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Wieder Erdbeben in der Türkei – mehrere Häuser eingestürzt

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Von: Bedrettin Bölükbasi, Nadja Zinsmeister

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Rund um die Türkei und Syrien kommt es zu neuen Erdbeben. Eine Architektenkammer gibt der türkischen Regierung eine Mitschuld am Ausmaß des Bebens. Der News-Ticker.

Update vom 27. Februar, 11.10 Uhr: Ein neues Erdbeben hat die Türkei erschüttert. Im Yesilyurt-Gebiet der Stadt Malatya kam es nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde AFAD zu einem Beben der Stärke 5.6 auf der Richterskala. Das Erdbeben, das man auch in umliegenden Städten gefühlt habe, habe sich in einer Tiefe von rund 7 Kilometern ereignet. AFAD meldete zudem, mehrere Wohnhäuser seien eingestürzt. Unter den Trümmern sei ein Vater zusammen mit seiner Tochter eingesperrt, gab der Yesilyurt-Bürgermeister Mehmet Cinar im Sender A Haber an. Rettungsteams würden sich vor Ort befinden. Bislang gebe es drei Verletzte.

Erdbeben in der Türkei: Fußballfans spenden Plüschtiere für Kinder

Update vom 27. Februar, 7.22 Uhr: Fußballfans in Istanbul haben Plüschtiere und Kinderspielzeug „aus Solidarität mit den Erdbebenopfern“, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, auf den Rasen geworfen. Bei einem Spiel des türkischen Fußball-Erstligisten Besiktas am Sonntagabend startete die Aktion in der Spielminute 4.17 Uhr – der Uhrzeit der Erdbebenkatastrophe am 6. Februar 2023.

„Regierung tritt zurück“ – Fußballfans fordern erneut Rücktritt von Erdogan

Auf der Anzeigentafel wurden die Namen der vom Beben betroffenen Provinzen gezeigt. Der Club teilte die Videos davon auf Twitter. Allerdings waren bei dem Spiel gegen Antalyaspor erneut regierungskritische Slogans zu hören. Die Fans skandierten: „Regierung tritt zurück“. Bereits am Sonntagabend hatten Fans des türkischen Erstligisten Fenerbahce (siehe Update vom 26.Februar, 12.33 Uhr) den Rücktritt der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan gefordert.

Update vom 26. Februar, 17.28 Uhr: Etwa drei Wochen nach der Erdbeben-Katastrophe ist die Zahl der Toten in der Türkei auf 44.374 gestiegen. Das teilte der Chef der Katastrophenschutzbehörde Afad, Yunus Sezer, am Sonntag mit. Am Freitag hatten die türkischen Behörden noch 44.218 Tote gemeldet. Aus Syrien wurden zuletzt 5900 Tote gemeldet.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte, die ausländischen Such- und Rettungsteams seien nun zum großen Teil abgereist. Noch immer gingen aber Helfer aus dem In- und Ausland Hinweisen auf vermisste Menschen nach.

Bei Erstligaspiel in der Türkei: Fußballfans fordern im Stadion Rücktritt Erdogans

Update vom 26. Februar, 12.33 Uhr: Fußballfans des türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul sind beim Heimspiel in Istanbul laut geworden. Sie riefen von der Fan-Tribüne: „Mensch, tritt (endlich) zurück!“, wie in einem Video zu hören ist, das die Fan-Plattform „Tek Yol Fener“ teilte. Demnach warfen sie dem türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan und seiner Regierung 20 Jahre Lügen und Schwindel vor.

An anderer Stelle skandierten die Fans: „Regierung, tritt zurück!“ In den sozialen Netzwerken werden unter dem Hashtag #Fenerbahce Aufnahmen der Sprechchöre geteilt und diese sorgen in der Türkei am Sonntagmorgen für Diskussionen.

Es war das erste Fenerbahce-Spiel nach der verheerenden Erdbeben-Katastrophe in der Südosttürkei vom 6. Februar mit Zehntausenden Toten.

Erdogan ist seit 20 Jahren an der Macht. Nach dem Erdbeben war Kritik am Krisenmanagement seiner Regierung laut geworden. Die Opposition wirft Erdogan zudem vor, das Land nicht ausreichend auf solch ein Erdbeben vorbereitet und etwa bei der Bauaufsicht versagt zu haben. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück.

