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„Es wurde mit dem Finger auf uns gezeigt“: Die Fab Five von „Queer Eye Germany“ im Interview

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Von: Mika Engelhardt

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Die Fab Five von Queer Eye Germany im Interview
Es war Liebe auf den ersten Blick: Die Fab Five David, Ayan, Jan-Henrik, Aljosha und Leni verstehen sich seit dem ersten Treffen super. © Screenshot BuzzFeed

Im Gespräch mit BuzzFeed Deutschland erzählen die Fab Five von ihrem ersten Treffen, wie aufregend der erste Drehtag war und ob sie bei einer zweiten Staffel dabei wären.

Endlich ist es auch in Deutschland so weit: „Queer Eye Germany“ startet am 9. März auf Netflix und wir haben die Gelegenheit genutzt, um dem Cast unsere dringendsten Fragen zu stellen.

Was macht „Queer Eye“ so besonders?

Hallo Fab Five, ich freue mich sehr, euch kennenzulernen! Ich finde, „Sparkle” ist ein Wort, das beschreibt Queer Eye sehr gut, und ich würde gerne von euch hören, was macht Queer Eye eigentlich so besonders? Und vielleicht auch: Warum haben queere Menschen eigentlich einen guten Geschmack? Warum sind sie so gut darin, anderen Leuten zu helfen?

Leni: Ich glaube, dass queere Menschen sich schon in sehr jungen Jahren reflektieren müssen, weil wir eben auch auf sehr viel Gegenwind stoßen. Es wurde oft mit dem Finger auf uns gezeigt. Deswegen müssen wir uns schon viel früher mit uns selbst beschäftigen und wie wir auch auf andere wirken. Und ich glaube, daher kommt es, dass wir queere Menschen ganz oft eben so ein Feingespür dafür haben, wie wir rüberkommen, wie wir aussehen und was wir vermitteln wollen. Ja, ich glaube, das ist so die Quintessenz.

Aljosha: Wir brechen ja auch alle aus der Heteronormativität aus. Wir leben eben nicht das, was die gesellschaftliche Mehrheit sagt, wie man es zu tun hat. Und ich glaube, dadurch befassen wir uns auch mehr mit Themen, die außerhalb unserer eigenen Komfortzone liegen. Und das spielt dem ganzen Thema auch noch mal in die Karten.

David: Plus, wenn du oft von der gesellschaftlichen Mehrheit vermittelt bekommst, dass du nicht richtig bist und dann vielleicht auch nicht das Umfeld hast, das dich da bestärkt, dann bleibt dir eigentlich nichts anderes übrig, als dich mit Selbstliebe auseinanderzusetzen und dich selbst zu empowern. Und das kreiert so wahnsinnig starke Menschen, die dazu auch irgendwie gezwungen sind, die dann oft so viel davon übrig haben, dass es aus ihnen rausströmt.

Ayan: Dennoch würde ich das gar nicht verallgemeinern und sagen: „Alle queere Menschen sind kreativ oder haben guten Stil“. Da habe ich genug Beispiele, wo es nicht so ist. (lacht) Dennoch haben wir in der Show jetzt wirklich fünf tolle, stylische und super repräsentative Mitglieder:innen der queeren Community. Aber so verallgemeinern kann man das glaube ich nicht.

„Queer Eye Germany“s Fab Five: Das perfekte Team kommt zusammen

Die Fab Five sind in einer Szene aus Queer Eye Germany zu sehen
Immer gut drauf: Auch, wenn sie auf schwere Schicksale stoßen, bringen die Fab Five stets ein Lächeln und einen freundlichen Spruch mit. © Screenshot/YouTube Netflix

Was ich mich auch gefragt habe: Wie kommt eine Fab Five eigentlich zusammen? Wie läuft so ein Casting für Queer Eye ab? Werdet ihr kontaktiert? Geht ihr auf Leute zu? Wie funktioniert das?

