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„Friends“ war nicht perfekt, aber hier sind 16 Themen, die in der Serie gut behandelt wurden

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Links: Matt LeBlanc als Joey Tribbiani in der Sitcom „Friends“. Er guckt zweifelnd. Text: Geldprobleme thematisiert. Rechts: Jennifer Aniston als Rachel Green in „Friends“. Sie hält ein Baby auf dem Arm. Text: unkonventionelle Familien.
Die Sitcom „Friends“ hat einige wichtige Themen behandelt. © NBC

Es war nicht alles immer Friede, Freude, Eierkuchen.

Wir haben die BuzzFeed US-Community gebeten, uns Momente zu schicken, in denen die Sitcom „Friends“ Probleme ernst und mit Anstand angegangen ist (zumindest nach den Maßstäben der 90er Jahre) – etwas, wofür die Serie aufgrund von vielen unter anderem homophoben und sexistischen „Gags“ nicht gerade bekannt ist.

1. Als Monica beim ersten Date mit einem Typen geschlafen hat und es keine große Sache war.

Monica Geller und Paul „die Weinflasche“ in „Friends“ in Monicas Wohnung nach ihrem one night stand.
Ach ja, Paul „die Weinflasche“. © NBC

„In der ersten Folge schläft Monica beim ersten Date mit einem Mann (Rachel und Phoebe tun das auch irgendwann in der Serie). Das mag nach heutigen Maßstäben keine große Sache mehr sein, aber damals war es ein Schritt zur Normalisierung der weiblichen Sexualität und ein Schritt weg von der Doppelmoral.“ —darkstarz

2. Die Vorstellung von einer „konventionellen“ und „normalen“ Familie ändert sich im Laufe der Charakterentwicklung der Figuren völlig.

Ross Geller, seine Ex-Frau Carol mit ihrem gemeinsamen Sohn Ben, und Carols neuer Freundin Susan in „Friends“.
Sehr süße Szene. © NBC

„Es gibt oft die ‚traditionelle Familie‘, die in Sitcoms dargestellt wird, mit einer Mutter, einem Vater und ihren Kindern. Friends änderte den status-quo und zeigte andere Formen von Familien. Beispiele hierfür sind Ross, der seinen Sohn mit Ex-Frau Carol und deren Frau Susan großzieht, Rachel, die alleinerziehende Mutter wird, oder Joey, der unverheiratet bleibt.“ —sarathompson1

3. Sie haben immer gezeigt, dass Menschen des anderen Geschlechts in einer platonischen Beziehung befreundet sein können, ohne dass romantische Gefühle im Spiel sind.

Eine Bildercollage wie Rachel Green und Chandler Bing in „Friends“ vom Boden im Flur essen, und Joey Tribbiani sich zu ihnen setzt und mitisst.
Ein Besteckset für unterwegs ist schon sehr smart. © NBC

„Obwohl im Grunde jede:r „Friend“ den oder die andere:n geküsst hat (einschließlich die Männer untereinander und die Frauen untereinander), wurde größtenteils nicht infrage gestellt, ob Menschen des anderen Geschlechts ohne romantische Spannungen befreundet sein können. Ich liebe zum Beispiel die Folge mit dem Käsekuchen; als Rachel und Chandler sehen, dass der Käsekuchen immer noch nicht abgeholt wurde, ergreift Rachel Chandlers Arm, und sie kommen sich sehr nahe. Das ist so eine süße kleine Geste ohne romantische Spannungen.“ —thepurpleshnurpler

4. Als Monica und Chandler herausgefunden haben, dass sie selbst keine Kinder zeugen können und sich für eine Adoption entscheiden.

