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Diese Frau hat die Geburt ihres Sohnes selbst fotografiert

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Sie habe sich ein Bild gewünscht, das ihre Perspektive zeige: „... die ersten Atemzüge meines Sohnes – und was er auf der Welt sieht.“

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BuzzFeed.de © Megan Mattiuzzo

Megan Mattiuzzo ist eine 29-jährige professionelle Hochzeitsfotografin mit Sitz in Hamburg im US-Bundesstaat New York. Vor kurzem hat sie ihr erstes Kind zur Welt gebracht. Sie und ihr Mann haben dem Jungen den Namen Easton gegeben.

Bevor ihr Sohn geboren wurde, hat Mattiuzzo nach einer Möglichkeit gesucht, seine Ankunft auf der Welt zu dokumentieren. Mehrere ihrer Fotografen-Freunde boten an, die Geburt zu fotografieren, doch die 29-Jährige hatte noch eine andere Idee.

Sie hatte ein ganz besonderes Foto im Sinn, das nur sie selbst aufnehmen konnte.

BuzzFeed News gegenüber erklärt Mattiuzo, sie habe sich ein Bild gewünscht, das ihre Perspektive zeige: „... die ersten Atemzüge meines Sohnes und was er auf der Welt sieht.“

Also plante sie, die ersten Aufnahmen ihres Babys zu machen, als sie in den Wehen lag.

„Alle haben gesagt, ich sei verrückt“, scherzt sie über ihre Freunde.

Doch am Tag ihrer zwölf Stunden andauernden Wehen und beim letzten Pressen hat sich Mattiuzzo ihre Kamera geschnappt und wirklich atemberaubende Bilder ihres neugeborenen Sohnes aus der Perspektive seiner Mutter aufgenommen.

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Mattiuzzo sagt, sie sei beim Anblick dieser Bilder „überwältigt vor Glück“. Die Planung und der Weg zu diesem Augenblick waren jedoch nicht einfach. Als Erstes musste sie sicher, dass ihre Kameraeinstellungen für die Beleuchtung und Reihenfolge der Aufnahmen angepasst waren. Ihr Mann sollte die Kamera während des Großteils ihrer Wehen halten und ihr im letzten Moment schnell geben.

Am Tag der Wehen wurde die Aufgabe durch einige Komplikationen wesentlich erschwert. „Meine PDA war nicht zu 100 Prozent wirksam. Die linke Seite meines Bauches spielte nicht mit und die Wehen waren sehr intensiv“, erklärt die junge Mutter. „Irgendwann sah ich meinen Mann an und sagte: ,Ich weiß nicht, ob ich das schaffe.'“ Dennoch blieb sie dabei, denn sie wusste, dass sie es „bereuen würde, falls ich es nicht tue.“ Nachdem ihre Ärztin das letzte Mal Pressen angekündigt hatte, „drückte ich mein Kinn auf meine Brust, balancierte die Kamera auf meinem Bauch, sah durch den Bildsucher und fing an, Fotos zu machen.“

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„Zuerst sieht man das Obere seines Kopfes... dann seine Hände... es war wunderbar“, so Mattiuzzio über ihren „Simba-Moment“, wie sie ihn nennt. „Ich gab meinem Mann die Kamera zurück, dann legten sie das Baby auf meine Brust und fingen an, es abzuwischen.“ Sie sagt, dass ihre letzte Wehe unglaublich schmerzhaft war und durch ihre Foto-Vorhaben weiter kompliziert wurde. Allerdings fügt sie hinzu, ihre Entschlossenheit, den Moment aufzunehmen, habe den Schmerz gelindert. „Das hat mich vom Schmerz abgelenkt“, erklärt sie. „Das ist dein Sohn, dein Kind. Ihn zu sehen... Ich kann das Gefühl nicht beschreiben. Neun Monate lang weißt du nicht, wie er aussieht, wer er ist. Und dann siehst du schließlich ein gesundes Baby und bist überwältigt vor Glück.“ Mattiuzzo sagt außerdem, dass sie wegen dieser einzigartigen Geburtsfotos ihre Pläne nun gar nicht mehr für so ein „verrücktes Vorhaben“ halte. (Übrigens: Kurz bevor die Geburt eingeleitet wurde, bat sie das Krankenhaus, die Deckenbeleuchtung im Raum auszuschalten und ein helles Rampenlicht am Ende ihres Bettes für die Aufnahmen eingeschaltet zu lassen.)

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Die Fotografin rät werdenden Müttern, die so etwas auch machen wollen, aber keine professionellen Fotograf*innen sind, vor dem Beginn der Wehen vollständig vorbereitet zu sein. Sie habe ihre Ärztin davor diesbezüglich um Rat gebeten. Diese stimmte ihrer Entscheidung zu, da sie eine gesunde Schwangerschaft durchlaufen hatte. „Vergewissere dich rechtzeitig, dass du mit deiner Kamera vertraut bist und damit, wie schnell du die Einstellungen eventuell ändern musst“, rät Mattiuzzo weiter. So ließe sich vermeiden, dass die Fotos später verschwommen sind. Allerdings weist sie darauf hin, dass die Fotos nicht „perfekt sein müssen.“ Sie dienen als Erinnerungen. Als Fotografin, die sich auf Hochzeiten spezialisiert hat, wisse sie, dass Leute sich auf sie verlassen, damit sie Augenblicke verewigt, die sich dann wieder erleben lassen. „Für mich war es der gleiche gedankliche Prozess," sagt Mattiuzzo. „Ich mag mich selbst an den Moment erinnern, aber Erinnerungen verblassen. Das Foto bedeutet für mich, diesen Moment des Glücks und der Erleichterung erneut zu erleben. Er ist da, er sieht gesund aus. ... Es ist schön, dieses Foto zu haben.“

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

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