Jan Henrik: Das ist ganz unterschiedlich. Bei mir war es so, dass ich gefragt worden bin, ob man meinen Namen da mal in den Ring schmeißen darf. Zuerst habe ich das Format nicht so verstanden. Ich habe die ersten fünf Staffeln damals zweimal geguckt, bis ich dann Fan geworden bin. Also bei mir war das Liebe auf den zweiten Blick.

Leni: Ich hab eine E-Mail bekommen, das ist auch schon ein bisschen länger her. 2019? Über zwei Jahre. Und dann hat sich das echt über einen langen Zeitraum hinweg gezogen. Natürlich auch wegen der Pandemie. Und dann gab es aber den Moment des Castings und da durften wir uns ja teilweise auch schon kennenlernen. Jan-Henrik und ich haben uns am Castingtag getroffen. Aljoscha, Ayan und David haben sich da auch schon kennengelernt. Und dann wurden wir zusammengeführt und sind jetzt das perfekte Team.

Jan Henrik: Beim Casting wusste ich schon sehr genau: Du musst dich jetzt hier richtig anstrengen und dein Bestes geben und performen, weil du willst das machen! Es war wirklich toll. Egal in welcher Konstellation, in welcher Gruppe man zusammen gecastet wurde. Es war wirklich, wirklich toll. Auch meine Gruppe, die vier, die nicht genommen wurden, waren trotzdem sehr gut und es hat sehr viel Spaß gemacht und die haben uns den Casting-Tag sehr schön gemacht. Also mir hat das sehr viel Spaß gemacht.

Die Fab Five Jan-Henrik Scheper-Stuke, David Jakobs, Ayan Yuruk, Leni Bolt und Aljosha Muttardi von Queer Eye Germany
„Das perfekte Team“: Die Fab Five Jan-Henrik Scheper-Stuke, David Jakobs, Ayan Yuruk, Leni Bolt und Aljosha Muttardi sind bereit für die größte Aufgabe ihres Lebens. © Netflix/Thomas Schenk

Leni, du hast es jetzt schon angesprochen, das erste Kennenlernen. Wie war es, als ihr dann wirklich zusammengeführt wurdet mit eurer Gruppendynamik? War das Liebe auf den ersten Blick bei euch? Konntet ihr da sofort losschießen?

Leni: Definitiv! Ich weiß noch, wir haben uns in Köln bei einem Workshop getroffen. Wir sind das erste Mal in unserem Fab Loft zusammengekommen, was auch super fancy war und haben dann einen ganzen Tag zusammen verbracht. Wir haben sofort geklickt, irgendwie. Ich kann mich erinnern, dass wir abends auch noch lange zusammengesessen und gequatscht haben und uns einfach noch besser kennengelernt haben.

Ayan: Man kann den Diversity-Göttern und -Göttinnen gar nicht genug danken, dass man uns so zusammengebracht hat. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich in die Hotel-Lobby in Köln lief und alle zusammen das erste Mal in der Konstellation getroffen habe. Das war wirklich wie ein Magnet und wir haben einfach sofort gebondet. Und spätestens nach dem dritten Schampus hat auch wirklich jede und jeder schon die Hosen runtergelassen... Also nein, jetzt nicht in dem Sinne, sondern wir haben uns einfach sofort gefühlt, als kennen wir uns schon ewig.

Jan Henrik: Ich hatte die große Freude, Ayan vier Stunden schon „für mich“ zu haben, weil wir zusammen aus Berlin angereist sind. Und als wir in die Lobby kamen und Leni, Aljosha und David da schon saßen, war das wirklich so eine magnetische Situation. Es hat sehr viel Spaß gemacht.

Aljosha: Wir haben auch gleich ganz am Anfang gesagt: Wir wissen jetzt nicht, was auf uns zukommt. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Aber eins ist uns total wichtig, und zwar egal, was passiert, wir sind füreinander da. Wir stützen und schützen einander und sind unser eigenes Safety Net. Das hat uns allen von vornherein ein super krasses Gefühl von Sicherheit gegeben.

