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Mercedes: Grünen-Minister mit harter Kritik – „Nur noch Autos für Reiche und Superreiche“

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Von: Lisa Mayerhofer

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Mercedes SL
Der neue Mercedes SL: Mercedes will vor allem mit teuren Luxusautos wachsen (Symbolbild) © Mercedes-Benz AG/dpa

Der Stuttgarter Autobauer Mercedes setzt auf Luxus und teure Modelle. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hält diese Strategie für einen Fehler.

Stuttgart – Der deutsche Autohersteller Mercedes-Benz will vor allem mit teuren Luxusautos wachsen und damit besser verdienen. „Wir sind ein Luxusunternehmen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius im Mai bei einer Investorenkonferenz. Doch nicht alle sind über diese neue Strategie glücklich.

Mercedes: Künftig Fokus auf Luxusmodelle

Mercedes hatte zuletzt vor allem wegen des Mangels an Halbleitern weniger Autos verkauft, aber dennoch besser verdient. Die hohe Nachfrage bei gleichzeitig eingeschränkter Verfügbarkeit führt schon seit einiger Zeit zu höheren Preisen.

Die Angebotspalette bei Mercedes soll künftig drei Kategorien haben. Im Spitzenbereich sind vor allem Fahrzeuge der Luxussubmarke Maybach, der Sportwagentochter AMG sowie die S- und G-Klasse mit ihren jeweiligen Elektro- und SUV-Ablegern einsortiert. Das Kernangebot soll die absatzstärksten Modelle rund um C- und E-Klasse umfassen. Das Einstiegssegment mit den günstigeren Autos will Mercedes hingegen ausdünnen. 

Auf die Frage, ob das auf Dauer das Aus für Kompaktautos der A- und B-Klasse bedeute, gab es keine explizite Antwort. „Ich überlasse den Rest Ihrer Vorstellungskraft“, sagte der Mercedes-Chef lediglich vor Journalisten. In Medien wird schon länger über ein mögliches Ende der beiden Klassen spekuliert.

Mercedes-Benz: Kritik an Luxusstrategie der Stuttgarter

Der Leiter Verkehrspolitik bei der Umweltorganisation BUND, Jens Hilgenberg, kritisierte die Strategie der Stuttgarter. Große Limousinen und schwere SUV seien kein nachhaltiger Luxus, auch nicht in der E-Variante. Nötig seien hingegen Autos mit einem minimalen Bedarf an Energie, Ressourcen und Flächen.

Auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat Mercedes-Benz für die Absicht kritisiert, vor allem mit teuren Luxusautos wachsen zu wollen. „Ich halte diese Strategie für einen Fehler, das wird auch zu Akzeptanzproblemen führen, wenn man nur noch für Reiche und Superreiche Autos baut“, sagte der Grünen-Politiker der Heilbronner Stimme und dem Südkurier.

Mercedes: Minister Hermann warnt vor Konkurrenz aus Fernost

Hermann sagte weiter: „Ich kann zwar nachvollziehen, dass man Luxuskarossen verkauft, um eine Rendite zu erzielen. Wenn man aber nur noch Luxuswagen verkauft, dann verlässt man den Massenmarkt.“ Autos aus dem Luxussegment kämen in der Regel nur als Dienstwagen oder für Best- und Gutverdiener infrage. „Ich hatte eigentlich gedacht, Mercedes hat begriffen, dass man mehr diversifizieren muss – auch im Hinblick auf den Erhalt von Arbeitsplätzen.“

Die neue Strategie sei eine Einladung für asiatische Fahrzeuge, sagte der Minister. „Die meisten Autos aus Korea, China und Japan sind kostengünstiger als die der deutschen Hersteller, bieten aber mittlerweile einen ähnlichen Standard.“ (lma/dpa)

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