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Inflation: Erzeugerpreise mit Rekordanstieg – Özdemir erwartet steigende Lebensmittelpreise

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Von: Lisa Mayerhofer

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Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte sind so stark gestiegen wie noch nie. Das könnte sich auf die Verbraucherpreise auswirken. Auch Landwirtschaftsminister Özdemir rechnet mit steigenden Preisen.

Berlin – Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte sind im April so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 1961. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, waren die Erzeugerpreise um 39,9 Prozent höher als im April 2021. Dies kann sich auf die Verbraucherpreise auswirken.

Landwirtschaftsminister Özdemir rechnet mit steigenden Lebensmittelpreisen

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) rechnet mit weiter steigenden Lebensmittelpreisen in Deutschland. „Vieles kommt leider erst noch“, sagte der Minister der Düsseldorfer Rheinischen Post. So habe die Lebensmittelindustrie lange Einkaufsfristen für Energie. „Wir müssen im Herbst und Winter mit Steigerungen rechnen, weil sich der Handel jetzt mit teurer Energie versorgen muss und die Preissteigerungen an die Kunden weitergereicht werden.“

Özdemir verteidigte in der Zeitung zudem seinen Vorstoß, im Kampf gegen hohe Lebensmittelpreise die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte zu streichen. „Dass das aktuelle Mehrwertsteuersystem einmal grundsätzlich auf den Prüfstand gehört, darüber kann es nicht ernsthaft Streit geben“, erklärte der Grünen-Politiker. „Logik, Einfachheit und Nachhaltigkeit sind dabei die Stichworte. Da landet man dann schnell bei meinem Vorschlag.“

Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im April so stark gestiegen wie noch nie

Währenddessen sind die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte im April um fast 40 Prozent hochgeschossen. Die Erzeugerpreise beschreiben das Entgelt ohne Umsatzsteuer, das die Landwirte für ihre Produkte auf der ersten Handelsstufe erzielen. Steigende Erzeugerpreise können zu höheren Verbraucherpreisen führen.

Schon im März hatte es bei den Erzeugerpreisen ein Rekordplus von 34,7 Prozent gegeben. Im Vergleich zum Vormonat März stiegen die Preise um 5,6 Prozent. Sowohl die Preise für pflanzliche Erzeugnisse (plus 45,7 Prozent) als auch für tierische Erzeugnisse (plus 35,8 Prozent) legten kräftig zu.

Der enorme Preisanstieg bei pflanzlichen Produkten sei unter anderem auf die seit Juli 2020 steigenden Getreidepreise zurückzuführen, berichteten die Wiesbadener Statistiker. Diese lagen im April um gut drei Viertel (77,6 Prozent) über dem Vorjahresmonat und damit noch etwas höher als im März. Der Ukraine-Krieg hat die zuvor schon angespannte Lage auf dem Weltmarkt verschärft und treibt die Preise.

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Ein Landwirt fährt mit einem Traktor und angehängter Drille über ein Feld. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Erzeugerpreise: Raps und Kartoffeln werden deutlich teurer, Erdbeeren viel billiger

Deutlich verteuert hat sich Raps (plus 77,1 Prozent). Die Erzeugerpreise für Kartoffeln haben sich zudem binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt (plus 106,2 Prozent). Das liege an witterungsbedingt geringen Ernten und einem relativ niedrigen Preisniveau im Vorjahresmonat wegen der Pandemie, so die Statistiker.

Hingegen sanken die Erzeugerpreise für Obst um fast 15 Prozent, Gemüse wurde kaum teurer (plus 1,1 Prozent). Erdbeeren verbilligten sich beinahe um ein Viertel (24 Prozent) – wegen einer frühen und reichen Ernte ist das Angebot dieses Jahr groß, während die Nachfrage schwächelt. Deutliche Anstiege gab es beim Milchpreis (plus 37 Prozent) und bei Eiern (plus 18 Prozent). (lma/dpa/AFP)

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