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Energiekrise: Habeck streitet mit Katar über Deal – Wird Gas jetzt noch teurer?

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Von: Lisa Mayerhofer

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Habeck in Katar
Scheich Mohammed bin Hamad bin Kasim al-Abdullah Al Thani, Minister für Handel und Industrie von Katar, begrüßt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Wirtschaftsminister Robert Habeck will durch eine Energiepartnerschaft mit Katar Deutschland aus der Abhängigkeit von Russland führen. Doch bei dem Deal gibt es große Streitpunkte.

Berlin – Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine bei seiner Suche nach neuen Partnern für Öl- und Gaslieferungen fündig geworfen: Er hat bei seinem Besuch in Katar im März eine langfristige Energiepartnerschaft mit dem Emirat vereinbart.

Katar ist einer der weltweit größten Exporteure von verflüssigtem Erdgas (LNG).

Robert Habeck: Probleme bei den Gas-Vertragsverhandlungen mit Katar

Habecks Ziel war dabei vor allem, Deutschland unabhängiger von russischen Energieimporten machen, aber auch die Umstellung von konventionellem Erdgas auf grünen Wasserstoff zu beschleunigen. Nun gibt es aber Probleme bei den Vertragsverhandlungen mit Katar, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ein Abschluss des Flüssiggas-Deals sei nicht in Sicht.

Dafür gibt es demnach mehrere Gründe: Der größte Streitpunkt sei die Laufzeit des Deals. Deutschland sei nicht bereit, einen Vertrag mit mindestens 20 Jahren Laufzeit einzugehen, berichtet die Nachrichtenagentur – und beruft sich auf drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Habeck sieht nämlich durch die Länge der Verträge Deutschlands Dekarbonisierungsziele gefährdet. Die Regierung plant, bis 2040 Deutschlands CO2-Ausstoß um 88 Prozent zu verringern.

Katar-Deal: Streit um den Gas-Preis

Aber es geht auch ums Geld: Katar möchte den Gas-Preis an den Öl-Preis binden. Deutschland würde den Preis allerdings lieber an den europäischen Gas-Index koppeln. Eine Bindung an den Öl-Preis würde zu einer hohen finanziellen Belastung für Deutschland führen, sagt Felix Booth, Flüssiggasexperte bei Vortexa, dem Nachrichtenportal Focus Online. Er fürchtet aber, dass Deutschland auf die Bedingungen eingehen müsse: „Katar hat die Hebel in der Hand.“ Die Möglichkeiten für Deutschland, Gaslieferungen zu beschaffen, sind sehr begrenzt.

Die Verhandlungen zwischen Deutschland und Katar sollen nun diesen Monat weitergehen. Der Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, reist dafür auch nach Deutschland. Das Emirat steht wegen der Menschenrechtslage und den Bedingungen für ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter immer wieder in der Kritik. Das Wirtschaftsministerium hat sich zu dem Reuters-Bericht bislang nicht geäußert. (lma/dpa)

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