Wie geht man auf die Alltagsheld:innen zu?

Eine Szene aus Queer Eye Germany zeigt die Fab Five mit einer Kandidatin
Mission erfüllt: Die Fab Five wollen das Leben ihrer Alltagsheld:innen nachhaltig verbessern. © Screenshot/Youtube Netflix

Und wie war das dann, als ihr den ersten Dreh mit den Held:innen hattet? Wie war die Aufregung davor? Wie war so die Gefühlslage, das erste Mal ins Leben einer anderen Person einzutreten und zu wissen: Wir verändern da jetzt was?

David: Das war schon krass. Ich glaube, ich kann für uns alle sprechen, wenn ich sage, dass wir super aufgeregt waren und uns gleichzeitig absolut der Verantwortung bewusst waren, die wir da haben. Unser Ziel ist ja natürlich auch eine langfristige positive Veränderung... Das ist auch das, was oft gefragt wird: „Aber ist das nachhaltig? Ihr seid da ein paar Tage.“ Und genau das war aber unser Ziel. Wir haben uns davor auch gesagt: Hey, wir wollen nachhaltig was bei der Person verändern und das sind viele Dinge, die man auch gar nicht in der Show sieht. Es ist ja noch nicht mal eine Stunde, die man da guckt. Aber da ist so viel hinter der Kamera passiert, wo wir sichergestellt haben, dass die Person eben auch wenn wir weg sind, noch Dinge hat, die sie daran erinnern, was sie oder er tun muss, um das aufrechtzuerhalten, was wir da kreieren in dieser wahnsinnig kurzen Zeit.

Jan Henrik: Auch wenn wir, jede:r in seinem oder ihrem Expertise-Bereich, nur fünf Minuten zu sehen sind, verbringen wir trotzdem die ganze Zeit mit den Alltagsheld:innen. Wir essen mit denen, wir frühstücken zusammen. Wir werden nicht abgeschirmt, sondern wir sind die ganze Zeit mit denen zusammen. Deshalb entsteht ja auch so eine enge Verbindung. Sonst würde das nicht funktionieren.

„Queer Eye Germany“ Staffel 2? Ja, bitte!

Die Fab Five sind in einer Szene aus Queer Eye Germany zu sehen
Hier geschehen Wunder: In ihrem Loft planen die Fab Five, wie sie das Leben ihrer Held:innen verbessern können. © Screenshot/Youtube Netflix

Zum Schluss noch eine wichtige Frage: Wenn man Queer Eye Germany guckt, geht es so schnell vorbei. Die Sendung macht so viel Spaß und ich habe das Gefühl, ihr lauft euch gerade erst so richtig warm. Wenn das jetzt einschlägt wie ein Blitz, seid ihr sofort dabei für die nächste Staffel?

Ayan: Ja, ja. Lass das bitte einschlagen wie der Blitz!

Leni: Wir haben so lange gewartet und dieser ganze Drehprozess hat so lange gedauert, dass wir so was von bereit sind, oder?

Ayan: So einfach ist das natürlich nicht. Die Zuschauer:innen müssen schon einschalten und schauen, schauen, schauen, das entscheidet letztendlich, ob wir weitermachen dürfen oder nicht. Und wir waren in so vielen Bundesländern noch nicht, oder?

Aljosha: Ja, wir müssen eigentlich noch ganz Deutschland und Österreich und Schweiz machen.

Leni: Ja, ich möchte in den Alpen spazieren gehen mit euch und unseren Alltagsheld:innen.

Ich würde eine zweite Staffel auf jeden Fall sofort gucken. Vielen Dank für eure Zeit und viel Erfolg mit der Sendung!

Wenn du dich jetzt schon richtig auf die Fab Five freust, kannst du direkt weiterlesen, warum „Queer Eye“ genau zur richtigen Zeit in Deutschland startet.

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