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Sparkasse: Serien-Sprengungen bei Geldautomaten - Institute greifen zu einschneidender Maßnahme

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Von: Lisa Mayerhofer

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Diebesbanden haben es vermehrt auf Geldautomaten abgesehen – mit erheblichem Schaden für Banken wie der Sparkassen. Auch die Kunden werden die Folgen zu spüren bekommen.

Seevetal – Einen lauten Knall hörten Anwohner in der Nacht zum Freitag (29. April) aus der Sparkasse im niedersächsischen Seevetal. Diebe hätten den Geldautomaten darin gesprengt, berichtet die Polizei. Der Bankvorraum sei vollkommen zerstört und die Täter immer noch flüchtig.

Geldautomaten der Sparkasse: Lukrative Beute für Diebe

In derselben Nacht wurde ein weiterer Geldautomat der Sparkasse in Dassendorf in Schleswig-Holstein gesprengt. Auch hier konnten die Täter fliehen. Ob sie überhaupt Beute machen konnten und wie viel, darüber gab es keine offizielle Auskunft.

Ein Bank-Insider sagte aber gegenüber der Hamburger Morgenpost, dass Geldautomaten im Innenstadt-Bereich Automaten bis etwa 100.000 Euro gelagert haben könnten, im Umland bis etwa 40.000 Euro. Das ist eine Menge Geld, das Diebe anlockt. Sie versuchen, nachts Geldautomaten zu sprengen, um an die Beute zu kommen – und das deutschlandweit.

Sparkasse Heidelberg muss wegen Sprengungen Automaten abbauen

Schon im März sah sich die Sparkasse Heidelberg gezwungen, wegen der vielen Sprengungen durch Diebe Geldautomaten abzubauen. Ihre Geräte wurden seit Anfang 2021 siebenmal heimgesucht. Die letzte Sprengung fand in dem bei jungen Familien beliebten neuen Stadtteil Bahnstadt in einem Wohnhaus statt.

„Die Täter gehen dabei mit äußerster Brutalität vor und nehmen immer mehr auch die Gefährdung von Leib und Leben in Kauf“, heißt es in einer Mitteilung der Bank. Die Folge: Wegen höchster Gefährdungsstufe werden Maschinen an neun von 24 Standorten abgebaut. Das gefällt jedoch nicht allen Kunden. Der Heidelberger Stadtrat Mathias Michalski (SPD) sagte laut Rhein-Neckar-Zeitung im Gemeinderat: „Das ersatzlose Abbauen der Automaten trifft vor allem ältere, weniger mobile Mitbürger und ist das völlig falsche Signal. Ich bin damit überhaupt nicht einverstanden.“

Für die Banken verursachen die Sprengungen jedoch Schäden in Millionenhöhe. Laut LKA summierte sich die Beute in den vergangenen fünf Jahren auf 7,5 Millionen Euro, der Sachschaden auf etwa 6,8 Millionen Euro. Im Durchschnitt werden pro Fall rund 55.000 Euro erbeutet. Die Beschädigungen belaufen sich auf knapp 50.000 Euro.

Rheinischer Sparkassenverband: Sprengungen der Geldautomaten immer brutaler

Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen. 2021 gab es dort laut Handelsblatt etwa 150 Sprengungen und Sprengversuche. Dieses Jahr waren es allerdings schon im Januar und Februar 32 Fälle, berichtet der Rheinische Sparkassenverband der Zeitung. Sie rechnen damit, weiter Geldautomaten abzubauen.

Es werde in diesem Jahr Debatten dazu geben, „weil Polizei und Landeskriminalamt uns bitten, an bestimmten Stellen Geldautomaten nicht aufrechtzuerhalten“, sagte Michael Breuer, Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands, laut dem Handelsblatt. In NRW stehen 11.000 Geldautomaten, die meisten davon gehören der Sparkasse als Marktführerin.

Das bedeutet für Kunden vor allem in ländlichen Gebieten, dass der Weg zum Geldautomaten weiter und komplizierter werden dürfte, wenn sie Geld abheben oder ihren Kontostand einsehen wollen. Für die Sparkassen stehen indes der Sicherheitsgedanke und die Millionenverluste im Vordergrund.

Zwar würde man Sicherheitstechniken in die Geldautomaten einbauen, dies habe jedoch noch brutalerer Sprengungen zur Folge, so Breuer. Einige Sprengungen seien so heftig, dass sie Gebäude, in denen die Geldautomaten untergebracht sind, teils zerstören. Breuer schätzt laut Bericht, dass die Schäden, die die Sprengungen anrichten, heute doppelt so hoch sind wie vor fünf Jahren. Mit Material der dpa

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