Die Türkei befindet sich zurzeit im Wahlkampf. Regulär würden die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Juni stattfinden. Erdogan hatte aber vor dem Erdbeben angekündigt, die Wahlen auf den 14. Mai vorzuziehen. Ob er an dem Datum festhält, ist noch unklar.

Nach Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien: Humanitäre EU-Luftbrücke nach Syrien läuft an

Update vom 26. Februar, 12.15 Uhr: Humanitäre EU-Luftbrücke für Erdbebenopfer gestartet: Zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern sind in der syrischen Hauptstadt Damaskus gelandet. Sie lieferten unter anderem winterfeste Zelte, Ausrüstung für Unterkünfte und Heizgeräte, teilte die EU-Kommission am Sonntag mit.

Es seien die ersten Flüge dieser Art, die in Damaskus gelandet sind, weitere sollten folgen. Sie liefern Hilfe aus EU-Lagern in Dubai sowie Brindisi in Italien für die Bevölkerung sowohl, in den von der Regierung kontrollierten als auch in den nicht von der Regierung kontrollierten Gebieten.

Über diese Luftbrücke sollen 420 Tonnen Hilfsgüter nach Syrien geliefert werden. Davon 225 Tonnen aus den eigenen Beständen der EU im Wert von 1,1 Millionen Euro, heißt es in der Pressemitteilung.

Schon wieder Erdbeben in der Türkei: Zahlreiche neue Erdstöße gemeldet

Update vom 25. Februar, 12.45 Uhr: Die Erdbebenregion an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien kommt nicht zur Ruhe. Am Samstag traf ein Beben der Stärke 5,2 die zentralanatolische Provinz Nigde in der Türkei, wie die Erdbebenwarte Kandilli mitteilte. Das Epizentrum lag demnach im Bezirk Bor. Kurz zuvor hatte es nach Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD mehrere Beben der Stärke 4 gegeben. Angaben zu Opfern und Schäden gab es zunächst nicht.

Von syrischen Stellen wurden innerhalb von 24 Stunden insgesamt mehr als 60 Nachbeben erfasst, wie das Erdbebenzentrum des Landes am Samstag mitteilte. Im benachbarten Irak seien zwei Beben gemeldet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur INA. Der Nachrichtenseite „Rudaw“ zufolge hatten sie eine Stärke von 4,3 und 4,0. Berichte über Opfer oder Schäden gab es auch hier zunächst nicht.

In der Region treffen zwei Kontinentalplatten aufeinander, entsprechend hoch ist die Erdbebengefahr. Am 6. Februar hatten zwei Beben der Stärke 7,7 und 7,6 die Südosttürkei und den Nordwesten Syriens erschüttert. Darauf folgten nach türkischen Angaben mehr als 9000 Nachbeben. Die Zahl bestätigter Todesopfer in beiden Ländern stieg inzwischen auf mehr als 50.000.

Update vom 24. Februar, 20.37 Uhr: Die Zahl der durch das Erdbeben getöteten Menschen in der Türkei und in Syrien ist auf mehr als 50.000 gestiegen. Allein die Türkei verzeichnet 44.218 Tote, teilte die türkische Katastrophenbehörde Afad am Freitag mit. Aus Syrien wurden nach dem verheerenden Erdbeben zuletzt, 5900 Tote gemeldet.

Nach Erdbeben in der Türkei: Experten geben Erdogan-Regierung Mitschuld an Ausmaß der Zerstörung

Update vom 24. Februar, 16.56 Uhr: Die türkische Architektenkammer TMMOB hat der Regierung große Mitschuld am Ausmaß der verheerenden Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien gegeben. Mehr als 43.000 Menschen sind dabei allein in der Türkei ums Leben gekommen. Durch die nachträgliche Legalisierung Tausender ungenehmigter Bauten habe die Regierung das Leben etlicher Menschen aufs Spiel gesetzt, hieß es in einem Bericht der Kammer vom Donnerstag. Knapp die Hälfte der Gebäude in der vom Erdbeben betroffenen Region sei nach 2001 gebaut worden. Zu dieser Zeit traten bereits scharfe Bauvorschriften zur Erdbebensicherheit in Kraft.

