärt, dass es häufiger vorkomme, dass Bürgerinnen und Bürger, zum Beispiel nach Verkehrskontrollen, im Nachhinein Kontakt zu Beamtinnen und Beamten der Berliner Polizei suche. Da vermittle er gerne und das gehöre für ihn zur Öffentlichkeitsarbeit mit dazu.

Dies ist aber der erste Fall, in dem ein Beamter jemanden wiedersehen möchte. Der Beamte hätte sich per Instagram gemeldet und geschrieben, dass ihm die Person nicht mehr aus dem Kopf gehe. Aufgrund des Alters des Beamten hätten sie sich dazu entschlossen, ausschließlich Instagram als Plattform für die Suche zu wählen, da das die wichtigste Plattform für Menschen seinem Alter sei, so der Polizeioberkommissar.

Den Vorwurf des Stalkings weist Iffländer zurück. „Wenn man sich den Straftatbestand des Stalkings anschaut und mit unserem Aufruf vergleicht, ist das Quatsch“, so Iffländer. Auf Instagram erhalte er viele hilfsbereite Nachrichten, auf Twitter dagegen eher Kritik, sagt Iffländer gegenüber BuzzFeed News.

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