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SpongeBob Schwammkopf - „Wer wohnt in ‘ner Ananas ganz tief im Meer?“

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SpongeBob Schwammkopf
„SpongeBob Schwammkopf“ hat sich zur Kult-Show entwickelt © Paramount/Courtesy Everett Collection / IMAGO

Tiefsinn aus der Tiefsee: „Spongebob Schwammkopf“ war eigentlich als Kinderserie gedacht. Über die Jahre hat sich die Sendung zur Kult-Show entwickelt. 

Vor über zwei Jahrzehnten flimmerte „SpongeBob Schwammkopf“ erstmals über die TV-Bildschirme. Kritiker und Fernsehpublikum waren gleichermaßen begeistert von dem fröhlichen Schwamm und seinen Freunden aus Bikini Bottom. Spätestens ab der zweiten Staffel war das Format bereits ein Riesenerfolg. Entwickelt vom Meeresbiologen und Zeichentrickfilmer Stephen Hillenburg, entführt „SpongeBob Schwammkopf“ seine Zuschauer in eine surreale Unterwasserwelt, die mit skurrilen Geschichten und liebevoll gestalteten Charakteren besticht. Der Erfolg der Serie gründet sich auch auf ihrem generationsübergreifenden Humor, mit dem gesellschaftliche Themen in den Mittelpunkt gerückt werden. Ihre unterschwelligen Botschaften verhalfen der Sendung über die Jahre zu Kultstatus und etablierten sie in der Internetkultur. „SpongeBob Schwammkopf“ war für den Sender Nickelodeon ein so großer Erfolg, dass zwischen 2015 und 2020 drei Kinofilme produziert wurden. Darüber hinaus inspirierte die Serie zahlreiche Merchandise-Produkte, Videospiele und Musikalben.

„SpongeBob Schwammkopf“: Ein Tiefseeexperte wird zum Trickfilmproduzenten

„SpongeBob Schwammkopf“-Erfinder Stephen Hillenburg begeisterte sich schon als Kind für die Tiefsee und ihre vielseitigen Lebenswelten. An der Universität erlangte er Abschlüsse in Meeresbiologie und Kunst und begann später, für den amerikanischen Kindersender Nickelodeon zu arbeiten. Motiviert durch einen Kollegen entwickelte Hillenburg die Idee zu einer eigenen Serie, wobei ihm als Inspiration die seiner Meinung „seltsamste“ Meereskreatur — der Schwamm — diente. Im Gegensatz zu den meisten damaligen Kindersendungen wollte der Zeichentrickproduzent kein Duo in den Mittelpunkt seiner Show stellen, sondern sich auf einen einzelnen Protagonisten konzentrieren. Auf Grundlage seiner eigenen früheren Zeichnungen entstand SpongeBob Schwammkopf, der mit seiner naiven und gutmütigen Art an Hillenburgs Kindheitsidole Charlie Chaplin, Laurel und Hardy oder Jerry Lewis erinnern sollte. Ursprünglich orientierte sich Hillenburg in seinen Skizzen an in Meer lebenden Schwämmen. Ein Küchenschwamm inspirierte ihn jedoch schlussendlich dazu, seine Figur ebenso quadratisch zu zeichnen.