Trotz allem sei auch die Hälfte der eingestürzten oder stark beschädigten Gebäude aus diesem Zeitraum. Die Bauaufsicht sei auf die Privatwirtschaft übertragen worden, womit der Staat seine Verantwortung für die Allgemeinheit vernachlässigt habe. Mit Blick auf das Versprechen der Regierung, innerhalb eines Jahres die betroffenen Regionen wieder aufzubauen, mahnte die Kammer, der Wiederaufbau dürfe nicht unter den gleichen Prämissen betrieben werden. Der Regierung zufolge sind bisher 164.000 Gebäude als eingestürzt oder stark beschädigt registriert. Daten der vergangen Jahre zeigten aber, dass die staatliche Wohnungsbaubehörde Toki im Jahr nur rund 58.500 Häuser bauen könne, so die Architektenkammer.

Nach dem Erdbeben in der Türkei gibt eine Architektenkammer der türkischen Regierung eine Mitschuld am Ausmaß der Katastrophe.
Ein Bagger reißt die Überreste eines zerstörten Gebäudes ein. © Emrah Gurel/dpa

Der Bericht kritisierte zudem erneut, dass an viele Orte über Tage keine Hilfe gelangt sei. In Städten der Provinz Hatay etwa hätten Regierung und Katastrophendienst erst am vierten Tag begonnen, aktiv Hilfe zu leisten. In der Stadt Malatya etwa sei der Katastrophendienst zwar vom ersten Tag an aktiv gewesen, aufgrund mangelnder Koordination und Organisation jedoch nicht effektiv. Die Krisenreaktion habe offengelegt, dass der Staat massiv unvorbereitet gewesen sei. Von der Regierung eingesetzte Gouverneure hätten zudem für Kompetenzchaos gesorgt und Entscheidungen verlangsamt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Regierungsvertreter hatten derartige Kritik von sich gewiesen. Erdogan hatte eingestanden, dass es in den ersten Tagen Probleme gegeben habe. Engpässe bei der Versorgung der Krisenregionen etwa hatte die Regierung unter anderem mit der Größe des betroffenen Gebietes und der Schwere der Katastrophe begründet.

Wieder neue Erdbeben in der Türkei: Nach Mittelmeer-Erschütterung folgt weiteres Beben

Update vom 23. Februar, 19.30 Uhr: Ein weiteres Beben hat die Türkei erschüttert. Das Beben der Stärke 5 brachte in der südosttürkischen Provinz Hatay den Boben zum Zittern. Das teilte die Erdbebenwarte Kandilli am Donnerstag mit. Das Epizentrum des Bebens lag demnach im Distrikt Defne. Zunächst wurden keine Opfer oder Schäden gemeldet. Die Provinz war bereits durch das verheerende Doppelbeben vor zweieinhalb Wochen gezeichnet.

Neues Erbeben erschüttert die Türkei: Bislang 8550 Nachbeben auf das verheerende Doppelbeben gemessen

Auf die Beben der Stärke 7,7 und 7,6 am 6. Februar folgten bislang laut der türkischen Katastrophenbehörde Afad 8550 Nachbeben. Mehrere davon hatten demnach eine Stärke von mehr als 6.

In der Türkei und Syrien sind nach offiziellen Angaben mehr als 49 000 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 164 000 Gebäude sind nach Angaben der türkischen Regierung entweder schwer beschädigt oder eingestürzt und müssen dringend abgerissen werden.

Wieder neue Erdbeben:

Update vom 23. Februar, 14.35 Uhr: Der Bund will das Spendensammeln für die Opfer der Erdbeben in der Türkei und in Syrien erleichtern. Das Bundesfinanzministerium teilte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mit, ein sogenannter Katastrophenerlass werde derzeit mit den Steuerverwaltungen der Bundesländer abgestimmt. Der Erlass solle für Spendenaktionen rückwirkend vom 6. Februar 2023 an greifen. Wann er genau in Kraft trete, sei vorerst noch unklar. Es gehe etwa um organisatorische und steuerliche Erleichterungen.