Monica Geller und Chandler Bing in „Friends“ als sie sich eingestehen, dass sie selbst keine Kinder zeugen können.
Das ist wahrscheinlich einer meiner Lieblingsmomente. © NBC

„Sie haben akzeptiert, dass sie nie ein eigenes Kind haben werden, und haben sich für eine Adoption entschieden. In dieser Performance steckt viel echter Schmerz, von der Überlegung, einen Spender zu finden, bis hin zum tatsächlichen Adoptionsprozess. Natürlich gab es auch lustige Momente, aber die ganze Geschichte wurde sehr einfühlsam dargestellt.“ —megand4e92ba67b

„Als jemand, der Fruchtbarkeitsprobleme hatte, muss ich sagen, dass ich mich verstanden gefühlt habe. Eine Schwangerschaft wird so oft als eine einfache, natürliche Sache dargestellt. Wenn das nicht der Fall ist, ist es verheerend und etwas, von dem man sich möglicherweise nie wieder erholt. Bravo an ‚Friends‘, dass sie die Ängste, den Herzschmerz und den schwierigen Weg danach so gut dargestellt haben.“ —silentword

5. Als Phoebe sich bereit erklärt hat, die Leihmutterschaft für ihren Bruder und ihre Schwägerin zu übernehmen, aber sie trotzdem mit dem Gedanken haderte, dass nicht sie die Drillinge aufzieht.

Eine Bildercollage, in welcher Phoebe Buffet in „Friends“ mit den Drillingen redet, welche sie für ihren Bruder und ihre Schwägerin zur Welt gebracht hat.
Es steht außer Frage, dass sie die coolste Tante wird. © NBC

„Wie sie damit umgegangen sind, dass Phoebe die Drillinge nach der Geburt abgegeben hat. Es war schwierig, aber gleichzeitig auch lustig, über dieses schwierige Thema zu sprechen.“ —lindseyvaughtk

6. Als alle weiblichen Hauptfiguren ihren eigenen unkonventionellen Weg eingeschlagen haben, wenn es um Mutterschaft und Fruchtbarkeit ging – von ungeplanter Schwangerschaft über Adoption bis hin zur Leihmutterschaft.

Ross Geller und Rachel Green reden in „Friends“ über ihre gemeinsame Schwangerschaft.
Gut, bei Rachel war es nicht ganz freiwillig. © NBC

„Ich fand es immer toll, dass alle drei Frauen unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben, um ein Baby zu bekommen, die nicht dem ‚typischen‘ Weg entsprachen. Phoebe war eine Leihmutter, Rachel wurde von einem One-Night-Stand schwanger und Monica konnte auf biologischem Wege keine Kinder bekommen, also adoptierte sie. Obwohl jede Situation Fragen aufwirft und in einigen Fällen nicht 100-prozentig realistisch war, ist es erfrischend zu sehen, dass Menschen auf eine Art und Weise Eltern werden, bei der es nicht heißt: ‚Ein verheiratetes Paar versucht ein Baby zu bekommen und schafft es auf Anhieb.‘“ —rorytheroman

„Alle Fruchtbarkeitsstorys waren SO gut gemacht. Von Ross, der lernt, die Elternrolle mit seiner Ex-Frau und deren Frau zu übernehmen, über Phoebe, die eine Leihmutterschaft für ihren Bruder und ihre Schwägerin übernimmt, bis hin zu Rachel, die ungeplant schwanger wird, und schließlich Monica und Chandler, die nicht schwanger werden können und sich für eine Adoption entscheiden. Als Person, die mit ihrer Fruchtbarkeit zu kämpfen hat und eine künstliche Befruchtung vornimmt, bedeuten mir die Fruchtbarkeitsgeschichten in ‚Friends‘ so viel, und ich weiß es wirklich zu schätzen, wie unterschiedlich die einzelnen Geschichten waren. Repräsentation ist wichtig!“ —dogmom116

7. Als sie gezeigt hat, dass eine Trennung manchmal notwendig ist, auch wenn beide noch Liebe für die andere Person empfinden.

Eine Bildercollage aus „Friends“, in der Ross Geller und Rachel Green über Vertrauensprobleme reden, welche zum Ende ihrer Beziehung geführt haben.
Gott sei Dank war die Trennung nicht für immer. © NBC

„Trennungen sind immer herzzerreißend, vor allem, wenn man noch in jemanden verliebt ist. Monica und Richard mussten sich trennen, weil sie an unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben standen, und Rachel und Ross mussten die Beziehung wegen Vertrauensproblemen beenden. Vor ‚Friends‘ dachte ich immer, dass eine Trennung bedeutet, dass zwischen zwei Menschen keine Liebe mehr im Spiel ist.“ —sarathompson1

8. Als Rachel und ihre Mutter darüber geredet haben, dass sie in einer Beziehung „gefangen“ sind und sich dadurch im Leben zurückgehalten fühlen.

