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Erdbeeren: Landwirte zerstören ihre Felder, weil die Preise im Keller sind – Landwirt: „Das geht gar nicht“

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Von: Lisa Mayerhofer

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Beginn der Erdbeersaison
Die Erdbeer-Ernte fällt dieses Jahr dank des günstigen Wetters gut aus. © Daniel Bockwoldt/dpa

Erdbeerbauern im Münsterland zerstören ihre Felder - trotz der Aussicht auf eine gute Ernte. Das sorgt für heftige Diskussionen.

München - Eigentlich erwarten die Erdbeer-Bauern eine ertragreiche Saison: Das Wetter hat sich für die Ernte besonders günstig ausgewirkt, die Erdbeeren wachsen reichlich und in guter Qualität. Doch Erdbeer- und auch Spargelbauern stehen vor einem Problem: Die Ernte lohnt sich für sie nicht mehr.

Erdbeeren: Billige Konkurrenz aus dem Ausland beschäftigt Landwirte

An den Straßenständen – also im Direktverkauf läuft das Geschäft eigentlich ganz gut, sagte Fred Eickhorst von der Vereinigung der Spargel- und Beerenbauern in Niedersachsen gegenüber dem NDR. Jedoch gebe es Ärger mit den Supermärkten: Der Lebensmitteleinzelhandel bewerbe die Erdbeeren gerade viel zu billig, findet er.

Ein Pfund für rund zwei Euro – „das geht gar nicht“, betont Eickhorst gegenüber dem NDR. Dabei hätten die deutschen Erdbeeren das Nachsehen gegenüber der billigen Konkurrenz aus Spanien und Italien. Die sind dieses Jahr wegen des Wetters erst später in den Verkauf gekommen – gleichzeitig mit den deutschen Erdbeeren.

Preise für Erdbeeren sollen in den kommenden Tagen fallen

Landwirt Andreas Rahmann aus Coesfeld in Nordrhein-Westfalen hat gegen diese Preispolitik ein starkes Zeichen gesetzt und seine Erdbeerfelder zerstört. Damit sorgte er bundesweit für Aufsehen. Für eine 500-Gramm-Schale Erdbeeren würde der Bauer momentan knapp einen Euro und einen Cent vom Einzelhandel bekommen, sagte Rahmann gegenüber dem WDR – damit würde er draufzahlen. Das spezielle Problem bei Erdbeeren: Die Früchte sind sehr schnell verderblich – sie müssen nach der Ernte sofort verkauft werden. Deshalb können die Früchte auch nicht aufgehoben oder gespendet werden.

Die Preise für Erdbeeren werden wohl in den kommenden Tagen noch fallen. Das liege daran, dass Anfang Juni viele Erdbeeren reifen, erklärt Simon Friesenhagen vom Überlinger Feinkosthandel De Sanctis gegenüber dem Südkurier. Das Angebot steige und die Preise fallen noch einmal. Das sei bei günstigen Wetterverhältnissen jedes Jahr so. Das bestätigt auch Obstbauer Michael Baader aus Frickingen gegenüber der Zeitung: „Die Preise fallen immer relativ spontan, das hängt stark mit der Witterung zusammen.“ Eickhorst erklärt dazu: „Der Spargel und auch die Erdbeeren waren noch nie so billig zu diesem Zeitpunkt, auch nicht vor Corona.“

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