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Es ist 2018 und diese LGBT*s berichten, wie viel Hass sie sich jeden Tag anhören müssen

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Von: Juliane Löffler

Unter dem Hashtag #MeQueer teilen Menschen auf Twitter derzeit ihre Diskriminierungserfahrungen in Deutschland.

Das Hashtag #MeToo löste vergangenes Jahr eine weltweite Debatte über Sexismus und sexualisierte Gewalt aus, vor wenigen Wochen wurde in Deutschland unter #MeTwo über Rassismus-Erfahrungen debattiert. Nun schreiben unter #MeQueer auch Lesben, Schwule, Trans- und andere LGBT*s über ihre Erfahrung mit Diskriminierung und Gewalt.

Die Menschen berichten von teilweise brutalen Erfahrungen ...

... und von Alltagserfahrungen, die viele Menschen nachvollziehen können.

Sie berichten von früher ...

... und von heute.

Sie berichten von Erfahrungen im öffentlichen Raum ...

... und erzählen, wie sie auf die Diskriminierung reagieren.

„Intimsphäre gilt für Queere nicht.“

„Lesbe? Die ist nur von Männern enttäuscht.“

Tausende Menschen auf Twitter teilen und kommentieren unter dem Hashtag. Und einige reagieren überrascht und schockiert darauf, ähnlich wie bei der Rassismusdebatte unter #MeTwo.

Ins Leben gerufen wurde das Hashtag von Harmut Schrewe, einem freien Autor aus Brandenburg lebt. Er ist 51 und seit letztem Jahr mit seinem Mann verheiratet.

Den ersten Tweet mit dem Hashtag #MeQueer schrieb er am vor wenigen Tagen am 13. August.

Hartmut Schrewe erzählt BuzzFeed News am Telefon, dass er das Hashtag ganz bewusst initiiert habe.

„Ich war sehr dankbar für #MeToo und #MeTwo, weil ich selbst davon lernen und die Welt aus der Sicht von Menschen erleben konnte, die Diskriminierungserfahrungen gemacht haben. Und ich habe mich manchmal selbst ertappt gefühlt“, sagt Schrewe. „Das ist mein größtes Anliegen: Dass Leute merken: Da verletze ich gerade jemanden.“

Schon länger habe er überlegt, ein Hashtag für LGBT*s auf Twitter zu starten. „Ich habe mich bei dem Gedanken ertappt: Willst du jetzt öffentlich rumjammern?“, schreibt Schrewe auf Twitter.

„Dann gab es eine Situation, in der mein Mann telefoniert hat und von mir als Ehemann gesprochen hat“, erzählt er BuzzFeed News am Telefon. „Die andere Person am Telefon sprach dann über mich als „ein Kumpel“. Das war der Auslöser. Ich habe dann eine längere Tweetreihe geschrieben. Da ist mir erst klar geworden, wie viel ich verdrängt habe.“

Mit den vielen Reaktionen habe er allerdings nicht gerechnet. „Ich bin dankbar und begeistert von dem Mut der Leute, von der Vehemenz und der Offenheit. Es ist wichtig, dass sich niemand verstecken muss.“

Besonders für LGBT*s sei Twitter eine gute Möglichkeit, sich zu äußern, weil sie dort anonym bleiben könnten.

Viele Menschen sind dankbar, dass nun auch über Diskriminierung von queeren Menschen gesprochen wird.

„Öffnet die Herzen.“

BuzzFeed News recherchiert derzeit zum Thema Hass und Gewalt bei LGBT*s. Hier findest du den Link zu unserer Umfrage, an der du gerne anonym teilnehmen kannst.

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