Rachel Green und ihre Mutter reden über ihre Hochzeiten in „Friends“.
Wichtig! © NBC

„Das Gespräch zwischen Rachel und ihrer Mutter, als ihre Mutter Rachel erzählt, dass sie ihren Vater verlässt. Besonders der Teil, in dem Rachels Mutter sagt: ‚Du hast deinen Barry nicht geheiratet.‘“ —emperortathagat

9. Als Monica und Richard erkannt haben, dass sie an unterschiedlichen Punkten im Leben stehen und sich trennen müssen.

Monica Geller und Richard Burke in „Friends“, als sie feststellen, dass sie sich trennen müssen.
Eine sehr schwierige Situation. © NBC

„Als sich Monica und Richard getrennt haben, weil sie unterschiedliche Dinge von ihrem Leben wollten.“ —lilahrose

„Mir hat gefallen, wie die Serie mit der Trennung von Monica und Richard umgegangen ist. Sie haben erkannt, dass sie unterschiedliche Dinge wollen und keinen gemeinsamen Weg sehen.“ —bennym81

10. Als Chandler wegen seiner Karriere wegziehen musste, und er nicht erwartet hat, dass Monica ihr Leben aufgibt, um ihm zu folgen.

Chandler Bing und Monica Geller in „Friends“, als sie darüber reden, dass Chandler vorübergehend wegziehen muss.
Es war ja zum Glück nur kurzfristig. © NBC

„Als Chandler vorübergehend nach Tulsa ziehen muss. Ich fand es gut, dass Monica letztendlich in New York geblieben ist. Chandler hat verstanden, dass Monica ihre Karriere wirklich wichtig ist und dass nicht von ihr erwartet werden könne, dass sie ihm zuliebe ihre Karriere opfert.“ —sailorchibi

11. Als einige der „Friends“ mit Geld- und Karriereproblemen zu kämpfen hatten und andere nicht.

Rachel Green erklärt Ross Geller in „Friends“, dass sie Geldprobleme hat.
Ich mag besonders, wie den anderen gezeigt wird, dass sie auf so etwas mehr Rücksicht nehmen müssen. © NBC

„Als Joey, Rachel und Phoebe offen und ehrlich mit dem Rest der Gruppe darüber sprechen, dass sie weniger Geld als die anderen verdienen. Mir hat gefallen, wie sie das Thema angegangen sind, denn es hat gezeigt, dass nicht jede Person in einer Freundesgruppe die gleiche finanzielle Stabilität hat.“ —emilymunch

„Bei aller Kritik: Als ich mir mit Anfang zwanzig ‚Friends‘ wieder angesehen habe, konnte ich mich sehr gut in die Serie hineinversetzen. Besonders während der Pandemie, als ich meinen Job verloren hatte und einige meiner Freund:innen nicht.“ —thelastpost

12. Wie es Ross, Carol und Susan gelungen ist, eine funktionierende Familie zu erhalten, einschließlich einer Scheidung und einer gleichgeschlechtlichen Ehe.

Ross Geller tanzt in „Friends“ mit der neuen Frau Susan seiner Ex-Frau Carol bei deren Hochzeit.
Das hätte er sich nie verziehen, wenn er es nicht getan hätte. © NBC

„Ich mochte es, als Ross auf der Hochzeit von Carol und Susan seine eigenen Unsicherheiten überwunden und sie schließlich zum Altar geführt hat.“ —mollys9

„Als Ross Carol zum Traualtar geführt hat. Es muss klar sein, dass Ross wütend war. Er hatte das Gefühl, dass Carol ihn mit Susan betrogen hatte. Jede:r an seiner Stelle wäre auch wütend auf Carol gewesen. Ja, ich stimme definitiv zu, dass es in der Serie einige unangemessene homophobe Witze gibt, weil es zu dieser Zeit in Ordnung schien. Aber im Großen und Ganzen war die Figur des Ross zwar problematisch, aber nicht homophob.“ —s4bb472acb

Anmerkung der Redaktion: Dieser positive Moment ändert jedoch nichts daran, dass die Serie die Beziehung von Carol und Susan sehr schlecht behandelt hat, indem unter anderem immer wieder ‚Witze‘ über lesbische Beziehungen gemacht wurden.