„SpongeBob Schwammkopf“: Seit 1999 reißt der Erfolg der Sendung nicht ab

Die erste Folge von „SpongeBob Schwammkopf“ wurde am 17. Juli 1999 beim US-amerikanischen Kindersender ausgestrahlt. Von da an wuchs die Fangemeinde der Serie stetig und spätestens ab der zweiten Staffel war der kleine gelbe Schwamm nicht mehr aufzuhalten. Nicht nur das Publikum vor den TV-Geräten, sondern auch Kritiker weltweit waren begeistert von der ungewöhnlichen Zeichentricksendung. Ab dem 23. August 2002 wurde „SpongeBob Schwammkopf“ auch in Deutschland gezeigt. Nachdem die ersten vier Staffeln der Show auf Super RTL liefen, übernahm Nick Deutschland ab September 2005 die Ausstrahlung. Auch bei den Musiksendern MTV und VIVA, die zum Nickelodeon-Imperium gehören, fand „SpongeBob“ zeitweise ein Zuhause. Die Premiere neuer Episoden findet weiterhin beim Muttersender statt, bedingt durch die große Popularität zeigen heute aber auch andere Sender Wiederholungen der TV-Serie. Bisher wurden 13 Staffeln produziert, die insgesamt mehr als 270 Folgen umfassen. Jede Folge ist in etwa 22 Minuten lang, wobei zumeist zwei einzelne Geschichten erzählt werden. Das Titellied mit der Anfangszeile „Wer wohnt in ‘ner Ananas ganz tief im Meer?“ ist inzwischen zu einem Kult-Song mutiert.

„SpongeBob Schwammkopf“: In Bikini Bottom ist immer etwas los

„SpongeBob Schwammkopf“ erzählt aus dem abenteuerlichen Alltag des Titelhelden, der zusammen mit zahlreichen anderen Meeresbewohnern in dem fiktiven Unterwasserort Bikini Bottom lebt. Die Stadt ist einer modernen Metropole nachempfunden, wobei Gebäude und Infrastruktur meist aus menschlichem Abfall bestehen. So sind beispielsweise die Hochhäuser in Bikini Bottom aus dem Sand ragende Auspuffe und SpongeBobs Arbeitsplatz, das Fast-Food-Restaurant „Krosse Krabbe“, befindet sich in einer Hummerfalle. Die Bevölkerung von Bikini Bottom besteht größtenteils aus menschenähnlichen Fischen, die auf zwei Beinen gehen und ihre Flossen wie Hände benutzen. Doch auch zahlreiche andere Meerestiere und sogar Landtiere und Menschen bewohnen die Stadt. Während die meisten Figuren sprechen können und sich wie Menschen verhalten, stellen andere wiederum die Tierwelt dar. Seepferdchen ähneln Pferden, Muscheln verhalten sich wie Vögel und Schnecken sind die Katzen der Tiefsee. Häufig setzt sich „SpongeBob Schwammkopf“ über die Naturgesetze hinweg: Obwohl Bikini Bottom unter Wasser liegt gibt es einen Strand und Wetterphänomene wie Schnee oder Gewitter.

„SpongeBob Schwammkopf“: Die Figuren der Show wachsen einem ans Herz

Über die Jahre konnte „SpongeBob Schwammkopf“ zahlreiche verschiedene Charaktere in seiner fiktiven Welt etablieren. Am bekanntesten ist zweifelsohne die Titelfigur SpongeBob, ein gelber quadratischer Schwamm mit auffälligen Vorderzähnen. SpongeBob ist gutmütig und naiv, gerät jedoch mit seiner kindlichen Art oft in Schwierigkeiten. Zu seinen Hobbys gehören Quallenfischen, Seifenblasen und Karate, außerdem hat er ein besonderes künstlerisches Talent, dem er sich allerdings meist nicht wirklich bewusst ist. SpongeBob bewohnt mit seiner Hausschnecke Gary eine bunt eingerichtete Ananas und jobbt im Fast-Food-Restaurant „Krosse Krabbe“, wo er trotz seiner hervorragenden Arbeitsmoral häufig für Chaos sorgt. SpongeBobs bester Freund ist der faule und dümmlich wirkende Seestern Patrick. Dieser lebt unter einem Stein, wo er meistens mit Snacks vor dem Fernseher hockt. Auch Patrick ist begeisterter Quallenfischer. In der Nachbarschaft wohnt außerdem der meist schlecht gelaunte Thaddäus, ein arroganter Tintenfisch, der ebenfalls in der „Krossen Krabbe“ arbeitet. SpongeBob hält Thaddäus für seinen Freund, dieser kann den stets gut gelaunten Schwamm allerdings nicht ausstehen. Bei der Arbeit haben die beiden täglich mit Mr. Crabs zu tun, dessen geldgierige Art die Truppe regelmäßig in Schwierigkeiten bringt. Sein streng geheimes Krabbenburger-Rezept hütet er wie einen Augapfel, damit es nicht in die Hände des winzig kleinen Bösewichts Plankton gerät. Eine weitere Bewohnerin Bikini Bottoms ist das aus Texas stammende Eichhörnchen Sandy, das von der NASA zu Forschungszwecken auf den Meeresgrund entsandt wurde. Wenn sie sich nicht in ihrer mit Sauerstoff gefüllten Glaskuppel aufhält, trägt Sandy einen Raumanzug, um unter Wasser zu überleben. Neben den Protagonisten tauchen in „SpongeBob Schwammkopf“ zahlreiche wiederkehrende Charaktere auf, die über die Jahre teilweise zu Kultfiguren wurden.

