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Corona-Impf-Vordrängler: 40 Personen stürmen Impf-Zentren und werden belohnt - zum Schutz der Mitarbeiter

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Richard Strobl

Ein Mitarbeiter des Impfzentrums Tübingen steht in der Paul-Horn-Arena in einem Gang. (Symbolbild)

Ein Mitarbeiter des Impfzentrums Tübingen steht in der Paul-Horn-Arena in einem Gang. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Ohne Impf-Termin stürmten am Mittwoch 40 Personen ein Corona-Impfzentrum - und bekamen je eine Dosis. Wegen ihres aggressiven Auftretens.

Schwelm - „Nur wer impfberechtigt ist und einen Termin* gebucht hat, wird im Impfzentrum oder in der Nebenstelle ‚Drive in‘ auch geimpft“. So die eigentlich klare Aussage der Kreisverwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises, die in den vergangenen Tagen und Wochen stets wiederholt wurde. Dennoch gab es in dem Kreis nun Ärger an gleich zwei Impf-Stationen.

Corona-Impfung ohne Termin und Prio: Vordrängler haben Erfolg

Am späten Mittwoch-Nachmittag tauchten nach Angaben des Kreises sowohl am Corona*-Impfzentrum in Ennepetal, als auch am „Drive in“ in Schwelm 40 Bürger auf, um sich impfen zu lassen - eben ohne Termin und offenbar auch ohne einer entsprechenden Priorisierungs-Gruppe anzugehören. Das berichtet der Kreis Tags darauf in einer Mitteilung.

Die Bürger gaben an, dass sie eine Radio-Meldung gehört hätten, dass für den Rest des Tages ohne Termin und ohne Berücksichtigung der Prio-Stufen geimpft würde. Ob es eine entsprechende Meldung gab, ist unklar. Klar ist jedoch, dass die Information schlicht falsch war.

Corona-Impf-Vordrängler: Mitarbeiter sollten geschützt werden - späte Reue vor Ort

Dennoch entschied sich die Krisenstabsleitung nach Nachfrage des Impfzentrums dazu die 40 Personen zu impfen - wohl auch wegen des aggressiven Auftretens der Impf-Willigen. „Auf diese Weise sollten die vor Ort beschäftigten Mitarbeiter geschützt werden. Insbesondere in den letzten Tagen hatten wir am Impfzentrum verstärkt mit aggressiv auftretenden und nicht impfberechtigten Bürgern zu tun“, begründet Krisenstabsleiter Michael Schäfer die Entscheidung. Außerdem seien an diesem Tag „aufgrund von nicht wahrgenommenen Terminen ausreichend Impfdosen übrig“ geblieben, „um neben den Impfberechtigten mit Termin sowie Bürgern, die auf der Reserveliste stehen, diese Personen zu impfen“.

Rückblickend eine zwar gut gemeinte aber falsche Entscheidung, wie Schäfer in einer Pressemitteilung des Kreises weiter zitiert wird: „Damit verbundener Unmut ist verständlich“, so der Krisenstabsleiter. Man habe sich nun darauf verständigt, dass sich ein solcher Fall „unabhängig von der jeweiligen Situation nicht wiederholen wird“.

Die Corona-Impfungen in Deutschland laufen auf Hochtouren. Die bisher gültige Priorisierung könnte nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn schon im Juni fallen. Zudem hoben mehrere Bundesländer diese im Bezug auf Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff kürzlich auf. In einigen Landkreisen reagierte man direkt mit „offenen Imftagen“, etwa in Bayern. (rjs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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