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Evergrande wendet Zahlungsausfall in letzter Minute ab

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Passanten laufen in der Nähe des Hauptsitzes des Immobilienentwicklers Evergrande Group vorbei. © Ng Han Guan/AP/dpa

Der tief in der Krise steckende chinesische Immobilienkonzern kann durch eine Millionenzahlung eine Pleite vorerst abwenden. Entwarnung bedeutet dies aber nicht. Der Schuldenberg schmilzt nur langsam.

Peking - Der hochverschuldete chinesische Immobilienkonzern Evergrande hat sich Medienberichten zufolge mit der Zahlung fälliger Zinsen für eine Anleihe etwas Luft verschafft.

Wie die Finanzagentur Bloomberg und die chinesische Staatszeitung „Securities Times“ übereinstimmend berichteten, wird Evergrande die 83,5 Millionen US-Dollar (rund 71,7 Millionen Euro) vor dem Verstreichen einer Frist am Samstag zahlen. Eigentlich war das Geld am 23. September fällig, jedoch galt eine Nachfrist von 30 Tagen.

Evergrande gilt mit einem Schuldenberg von rund 300 Milliarden Dollar als das weltweit am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Es muss dringend Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihengläubiger fristgerecht bezahlen zu können. Der Konzern ist so groß, dass einige Experten eine „Ansteckungsgefahr“ für Chinas Wirtschaft und darüber hinaus befürchten. In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere Zinszahlungen für Anleihen fällig.

Evergrande reagierte am Freitag zunächst nicht auf eine Anfrage. An der Hongkonger Börse legten die Aktien des Konzerns nach den Nachrichten über die erfolgende Zinszahlung um mehr als vier Prozent zu. Seit Beginn des Jahres haben die Papiere jedoch rund 80 Prozent an Wert verloren.

Systemrelevant für Chinas Wirtschaft?

Konzerne wie Evergrande wuchsen lange rasant, weil die Immobilienpreise in China kräftig gestiegen sind und es einen Bauboom gab. Peking war es jedoch ein Dorn im Auge, dass die Verschuldung der Branche immer neue Dimensionen annahm. Nun setzt die Regierung strenge Regeln durch. Peking hat den Konzernen „drei rote Linien“ aufgezeigt, wodurch die Aufnahme neuer Kredite erschwert oder unmöglich gemacht wurde.

Vergangen Woche hatte die chinesische Notenbank mitgeteilt, dass die von der finanziellen Schieflage des Konzerns ausgehenden Risiken für das Finanzsystem „kontrollierbar“ seien. Es sei demnach unwahrscheinlich, dass sich die Krise von Evergrande auf andere Bereiche ausdehne. Die Zentralbank rief allerdings die Banken des Landes dazu auf, für eine stabile Kreditversorgung der Immobilienunternehmen des Landes zu sorgen. dpa

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