Musk setzte ein Vermögen auf die Zwischenwahlen – doch die Wähler wiesen ihn in die Schranken

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Elon Musk (Symbolbild).
Elon Musk (Symbolbild). © Shawn Thew/Imago

Musk setzte über 400 Millionen Dollar für Republikaner ein. Doch die Partei verlor wichtige Rennen – und sein politischer Einfluss steht infrage. Eine Analyse.

Der größte Einzelspender der modernen US-Geschichte, Elon Musk, griff James Talarico in den letzten Tagen vor den Zwischenwahlen immer schärfer an. Talarico kandidierte für die Demokraten bei der Wahl zum US-Senat in Texas.

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Musk lebt in Texas. Er sagte, der Demokrat wolle „die Grenzen öffnen“ und „die Demokratie abschaffen“. Talarico, sagte er, „wird dafür stimmen, eure Kinder zu transen“.

Doch die Wähler in Texas wiesen diese Botschaft am Dienstag mit überwältigender Mehrheit zurück und wählten Talarico in den US-Senat.

„Wir haben gerade bewiesen, dass kein Geld der Welt dem Volk von Texas gewachsen ist“, sagte Talarico in seiner Siegesrede und hob Musk dabei namentlich hervor. „Wir haben gerade jedem milliardenschweren Großspender eine Botschaft geschickt – jedem Billionär unter den Großspendern.“

Der Sieg war Teil einer Welle demokratischer Erfolge. Durch sie eroberte die Partei die Kontrolle über den Kongress zurück. Die Welle neutralisierte praktisch Musks riesige politische Wahlkampfkasse und fügte dem reichsten Mann der Welt eine Reihe empfindlicher Niederlagen zu.

Musk macht aus den Zwischenwahlen einen Ausgabenkrieg

Nach seiner Zeit in der Trump-Regierung in der ersten Hälfte des Jahres 2025 zog sich Musk aus dem politischen Rampenlicht zurück. Stattdessen machte er die Zwischenwahlen zu einem großen Ausgabenkrieg gegen die Demokraten. Dabei setzte er sein Vermögen in einem für die moderne US-Politik beispiellosen Umfang ein.

Er gab mehr als 400 Millionen Dollar (ca. 360 Millionen Euro) für republikanische Kandidaten aus – mehr als für Donald Trumps Wahlkampf 2024. Auf X nutzte er seine enorme Reichweite, um Wahlkämpfe der Republikaner zu fördern und die Demokraten anzugreifen.

Am frühen Mittwoch beklagte Musk das Wahlergebnis. „Rechenzentren im Weltraum wirken gerade ziemlich verlockend“, schrieb er, bevor er scherzhaft einräumte, seine „wahlbeeinflussenden Weltraumlaser“ hätten versagt. Außerdem verbreitete er erneut die Warnung, Untersuchungen des Kongresses und eine verschärfte Kontrolle könnten den Fortschritt von SpaceX bremsen. Er verbreitete auch Kommentare, die die Ergebnisse in Texas und Georgia offenbar auf demografische Veränderungen zurückführten. Umfragen nach der Wahl zeigten, wie wichtig der Iran-Krieg für die Wähler war. Musk reagierte darauf mit den Worten: „Interessant.“

Für den reichsten Menschen der Welt stand ungewöhnlich viel auf dem Spiel. Die Demokraten hatten versprochen, Musk zu untersuchen, falls sie die Kontrolle über den Kongress zurückeroberten. Musk hatte seinerseits eine mögliche politische „Vergeltung“ ins Spiel gebracht, falls die Demokraten an die Macht kämen.

Wenige Tage vor der Wahl warnte Musk in einem auf seinem X-Konto angepinnten Beitrag vor einem demokratischen Durchmarsch 2028. Dieser werde „dazu führen, dass Amerika zu einem dauerhaften Einparteienstaat wird und die Demokratie in jedem sinnvollen Sinne des Wortes endet“.

„Deshalb sollten Sie bei dieser Wahl für republikanische Senatoren stimmen“, sagte er. Damit schien er ohne Belege zu unterstellen, die Demokraten würden ihre Wahlsiege nutzen, um die Wählerschaft umzugestalten.

Die Niederlage in Texas dürfte Musk besonders treffen. 2020 ärgerte er sich über die coronabedingten Schließungen und verlegte daraufhin seinen Wohnsitz und seine Unternehmen aus Kalifornien nach Texas. Bei Gouverneur Greg Abbott (Republikaner) und Ken Paxton, dem Generalstaatsanwalt des Bundesstaats, fand Musk ein entgegenkommendes politisches und regulatorisches Umfeld. Die Abstimmungen vom Dienstag haben die politische Landschaft verändert. Dazu zählt auch Abbotts Niederlage im Gouverneursrennen gegen die Demokratin Gina Hinojosa.

