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Strom-Notfallplan: Schweiz plant Fahrverbot für Elektroautos

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Von: Lisa Mayerhofer

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Die Schweiz plant, im Falle einer extremen Stromknappheit die Nutzungsmöglichkeiten ihrer Bürger stark einzuschränken. Besonders hart trifft es die Fahrer von Elektroautos.

Zürich – Strommangellage – das ist das Wort des Jahres in der deutschsprachigen Schweiz. Das Wort tauchte nach einer Analyse von Datenbanken häufig im Sprachgebrauch auf, wie die Jury der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Dienstag mitteilte. Sie wählt daraus und aus Publikumsvorschlägen jeweils die markantesten Wörter und stellt sie in eine Rangliste.

Das Wort beschreibt eine eventuell eintreffende Stromknappheit. Es war vor allem seit Sommer in aller Munde, weil die Regierung der Eidgenossen seitdem für den Fall einer Strommangellage an einem Stufenplan mit im schlimmsten Fall massiven Nutzungseinschränkungen gearbeitet hat.

Stufenplan bei Stromknappheit: Fahrverbot für E-Autos

Tatsächlich sind in dem Notfallplan einschneidende Maßnahmen vorgesehen. Bei Stufe drei des Notfallplans – also im Falle einer extremen Stromknappheit – werden sich die Schweizer in ihrem Alltag stark eingeschränkt sehen. Besonders hart trifft es die Fahrer von Elektroautos.

In der Liste, die zu der „Verordnung über Beschränkungen und Verbote der Verwendung elektrischer Energie“ gehört, ist zu lesen: „Die private Nutzung von Elektroautos ist nur für zwingend notwendige Fahrten gestattet (zum Beispiel Berufsausübung, Einkäufe, Arztbesuche, Besuch von religiösen Veranstaltungen, Wahrnehmung von Gerichtsterminen).“ Diese Maßnahme würde rund 110.000 E-Autofahrer in der Schweiz treffen, deren Mobilität dann stark eingeschränkt ist. Somit ist die Schweiz das erste Land, das im Notfall Fahrverbote für E-Autos einführen könnte.

Strommangellage: Massive Einschränkungen für Schweizer

Aber auch sonst ist vorgesehen, dass bei einer starken Strommangellage an allen Ecken und Enden Strom gespart wird: Wäsche darf nur noch bei maximal 40 Grad gewaschen werden, der Betrieb von Wäschetrocknern und Bügeleisen wird verboten sowie die Nutzung von Streamingdiensten und Gaming-Computern extrem eingeschränkt. Kühlschränke dürfen nicht mehr bei unter sechs Grad betrieben werden.

Bei der Liste handelt es sich um Verordnungsentwürfe. Der Plan der Schweizer Regierung ist, die Maßnahmen je nach aktueller Situation anzupassen und erst dann in Kraft zu setzen – und zwar stufenweise. In Deutschland rät die Regierung zwar dazu, Notvorräte anzulegen – verpflichtende Stromsparmaßnahmen sind aber derzeit bei eventuellen Engpässen nicht geplant.

Das Blackout-Risiko in der Schweiz ist wie in Deutschland allerdings eher gering. Jedoch könnten regionale Teil-Blackouts von wenigen Minuten bis zu einer Stunde vorkommen, sagt eine Sprecherin des nationalen Netzbetreibers Swissgrid auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Zudem können Extremwetterereignisse wie Stürme zu regionalen Stromausfällen führen.

Mit Material der dpa

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