Bei den verheerenden Erdbeben in der Türkei sind nach einer neuen Bilanz der Regierung 164.321 Gebäude zerstört oder schwer beschädigt worden. Diese Zahl nannte Stadtplanungsminister Murat Kurum am Donnerstag vor Journalisten in der Provinz Adiyaman. Die betroffenen Häuser müssten dringend abgerissen werden, fügte er hinzu. Vorarbeiten für den Wiederaufbau hätten bereits begonnen.

Starkes Erdbeben in Tadschikistan: Stärke von mindestens 6,8

Update vom 23. Februar, 10.05 Uhr: Nach den Erdbeben am Mittelmeer vom Mittwoch (22. Februar) hat am Donnerstagmorgen ein starkes Erdbeben einen dünn besiedelten Teil Tadschikistans erschüttert. Das chinesische Erdbebenzentrum gab die Stärke des Bebens mit 7,2 auf der Richterskala an. Die US-Erdbebenwarte USGS sprach dagegen von einer Stärke von 6,8.

Das Zentrum des Bebens lag demnach 67 Kilometer von der Kleinstadt Murghob entfernt. Berichte über Schäden oder Opfer lagen zunächst nicht vor. Das Beben ereignete sich nahe der Grenze zur chinesischen Region Xinjiang. Mehrere Nachbeben wurden gemessen.

Das Erdbeben in Tadschikistan am Donnerstag hatte eine Stärke von mindestens 6,8.
Das Erdbeben in Tadschikistan am Donnerstag hatte eine Stärke von mindestens 6,8. © Screenshot/Helmholtz Centre Potsdam

Strafen gegen drei türkische TV-Sender wegen kritischer Berichte nach Erdbeben

Update vom 23. Februar, 6.24 Uhr: Die Türkei will in zwei Monaten mit den Bauarbeiten in den Erdbebengebieten starten. In den kommenden Tagen soll ein Masterplan vorgestellt werden, kündigte der Minister für Umwelt und Urbanisierung, Murat Kurum, an. Die Schadensbegutachtung in den elf betroffenen Provinzen solle bald abgeschlossen sein.

Update vom 22. Februar, 19.10 Uhr: Die türkische Medienaufsicht hat Strafen gegen drei Fernsehsender wegen ihrer kritischen Berichterstattung nach dem schweren Erdbeben vom 6. Februar verhängt. Aufgrund ihrer Berichte und Kommentare über Mängel bei der Reaktion der Regierung auf das Erdbeben müssten Halk TV, Tele 1 und Fox Geldstrafen zahlen und Sendungen vorübergehend aussetzen, teilte Ilhan Tasci, von der Opposition entsandtes Mitglied der Behörde, am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Die drei Sender sind bekannt für ihre kritische Berichterstattung über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Halk TV steht zudem der wichtigsten Oppositionspartei CHP nahe. Laut Tasci orientierte sich die Höhe der Geldstrafen am Umsatz der Sender im Januar. Halk TV und Tele 1 müssen zudem eine ihrer täglichen Sendungen fünf Tage lang aussetzen.

Wieder neue Erdbeben: Diesmal im Mittelmeer – Warnung vor weiteren Erschütterungen

Update vom 22. Februar, 09.38 Uhr: Erneut bebte die Erde nahe Syrien und der Türkei. Am frühen Mittwochmorgen ereignete sich im östlichen Mittelmeer nahe der Grenze Israels zum Libanon ein Erdbeben der Stärke 4,4, wie das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam und die US-Erdbebenwarte USGS meldeten. Im Irak, der an Syrien grenzt, kam es etwa eine Stunde später zu einem weiteren Beben der Stärke 4,6. Auch in der Türkei bebte die Erde.

Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Die Beben hörten nicht auf, sagte die Leiterin des libanesischen Zentrums für Geophysik, Marlene Brax, örtlichen Medien zufolge. Im Untergrund sei weitere Energie gefangen, die nun freigesetzt werde. In der Region grenzen zwei große Kontinentalplatten aneinander.

