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Containerschiffe stecken in Deutschland fest – das Problem kann sich noch extrem verschärfen

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Von: Lisa Mayerhofer

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Containerhafen
Der Stau bei den Containerschiffen erreicht erstmals die Nordsee. © Sina Schuldt/dpa

Der Stau bei den Containerschiffen erreicht erstmals die Nordsee – und zwar vor den Häfen Deutschlands, Hollands und Belgiens. Lieferungen stecken fest. Noch dazu drohen Streiks der Hafenarbeiter.

Hamburg – Staus und Verzögerungen in der Containerschifffahrt haben erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie auch die Nordsee erreicht. Vor den Häfen Deutschlands, der Niederlande und Belgiens stecken gegenwärtig knapp zwei Prozent der globalen Frachtkapazität fest und können weder be- noch entladen werden, wie das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Dienstag mitteilte.

Stau der Containerschiffe verlagert sich in Nordsee – auch Deutschland betroffen

Dabei ist zwei Prozent keine marginale Menge – zum Vergleich: In Shanghai steckten während des Lockdowns etwa drei Prozent der weltweiten Frachtkapazität im Stau. Dadurch konnten Exporte im Wert von 700 Millionen Euro nicht von China nach Deutschland transportiert werden, schätzt das IfW.

Nun hat sich der Stau in die Nordsee verlagert. In der Deutschen Bucht warten laut IfW etwa ein Dutzend große Containerschiffe mit einer Kapazität von insgesamt etwa 150.000 Standardcontainern auf das Anlaufen in Hamburg oder Bremerhaven. Dramatischer sei die Lage vor den Häfen in Rotterdam und Antwerpen. Vor Los Angeles habe sich der Containerschiffstau hingegen wieder gänzlich zurückgebildet, teilte das IfW weiter mit.

Container-Stau: Streik der Hafenarbeiter droht

Dennoch würden aktuell mehr als elf Prozent aller weltweit verschifften Waren im Stau stecken. Im Roten Meer – der wichtigsten Seehandelsroute zwischen Asien und Europa – ist die Lücke zwischen zu erwartenden und tatsächlich verschifften Frachtmengen auf rund 16 Prozent angewachsen. „Der internationale Handel leidet wieder stärker unter den Staus und Verzögerungen der Containerschifffahrt, die nun auch die Nordsee erreicht haben“, sagte Vincent Stamer, Leiter Kiel Trade Indicator vom IfW.

Dabei könnte sich die Lage noch weiter verschärfen: Es droht ein Streik der Hafenarbeiter in Hamburg, wie der NDR berichtet. Die Arbeiter fordern mehr Geld bei den Tarifverhandlungen – doch bisher ist keine Einigung in Sicht. Die nächste Verhandlungsrunde ist am Freitag, den 10. Juni, geplant. (lma/dpa)

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