1. BuzzFeed
  2. Welt

„Herz Kraft Werke“-Tour: Sarah Connor am 05. April in der Olympiahalle in München

Erstellt:

Von: Claire Weiss

Kommentare

Sarah-Connor mit in die Luft gereckten Armen, sie trägt ein Shirt mit der Aufschrift „Peace“
Auf die Situation in der Ukraine macht Sarah Connor mit ihrem Peace-Shirt aufmerksam. © Martin Hangen

Seit eineinhalb Wochen tourt Sarah Connor durch Deutschland. Am Dienstagabend (05. April) gab sie eines der letzten Konzerte ihrer „Herz Kraft Werke“-Tour - in der Olympiahalle in München.

Für die meisten ist es wohl der erste Konzertbesuch seit Ende der Maskenpflicht. Doch es sind noch einige Plätze frei am Dienstagabend in der Olympiahalle. Viele scheinen der neugewonnen Freiheit angesichts der noch hohen Corona-Zahlen kritisch entgegenzublicken. Sarah Connor hingegen freut sich, dass sie endlich nicht nur die Augen ihrer Fans, sondern auch deren Nasen und Münder sehen kann.

Sie verspricht, ihr Publikum für die nächsten zweieinhalb Stunden abzulenken und für etwas Leichtigkeit zu sorgen. Und doch ist es ein emotionaler Abend, wenn Sarah Connor vor tausenden Menschen gefühlvolle Balladen singt, politische Statements setzt und ganz offen von ihrem Kampf gegen Panikattacken spricht.

Sarah Connor nimmt sich die Zeit, mit ihren Fans zu plaudern

„HERZ KRAFT WERKE“ ist nach „Muttersprache“ Sarah Connors zweites deutsches Album. Mit Texten wie „Ich wünsch dir Mut und Vertrauen in dich selbst“ schafft die Wahl-Berlinerin es, ihr Publikum persönlich
anzusprechen und eine Verbindung zu schaffen. Die Beziehung zu ihren Fans ist eine besondere. Das merkt man, wenn Sarah Connor Anekdoten aus ihrem Leben teilt.

So erzählt die 41-Jährige vom Lockdown, den ihre Familie mit ihr bestehen musste. Sie könne ein ganz schöner „Kotzbrocken“ sein, wie sie selbst gesteht. Zum Dank oder viel mehr als Entschuldigung hat sie einen Song für ihren Liebsten geschrieben: „Dazwischen sind wir Freunde“. An ihren Ehemann Florian Fischer gerichtet singt Sarah Connor: „Du bist sexy, klug und weise und im Gegensatz zu mir auch mal leise“.

Laut und doch verletzlich

Das passt zum Bild, was die Sängerin am Dienstagabend vermittelt. Sie ist taff, selbstbewusst und laut. So laut, dass man die Vibration ihrer Stimme im ganzen Körper spürt. Mühelos wechselt sie in ihren Songs von kraftvollen Passagen zu sanften, gefühlvollen. Wenn sie einen ihrer älteren Songs „Bounce“ performt, wird in der Olympiahalle gehüpft, geklatscht und gejubelt. Um ihren Fans noch näher zu sein, steigt die Sängerin von der Bühne herab. Der ein oder andere hat sogar das Glück, ein Autogramm zu bekommen.

Und doch hat Sarah Connor auch eine ganz andere Seite. Sie gibt zu, dass sie jahrelang mit Panikattacken zu kämpfen hatte. Einmal sei sie während eines Auftritts einfach von der Bühne verschwunden. Ihre Band habe
keine Ahnung gehabt, was passiert, und sie habe sich gedacht: „Ich kann da jetzt nicht zurück!“ Auf der aktuellen Tour sei sie bisher verschont geblieben. Das liege auch daran, dass sie sich heute mit ihren Fans verbundener fühle. Gerade durch Corona habe sie gelernt, dass viele dasselbe durchmachen wie sie.

Sarah Connor macht auf Krieg in der Ukraine aufmerksam

Und dann gibt es Menschen, die derzeit noch viel Schlimmeres erleben – auch an die will Sarah Connor erinnern. Mit einem Peace-Zeichen auf ihrem Shirt macht sie auf die Situation in der Ukraine aufmerksam. Sie ruft
dazu auf, sich politisch zu engagieren, Flüchtlingen Deutschunterricht zu geben oder einfach zuzuhören. Sarah Connor selbst hat eine ukrainische Familie bei sich zu Hause aufgenommen. „Wir brauchen wieder Liebe“, singt sie. Und das Publikum stimmt ein: „Liebe, Liebe, Liebe“.

Auch interessant

Kommentare