Zu Musks größten Spenden zählten 168 Millionen Dollar (ca. 150 Millionen Euro) für den Senate Leadership Fund. Der Großteil floss an ein politisches Aktionskomitee zugunsten von Paxton. Er trat im Senatswahlkampf gegen Talarico an.

Die Ergebnisse warfen auch die Frage auf, wie viel politischen Einfluss Musk und sein enormes Vermögen ausüben können. Für den Tech-Unternehmer war dies der jüngste Rückschlag. Seine Zeit an der Spitze des U.S. DOGE Service endete im Chaos. Zugleich machte ihn seine immer prominentere Rolle in der republikanischen Politik zu einer umstrittenen Figur.

Musks Ausgaben für Wahlkämpfe im ganzen Land über den Senate Leadership Fund, den Congressional Leadership Fund und sein America PAC blieben weitgehend wirkungslos. Republikanische Kandidaten unterlagen in Ohio, Maine und Texas.

Talarico macht Musk zur Angriffsfläche

Für Musk setzte sich damit eine Reihe jüngster politischer Niederlagen fort. Eine davon war 2025 die Wahl zum Obersten Gerichtshof von Wisconsin, die laut Musk „über die Zukunft Amerikas und der westlichen Zivilisation entscheiden könnte“. 2024 gab Musk rund 290 Millionen Dollar (ca. 260 Millionen Euro) aus, um Trump zurück ins Weiße Haus zu bringen und weitere Republikaner wählen zu lassen. Für die Zwischenwahlen gab er noch mehr aus.

Der reichste Mensch der Welt ist Vorstandschef von Tesla und SpaceX. Bei den Zwischenwahlen hielt er sich stärker im Hintergrund als 2024 und Anfang 2025. Damals war er bei Wahlkampfkundgebungen und politischen Veranstaltungen an der Seite von Präsident Trump aufgetreten.

Musk wandte sich am Dienstag auf X an seine mehr als 240 Millionen Follower und forderte sie auf, die Republikaner zu unterstützen.

„Stimmt heute rot!“ schrieb er kurz nach 9.30 Uhr Ostküstenzeit. Am Mittwoch fehlte der Beitrag auf Musks Konto; offenbar hatte ihn jemand gelöscht.

Musk steckte mehr als 400 Millionen Dollar (ca. 360 Millionen Euro) in die Zwischenwahlen. Über ein Netz politischer Aktionskomitees unterstützte er republikanische Kandidaten. Die Komitees konzentrierten sich auf Senats- und Repräsentantenhauswahlen sowie auf Texas. Weniger als zwei Jahre nach seinem öffentlichen Zerwürfnis mit Trump war er der größte Einzelspender bei den Zwischenwahlen.

Zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit war Musk ein wichtiger Berater des Präsidenten. Später versöhnte er sich mit Trump, obwohl er ihm zuvor vorgeworfen hatte, in den Epstein-Akten aufzutauchen. Anschließend setzte Musk voll auf republikanische Kandidaten.

In einigen Fällen schien Musks Engagement nach hinten loszugehen und seinen Gegnern eine verlockende Angriffsfläche zu bieten.

In den letzten Tagen des Wahlkampfs verglich Talarico das Rennen mit einem Kampf zwischen David und Goliath. Er stellte Musk und andere wohlhabende Spender als übermächtige Gegner dar.

„Wir treten gegen unsere eigenen Goliaths an – diese milliardenschweren Großspender, diese Unternehmens-PACs, das gesamte Establishment in Washington, D.C. … Am 3. November werden diese Goliaths nicht wissen, wie ihnen geschieht“, sagte er.

Am Dienstag erlitt der reichste Mensch der Welt offenbar eine Niederlage.

„Heute Abend haben wir Goliath besiegt“, erklärte Talarico.

Zum Autor:

Faiz Siddiqui ist Technologiejournalist im Wirtschaftsressort der The Washington Post und schreibt über Unternehmen wie Tesla und Twitter. Er schrieb auch über Fahrdienstvermittler und den Wettlauf um selbstfahrende Autos. Zuvor berichtete er über die Metro in Washington, D.C., und den Nahverkehr vor Ort.

Dieser Artikel war zuerst am 4. November 2026 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

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