„SpongeBob Schwammkopf“: Ein kleiner Schwamm auf der großen Leinwand

Die enorme Beliebtheit der Serie ließ bald die Idee entstehen, „SpongeBob Schwammkopf“ auch auf die Kinoleinwand zu bringen. Unter der Regie von Hillenburg wurde daraufhin „Der SpongeBob Schwammkopf Film“ produziert, der 2004 Premiere feierte. In dem surreal anmutenden Streifen gehen SpongeBob und Patrick zeitweise an Land, wo sie „Baywatch“-Star David Hasselhoff gerettet und zurück in ihre Heimat gebracht werden. Die Szenen am Strand wurden vor echter Kulisse in Kalifornien gedreht. 2015 kam „SpongeBob Schwammkopf 3D“ in die Kinos. Der Film vereint 2D- und 3D-Animationen und enthält wie sein Vorgänger einige Sequenzen in Realfilm. Mit „SpongeBob Schwammkopf: Eine schwammtastische Rettung“ veröffentlichten die Macher der Serie 2020 den dritten Kinofilm über die Helden aus Bikini Bottom. In Deutschland war der Film bisher nur auf Netflix zu sehen.

„SpongeBob Schwammkopf“: Ein Phänomen der Popkultur

Obwohl „SpongeBob Schwammkopf“ auf dem Kindersender Nickelodeon gezeigt wird und sich vorrangig an ein junges Publikum richtet, ist die Zeichentrickserie auch bei Erwachsenen äußerst beliebt. Grund dafür sind unter anderem die unterschwelligen Botschaften, die der Sendung über die Jahre zu Kultstatus verhalfen. Regelmäßig verarbeitet „SpongeBob Schwammkopf“ aktuelle gesellschaftliche Themen, wobei der Titelheld seine optimistische und liebenswerte Art nie verliert. Besonders SpongeBobs vermeintlich unmännliche Art war über die Jahre immer wieder Mittelpunkt öffentlicher Debatten. In der LGBTQ-Szene ist der sanftmütige Schwamm inzwischen zu einer Ikone mutiert, weshalb in der Vergangenheit mehrfach Diskussionen über SpongeBobs sexuelle Orientierung geführt wurden. Serienmacher Hillenburg machte jedoch klar, dass Sexualität in seiner fiktiven Unterwasserwelt keine Rolle spielt. In der Internetkultur spielt die TV-Show seit jeher eine große Rolle. Millennials und Gen-Z-Vertreter wuchsen mit der Sendung auf, weshalb SpongeBob-Memes und -Referenzen häufig in den sozialen Netzwerken zu finden sind. In der Popkultur ist „SpongeBob Schwammkopf“ schon lange etabliert: Das Format inspirierte zahlreiche Merchandise-Produkte sowie Videospiele und Musikalben.

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