Zwischen Libanon und Israel ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 4,4. Wiedereinmal wurde die Region von einem Beben erfasst.
Das Erdbeben ereignete sich vor der libanesischen Küste. © Schreenshot Helmholtz Centre Potsdam

Kaum Unterstützung für Erdbebenopfer im Nordwesten Syriens

Update vom 22. Februar, 6.36 Uhr: Hilfsgüter werden in den Erdbebengebieten dringend gebraucht. Im Nordwesten Syriens kommt zwei Wochen nach der Erdbebenkatastrophe bisher kaum Hilfe an. Dabei waren vier Millionen Bewohner in der Region schon vor dem Erdbeben auf Unterstützung angewiesen.

Fast 200 Lastwagen mit Hilfsgütern seien seit dem Beben in den Nordwesten Syriens geschickt worden, teilten die Vereinten Nationen mit. Am Montag passierten zehn LKW erstmals den Übergang Al Rai. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es laut der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen durchschnittlich 145 Lastwagen pro Woche.

Die Hilfsorganisationen vor Ort kritisieren die schleppenden Lieferungen. Die UNO habe „ein Verbrechen gegen das syrische Volk“ begangen, erklärte die syrische Organisation Weißhelme. Der UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths räumte ein, die Vereinten Nationen hätten „die Menschen im Nordwesten Syriens im Stich gelassen“.

Nach Erdbebenkatastrophe in Türkei: Anwälte erstatten Anzeige gegen Regierung

Update vom 21. Februar, 18.13 Uhr: Bei den schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet sind bislang mehr als 48.000 Menschen ums Leben gekommen. Am Montag erschütterten weitere Beben das Gebiet, die Zahl der Toten und Verletzten steigt damit weiter an. Wegen der Katastrophe haben nun zahlreiche Anwälte Anzeige gegen den türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan und einige weitere Amtsträger erstattet - darunter Minister, Gouverneure und Bauunternehmen. Wie aus der Strafanzeige hervorgeht, werfen die Anwälte ihnen unter anderem vorsätzliche sowie fahrlässige Tötung und Amtsmissbrauch vor.

„Als Juristen dieses Staates können wir unsere Augen nicht vor so einer Ungerechtigkeit verschließen“, sagte Anwältin Pinar Akbina Karaman am Dienstag gegenüber der dpa. Die Anzeige hätten bislang 61 Juristen unterschrieben. In der Türkei wird allgemein stark diskutiert, ob und inwiefern das Ausmaß der Erdbebenkatastrophe verhindert werden hätte können. Unter anderem wird der Regierung vorgeworfen, nicht genug in die Vorsorge und Sicherheit der Gebäude in der gefährdeten Region investiert zu haben. Auch in der Krisenantwort wirft die Opposition der Regierung Versagen vor. Diese wiederum weist die Vorwürfe teils als Fehlinformationen von sich. Allein das Ausmaß des Erdbebens sei der Regierung zufolge für aktuelle Schwierigkeiten verantwortlich zu machen.

Experten bestätigen offiziell: Neue Erdbeben in der Türkei sind Nachbeben des ersten

Update vom 21. Februar, 16.45 Uhr: Die schweren Beben in der Türkei am Montagabend sind nach Expertenmeinung Folge der schweren Erschütterungen von vor zwei Wochen. „Das Beben ist insgesamt als Nachbeben einzustufen“, sagte Marco Bohnhoff vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam der dpa. Mit einer Stärke von 6,3 sei das Beben an sich schon sehr stark gewesen. Allerdings erreichten Nachbeben häufig eine Magnitude bis zu einer Größenordnung unter der des Hauptbebens. Wissenschaftlich sei das Beben nicht überraschend, aber „angesichts der neuen Todesfälle natürlich tragisch“, so Bohnhoff.

Zum Hintergrund der neuerlichen starken Beben sagte der Erdbebenexperte, durch die Beben am 6. Februar mit einer Stärke von 7,7 sei es zu Spannungsumlagerungen gekommen. Dem habe das Gestein dann nicht mehr standhalten können. In der Region habe man es mit einem „Dreigestirn aus Plattengrenzen“ zu tun. Durch die Stöße am Montag sei wohl auch die Zone unter Zypern beeinflusst worden. „Dort sind potenziell sehr große Beben vom Typ Japan 2011 möglich.“ Dazu gebe es aber noch viele große Fragezeichen. Im März 2011 hatten ein Beben der Stärke 9,0 vor der Ostküste Japans und ein anschließender Tsunami schwere Zerstörungen angerichtet.