13. Als sie zahlreiche Male gezeigt haben, dass man in Beziehungen, der Karriere und im Leben neu anfangen kann.

Monica Geller umarmt Rachel Green in „Friends“, nachdem sie von ihrer Hochzeit flieht und unabhängig werden will.
Sie hat es auch geschafft. © NBC

„Sie sprechen das Thema an, dass wenn man mit seiner Karriere nicht wirklich zufrieden ist, es in Ordnung ist, neu anzufangen, auch wenn man denkt, man sei zu alt.“ —mollys9

„Rachel, die nach ihrer Trennung von Barry ganz neu anfängt.“ —rpatton20

14. Als sie gezeigt haben, wie chaotisch Scheidungen aus verschiedenen Perspektiven sein können.

Chandler Bing in „Friends“, als er erklärt was die Scheidung seiner Eltern in ihm ausgelöst haben.
Ich liebe Chandlers Humor zwar, aber nicht wieso er ihn benutzt. © NBC

„Mehrere der Charaktere wurden mit den Schwierigkeiten konfrontiert, die Scheidungen mit sich bringen können. Von der Scheidung von Chandlers Eltern, die ihm Thanksgiving ruiniert haben, bis hin zu Ross‘ Problemen mit dem Sorgerecht und der Zeit mit seinem Sohn, die er mit seiner Ex-Frau und ihrer Ehepartnerin teilen muss.“ —sarathompson1

15. Als Joey bestimmte „männliche Regeln“ gebrochen hat und was es bedeutet, maskulin zu sein.

Joey Tribbiani macht in „Friends“ Werbung für einen Lippenstift für Männer.
Ich will diesen Lippenstift. © NBC

„Ihm war es egal, was andere davon gehalten haben, dass er und Ross zusammen Nickerchen machen, und er war bereit, seine Freund:innen um jeden Preis zu retten (die Quallen-Qual). Joey war auch in der Lage, die Vorteile eines selbstloseren Liebhabers zu erkennen und hat verstanden, dass Geschlechter [Anm. d. Red: bezieht sich auf das englische ‚gender‘] ein gesellschaftliches Konstrukt sind. Er trug Frauenunterhosen, nachdem Phoebe zugab, dass sie die Boxershorts ihres Freundes trug, Unisex-Lippenstift und Handtaschen für Männer. Er hatte keine Angst, auch seinen männlichen Freunden Zuneigung zu zeigen.“ —amarav

16. Und schließlich, als Monica fiese Namen an den Kopf geworfen wurden, was dazu führte, dass sie Selbstwertgefühl infrage stellte.

Chandler Bing sagt zu Ross Geller in „Friends“, als sie auf dem College studiert haben, dass Monica Geller „fett“ ist und Monica steht dabei im Hintergrund.
Immerhin hatte er viel Zeit das wieder gut zu machen, auch wenn er das Gesagte nie rückgängig machen kann. © NBC

„Die Thanksgiving-Folge war ein sehr verletzlicher, aber realistischer Blick auf Körper- und Selbstbildprobleme. Man kann genau den Moment sehen, in dem Monicas Stimmung umschlägt, als sie hört, wie Chandler sie ‚fett‘ nennt. Der Running ‚Gag‘ darüber, dass Monica dicker war, ist unangemessen und schlecht gealtert, aber dieser Moment fühlte sich für jemanden, der mit Körperproblemen zu kämpfen hat, sehr real an.“ —sarathompson1

Anmerkung der Redaktion: Dieser Moment ändert jedoch nichts daran, dass Monica in der Serie immer wieder Fatshaming ertragen musste und ihr Gewicht ständig die ‚Pointe‘ von ‚Witzen‘ war.

Dieser Post wurde übersetzt von einem Post von Sara Thompson.

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