Neue Erdbeben in der Türkei: Tote und Hunderte Verletzte – Logistik-Fehler sorgt wohl für große Wut

Update vom 21. Februar, 13.45 Uhr: Nach den erneuten Erdbeben in der türkischen Provinz Hatay am Montagabend riefen die Behörden die Menschen dazu auf, nicht in ihre Häuser zurückzukehren. Medien berichteten, dass es in der Provinz zu wenig Zelte gebe und viele Menschen dennoch in beschädigten Häusern übernachteten.

Der Bürgermeister der Gemeinde Samandag, Refik Eryilmaz, sagte am Dienstag in einem bei YouTube veröffentlichten Interview mit dem Journalisten Cüneyt Özdemir, dass es einen dringenden Bedarf an Zelten gebe. Demnach seien 15.000 Zelte notwendig. Zuvor hatte die Katastrophenschutzbehörde Afad mitgeteilt, sie habe bereits in der Nacht 6.000 weitere Zelte in die Region geliefert.

Eryilmaz warf der Katastrophenschutzbehörde Afad logistische Fehler vor. So seien zunächst keine individuellen Zelte verteilt worden, weil ein Zeltcamp errichtet werden sollte. Auch fehle es an dringend benötigten sanitären Einrichtungen. Erst kürzlich habe Afad angefangen, Zelte zu verteilen. Die Menschen seien sehr wütend und würden die Nächte draußen in der Kälte verbringen, sagte Eryilmaz.

Neue Erdbeben in der Türkei auch in Syrien, Israel, im Irak und im Libanon zu spüren

Update vom 21. Februar, 8.34 Uhr: Sechs Tote und 231 Verletzte meldet die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad nach dem neuen Erdbeben in der Türkei. Zwei Beben mit Stärken von 6,4 und 5,8 haben am Montagabend die türkische Provinz Hatay erschüttert. 14 Tage nach der verheerenden Erdbeben-Katastrophe in der Türkei und Syrien.

Die jüngsten Erdbeben waren laut Medienberichten auch im Nordwesten Syriens, in Israel, im Irak und im Libanon zu spüren. In der Provinz Hatay übernachten laut Medienberichten viele Menschen in beschädigten Häusern, weil es in der Region noch zu wenige Zelte gäbe. Die Katastrophenschutzbehörde teilte nun mit, sie habe bereits in der Nacht 6.000 weitere Zelte in die Region geliefert.

Neue Erdbeben in der Türkei: Tote und Hunderte Verletzte – Menschen unter Trümmern eingeschlossen

Update vom 21. Februar, 7.37 Uhr: Die Zahl der Toten nach dem jüngsten Erdbeben in der Türkei und in Syrien ist nach Angaben türkischer Medien auf mindestens sechs gestiegen.

In den Orten Aleppo, Tartus und Hama seien Anwohner in Panik geraten und etwa von ihren Häusern gesprungen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstagmorgen mit. Die Aktivisten hatten bereits kurz nach den erneuten Erdstößen 470 Verletzte gemeldet, davon 320 in den von der Regierung kontrollierten Regionen und 150 in den Rebellen-Gebieten. Auch der Chef der Rettungsorganisation Weißhelme, Raed al-Saleh, meldete 150 Verletzte für die syrischen Regionen, die von Rebellen gehalten werden.

Nach Angaben der Hilfsorganisation SAMS stürzten in mehreren Orten nahe der Stadt Aleppo Häuser ein.

Update vom 21. Februar, 6.08 Uhr: Im Abstand von drei Minuten erschütterten zwei Erdbeben die Provinz Hatay in der Türkei. Die Region war am Montagabend mit Beben der Stärke 6,4 und 5,8 getroffen worden. Mindestens drei Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca twitterte, 294 Menschen seien verletzt worden, 18 davon schwer. Mehrere Menschen seien unter den Trümmern eingeschlossen worden.

Auch in Syrien wurden Verletzte registriert: Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte zählte am Abend 470 Verletzte in dem Land, die meisten davon im Raum Aleppo. Auf die beiden Beben folgten erneut zahlreiche Nachbeben.

Gleich zwei neue Erdbeben in der Türkei: „Alles ist eingestürzt“ – mindestens drei Tote

Update vom 20. Februar, 22.08 Uhr: Das Beben am Montagabend hat mindestens drei Menschen in der Türkei das Leben gekostet. Für Syrien teilte die Rettungsorganisation Weißhelme mit, im Nordwesten Syriens seien mehrere Städte und Dörfer betroffen. In mehreren Gebieten seien Hauswände und Balkone eingestürzt. 125 Menschen seien verletzt worden, die meisten davon durch „Angst und Panik“, weil Menschen von Häusern gesprungen oder ohnmächtig geworden seien.

Mindestens drei Tote nach Erdbeben in Türkei und Syrien – 213 Verletzte im Krankenhaus

Update vom 20. Februar, 21.29 Uhr: In der Türkei hat es zwei Wochen nach den ersten Beben erneut mit einer Stärke von 6,4 und 5,8 gebebt. Das Beben war Medienberichten zufolge auch in den umliegenden Provinzen, im Norden Syriens, in Israel, im Irak und im Libanon zu spüren. In mehreren Orten nahe der Stadt Aleppo seien erneut Häuser eingestürzt, in mindestens vier Kliniken der Hilfsorganisation SAMS seien neue Opfer eingetroffen.

In der türkischen Provinz Hatay sind in Folge der neuen Beben mindestens drei Menschen getötet worden. 213 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden, sagte der türkische Innenminister Süleyman Soylu am Montagabend. Soylu warnte Menschen davor, erneut in Häuser zu gehen. Bisher habe es 26 Nachbeben gegeben.

Bei der zuvor erteilten Tsunami-Warnung habe es sich um eine Standardprozedur gehandelt, die Warnung werde nun aufgehoben, sagte der türkische Vize-Präsident Fuat Oktay am Montagabend.

Neue Erdbeben in der Türkei innerhalb weniger Minuten – Stärke 6,4 und 5,8

Erstmeldung: Hatay/München – Rund zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben im Südosten der Türkei wurde das Gebiet erneut von zwei neuen Erdbeben heimgesucht. Dies meldeten die Katastrophenschutzbehörde AFAD und die seismologische Behörde Kandilli. Innerhalb weniger Minuten haben sich demnach zwei Beben mit der Stärke 6.4 und 5.8 ereignet. Türkische Medien berichteten übereinstimmend, dass mehrere beschädigte Gebäude eingestürzt seien.

Zwei neue Erdbeben in der Türkei – „Alles ist eingestürzt!“

Erdbebenkatastrophe in der Türkei - Kharamanmaras
Ein Mann sitzt neben seinem eingestürzten Haus, während ein Suchteam in Kharamanmaras nach Menschen sucht. (Archivbild) © Ahmed Deeb/dpa

Der türkische Journalist Adem Metan bestätigte dies in einem kurzen Video auf Twitter. „Freunde, es gab ein sehr großes Erdbeben, alles ist eingestürzt, alles!“, meldete er in der dramatischen Aufnahme. Der Sender CNN Türk berichtete später, Menschen seien unter den Trümmern der infolge des Erdbebens eingestürzten Häuser eingesperrt.

Die Katastrophenschutzbehörde warnte die Bevölkerung, beschädigte Häuser nicht zu betreten. Auch wurde davor gewarnt, sich in der Nähe von Gebäuden mit Einsturzgefahr aufzuhalten. Ein weiteres Video aus dem Erdbebengebiet zeigte türkische Soldaten, die wegen des Erdbebens verletzte Personen auf einer Liege wegtransportierten und das Gebiet durchsuchten.

Tsunami-Warnung für die Türkei: „Überall sind Sirenen von Krankenwagen zu hören“

Das Seismologische Zentrum für Europa und das Mittelmeer (EMSC) veröffentlichte nach den zwei Erdbeben in der Türkei eine Tsunami-Warnung für die betroffene Gebiete. „Überall sind Sirenen von Krankenwagen zu hören“, schrieb der türkische Sänger und Leiter der Hilfsorganisation Ahbap, Haluk Levent, auf Twitter. Korrespondenten mehrerer türkischer Sender sprachen zudem von Panik auf den Straßen. (bb)

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